Einbrecher aus Leidenschaft – Wer zuletzt lacht
E. W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Wer zuletzt lacht
Wie ich schon an anderer Stelle zu bemerken Gelegenheit hatte, sind die Glanzstücke unserer Unternehmungen – vom rein kriminellen Standpunkt aus betrachtet – für die lauteren Zwecke dieser Aufzeichnungen am wenigsten zu gebrauchen. In einem Fachblatt (sofern einem solchen Bedürfnis abgeholfen werden könnte) würden sie von versierten Meistern des Brecheisens und des Dietrichsatzes vielleicht geschätzt werden; als Berichte über lückenlose, aber bedeutungslose Erfolge fände man sie jedoch auf Anhieb zu banal und zu technisch, ganz zu schweigen davon, dass sie obendrein unappetitlich und unrentabel wären. Die letzteren Schimpfwörter und noch schlimmere sind in der Tat bereits angewendet worden – wenn schon nicht auf Raffles und all seine Werke, so doch zumindest von mehr als einem wackeren Führen einer tugendhaften Feder auf meine Schriften über ihn. Ich brauche wohl kaum zu betonen, wie herzlich ich dieser wahrlich frommen Meinung widerspreche. Weit davon entfernt, auch nur ein einziges Wort davon einzuräumen, behaupte ich vielmehr, dass ich der Welt die eindringlichste Warnung erteile. Raffles war ein Genie, und selbst er konnte daraus kein Kapital schlagen! Raffles besaß Erfindungsgeist, Tatkraft, unvergleichliche Kühnheit und Weiterlesen
Einbrecher aus Leidenschaft – Das Schicksal der Faustina – Teil 2
E. W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Das Schicksal der Faustina
Teil 2
Der Samstag brachte jedoch die Nachricht, dass der Graf an diesem Wochenende nicht kommen würde, da er geschäftlich in Rom sei und nicht rechtzeitig zurückkehren könne; für einen ganzen Sonntag war uns also Frieden versprochen, und entsprechend kühne Pläne schmiedeten wir. Es hatte keinen Wert mehr, diese Sache länger heimlich zu halten.
Wer sie gewinnt, der mag Faustine nehmen und behalten.
Ja, aber er sollte sie offen gewinnen oder sie verlieren und zur Hölle fahren! Am Sonntag wollte ich es also mit ihren Leuten ausfechten – und mit dem Grafen und Stefano, sobald sie ihre Nasen zeigten. Ich hatte keinerlei Anreiz, jemals wieder in ein heimliches Leben zurückzukehren, das nur eine Taxifahrt vom Gefängnis in Wormwood Scrubbs entfernt war. Faustina und die Weiterlesen
Einbrecher aus Leidenschaft – Das Schicksal der Faustina – Teil 1
E. W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Das Schicksal der Faustina
Teil 1
Mar—ga—rì,
e perzo a Salvatore!
Mar—ga—rì, Ma l’ommo è cacciatore!
Mar—ga—rì, Nun ce aje corpa tu!
Chello ch’ è fatto, è fatto, un ne parlammo cchieù!
Ein Straßenpiano ergoss seine metallische Musik durch unsere offenen Fenster, während eine blecherne Stimme die Worte hinzufügte, die ich mir seither besorgt habe und oben abdrucke, damit sie von denjenigen wiedererkannt werden, die ihr Italien besser kennen als ich. Sie werden mir nicht dafür danken, dass ich sie an eine Melodie erinnere, die vor Kurzem in jenem Land Weiterlesen
Einbrecher aus Leidenschaft – Ein Gaunerstück – Teil 2
E.W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Ein Gaunerstück
Teil 2
»Morgen Abend!«, rief ich aus. »Was, um alles in der Welt, hast du denn vor?«
»Den Bruch«, sagte Raffles. »Ich wollte dir eigentlich schreiben, sobald ich wieder in meinen Zimmern bin, um dich zu bitten, morgen Nachmittag bei mir vorbeizuschauen. Dann wollte ich dir meinen Schlachtplan darlegen und dich von dort aus direkt ins Gefecht führen. Es geht nichts darüber, die nervösen Spieler zuerst an den Schlag zu bringen; das lange Warten mit angelegten Beinschützern bringt sie nur um den Verstand. Das war ein weiterer Grund, warum ich mich so verdammt bedeckt gehalten habe. Du musst versuchen, mir zu verzeihen. Ich konnte nicht vergessen, wie großartig du beim letzten Ausflug mitgespielt hast, ganz ohne Zeit, vorher weichzuwerden. Ich will morgen Abend nur, dass du ebenso kühl und clever bist wie damals – obwohl, bei Gott, die beiden Fälle in keinem Verhältnis zueinander stehen!«
Einbrecher aus Leidenschaft – Ein Gaunerstück – Teil 1
E.W. Hornung
Einbrecher aus Leidenschaft
Ein Gaunerstück
Teil 1
Ganz London sprach damals von einem Mann, dessen Name heute nur noch ein Name ist und nichts weiter. Reuben Rosenthall hatte seine Millionen auf den Diamantenfeldern Südafrikas gemacht und war in die Heimat zurückgekehrt, um sie nach seiner Fasson zu genießen. Wie er dabei zu Werke ging, dürfte kaum einem Leser jener billigen Abendblätter entgangen sein, die sich in endlosen Anekdoten über seine einstige Mittellosigkeit und seine gegenwärtige Verschwendungssucht ergingen, abgewechselt mit pikanten Einzelheiten über das außergewöhnliche Anwesen, das sich der Millionär in St. John’s Wood eingerichtet hatte. Hier hielt er sich ein Gefolge von Kaffern, die buchstäblich seine Sklaven waren; und von hier aus pflegte er auszuziehen, kolossale Diamanten auf dem Hemde und am Finger, im Geleit eines Preisboxers von denkbar schlechtestem Ruf, welcher jedoch keineswegs das fragwürdigste Element in Rosenthalls Entourage darstellte. So jedenfalls raunte es der Klatsch; die Wahrheit dieser Gerüchte wurde jedoch durch das Einschreiten der Polizei bei mindestens einer Gelegenheit hinreichend untermauert, Weiterlesen
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