Deutsche Märchen und Sagen 104
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
138. Der Spielmann zu Sankt Gallen
Auf einer großen Versammlung der Schweizer Kantone in Baden sollten an einem gewissen Tag die Abgeordneten der dreizehn eidgenössischen Orte in dem Herrenhof prächtig bewirtet werden. N. Steuchler, ein Spielmann zu St. Gallen, kam an demselben Tag in Sankt Gallen auf die Brücke am Multertor. Da fand er nebst mehreren Bürgern auch den hochberühmten Theophrastus Paracelsus auf einer Bank sitzen und redete ihn folgendermaßen an: »Nun werden die Herren Gesandten sich zu Baden im Herrenhof lustig machen, denn ich habe gehört, sie halten Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Unkatahe
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol
Unkatahe
hah-co-pee war ein alter Häuptling, der aber, da er drei Frauen hatte, nie recht zur Ruhe kam. Die Älteste war runzlig, hager und hässlich, und es lag ihm so wenig an ihr wie an dem dürren Reis, das sie abbrach und ins Feuer warf. Sie zankte den ganzen Tag mit jedermann, der ihr in die Quere kam, denn dies war die einzige Weise, wie sie sich noch bemerklich machen konnte. Die Glanztage seiner zweiten Frau waren auch schon vorbei. Sie flocht zwar ihr Haar noch immer kunstgerecht und behing sich immer noch mit allerlei Schmucksachen wie ein junges Mädchen, aber der alte Gemahl wollte doch nichts mehr von ihr wissen, denn er hatte sein ganzes Herz seiner jüngsten Frau, die er mit wertvollen Geschenken ihren Eltern abgekauft hatte, zugewandt.
Oberhessisches Sagenbuch Teil 85
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Die stumpfe Kirche unter Burkhards
Eine halbe Stunde unterhalb Burkhards im Grunde, die Nidder entlang, stehen hart am Wasser die spärlichen Mauerreste einer uralten Kapelle, auf welche von Wingershausen aus ein Fußpfad über die Bach führt, der noch heute der Pfaffenweg heißt. Es ist nun schon lange her, da machten zwei Burkhardser Männer auf einer Wiese bei dieser stumpfen Kirche Heu. Es war um die Mittagszeit und der Schweiß lief ihnen unter dem Wenden vom Gesicht. Indessen sah der eine zwei alte Mönche mit grauen, langen Bärten und in ihrem klösterlich schwarzen Weiterlesen
Ein Ostseepirat Band 1 – Im Wrack
Carl Schmeling
Ein Ostseepirat
Historischer Roman
Erster Band
VIII.
Im Wrack
Es herrschte meistens bei verschiedenen handeltreibenden Völkern der Brauch, dass mit der Verwandlung des Schiffes in ein unbenutzbares Wrack, die Heuer der Mannschaft und natürlich auch deren Pflichten, also eigentlich der zwischen Reedern und Bemannung geschlossene Vertrag aufhörte.
Weiterlesen
Die drei Musketiere – Zwanzig Jahre danach – Kapitel XIV
Alexandre Dumas
Zwanzig Jahre danach
Erstes bis drittes Bändchen
Fortsetzung der drei Musketiere
Nach dem Französischen von August Zoller
Verlag der Frankh’schen Buchhandlung. Stuttgart. 1845.
XIV. Worin nachgewiesen ist, dass, wenn Porthos mit seinem Verhältnis unzufrieden war, Mousqueton sich mit dem seinen sehr zufrieden fühlte.
Gegen das Schloss zurückkehrend, während Porthos in seinen Baronträumen schwamm, dachte d’Artagnan an Weiterlesen

Neueste Kommentare