American Indian Weekly Nr. 2 – Aufgespürt in seinem Versteck – Kapitel 6
American Indian Weekly
Nummer 2, 1910
Aufgespürt in seinem Versteck
oder Die Verfolgung des Mitternachtsräubers
von Colonel Spencer Dair
Kapitel 6
Die Rächer werden aufgehalten
Nach einem einstündigen, harten Ritt stießen die Rächer auf den Kadaver eines Ochsen, der mitten auf dem Pfad lag.
Der Anblick des verendeten Tieres schien den Besitzer der Double Cross-Ranch schier um den Verstand zu bringen.
»Seht euch diesen Ochsen an!«, brüllte er. »Nie hat besseres Vieh auf den Ebenen gegrast! Und hier liegt es nun, zu Tode gehetzt! Verflucht seien diese Teufel! Ich werde sie dafür büßen lassen, dass sie meine Rinder geraubt und sie dann so mörderisch Weiterlesen
Deutsches Sagenbuch – 001
Ludwig Bechstein
Deutsches Sagenbuch
Leipzig, Verlag von Georg Wigand, 1853
1. Vom deutschen Rheinstrom
Heilige Wasser rinnen von den Bergen des Himmels – so singt es die Edda, das uralte Götterlied. So entspringt auch der Rhein, der heilige Strom des deutschen Vaterlandes, dem Gottesberg (St. Gotthard). Aus Eispalästen und dem Schoß der Alpen fließt er als Strom des Segens herab. Schon die Alten sagten über ihn: »Die Donau ist aller Wasser Frau, doch kann der Rhein mit Ehren ihr Mann sein.«
Die Urbewohner seiner Ufer hielten seine Flut für so wunderbar, dass sie ihm neugeborene Kinder übergaben, um deren eheliche Geburt zu prüfen. Rechtmäßige Abkömmlinge trug die Strömung sanft an das Ufer zurück; uneheliche Kinder jedoch zog er mit ungestümen Wellen und reißenden Wirbeln in die Tiefe – als zorniger Rächer und Richter über die Unreinheit. Andere Anwohner brachten dem heiligen Strom mit Pferden ihr Liebstes als Opfer dar.
Einbrecher aus Leidenschaft – Ein Gaunerstück – Teil 2
E.W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Ein Gaunerstück
Teil 2
»Morgen Abend!«, rief ich aus. »Was, um alles in der Welt, hast du denn vor?«
»Den Bruch«, sagte Raffles. »Ich wollte dir eigentlich schreiben, sobald ich wieder in meinen Zimmern bin, um dich zu bitten, morgen Nachmittag bei mir vorbeizuschauen. Dann wollte ich dir meinen Schlachtplan darlegen und dich von dort aus direkt ins Gefecht führen. Es geht nichts darüber, die nervösen Spieler zuerst an den Schlag zu bringen; das lange Warten mit angelegten Beinschützern bringt sie nur um den Verstand. Das war ein weiterer Grund, warum ich mich so verdammt bedeckt gehalten habe. Du musst versuchen, mir zu verzeihen. Ich konnte nicht vergessen, wie großartig du beim letzten Ausflug mitgespielt hast, ganz ohne Zeit, vorher weichzuwerden. Ich will morgen Abend nur, dass du ebenso kühl und clever bist wie damals – obwohl, bei Gott, die beiden Fälle in keinem Verhältnis zueinander stehen!«
Kommissar Rosic – Band 1.05
Rodolphe Bringer
Kommissar Rosic
Band 1
Der Dolch aus Kristall
Kapitel 5: Crystal-Dagger
Als der Zug Nummer 62 in den Bahnhof einfuhr, erblickte Guillenot, wie der Streckenwärter von Pierrelatte ausstieg. Bevor er in Valence stellvertretender Bahnhofsvorsteher wurde, hatte er als leitender Arbeiter in Pierrelatte gedient und stand in engem Kontakt mit Monsieur Lahuche; er ging also zielstrebig auf ihn zu, die Hand bereits ausgestreckt.
»Welch guter Wind weht Sie hierher?«, fragte er.
»Mein Lieber«, antwortete Lahuche, »ich glaube, mein Streckenwärter Frégière hat den Mörder aus dem B-14 entdeckt.«
»Ach was!«, rief Guillenot aus. »Das ist eine lange Geschichte. Ich habe den ersten Zug genommen und Frégière mitgebracht.«
Der Kapitän Fracasse – Band 1 – 5.1.
Théophile Gautier
Der Kapitän Fracasse
Ein Mantel-und-Degen-Roman, 1863
Band 1
Fünftes Kapitel Teil 1
Beim Herrn Marquis
Im Strahlenglanz eines schönen Morgens entwickelte sich das Schloss Bruyères auf die vorteilhafteste Weise von der Welt. Die am Saum der großen Ebene gelegenen Domänen des Marquis waren ergiebiger Boden, und der unfruchtbare Sand stieß mit seinen letzten weißen Wogen an die Mauern des Parks.
Ein Anstrich von Gedeihen, welcher zu der Armseligkeit der Umgebung einen entschiedenen Gegensatz bildete, erfreute das Auge auf angenehme Weise, sobald man den Fuß hineinsetzte.

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