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Varney, der Vampir – Kapitel 48

Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest

Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.

Kapitel 48

Der Pfahl und die Leiche

Der Mob schien von Anfang an den Eindruck zu haben, dass vonseiten der militärischen Kräfte keine ernsthaften Konsequenzen zu erwarten seien. Es war nicht anzunehmen, dass die Soldaten, die in dieser Angelegenheit weder persönlichen Anstoß noch besondere Gefühle hegen konnten, sich einen schlechten Ruf einhandeln wollten, der ihnen für Jahre anhängen würde. Dies war kein politischer Aufruhr, bei dem unterschiedliche Meinungen zu erhitzten Gemütern führen könnten. Zwar hatten die zivilen Behörden um militärische Weiterlesen

Deutsche Märchen und Sagen 198

Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

273. Karl lässt einen Brunnen graben

Nach der Eroberung von Goulette hatte Karls Heer großen Wasserbedarf. Da ließ Karl einen Brunnen graben. Die Soldaten gruben tief und fanden ein schönes Kreuz. Sie berichteten dem Kaiser davon, der kam hinzu und nahm das Kreuz mit großer Ehrerbietung aus dem Loch. Kaum hatte er es von der Stelle genommen, an der es gelegen hatte, da sprang ein klarer Quell hervor, und das ganze Lager labte sich daran. Das Kreuz sandte er seiner Kaiserin mit der Weisung, es als einen allerköstlichsten Schatz zu bewahren.

274. Karls Handzeichen

Kaiser Karl konnte, wie bekannt, nicht schreiben. Wenn er etwas unterzeichnen sollte, dann tauchte er seine Hand in Tinte, spreizte die Finger weit aus und schlug damit auf das Papier, sodass das Zeichen seiner Hand darauf zurückblieb. Darum nennt man eine Weiterlesen

Eine Reise ins Jahr 2000 – Kapitel 5

William Wallace Cook
Eine Reise ins Jahr 2000

Kapitel 5

Die letzte Einwanderung

Für Lumley war der Flug zum Peristylum eine ganz bemerkenswerte Erfahrung. Die mächtigen Flügel des Meteor fächelten die Luft so geräuschlos wie die eines Vogels und trieben das Gefährt mit erstaunlicher Geschwindigkeit voran.

Der Muglug kümmerte sich um alle Betriebsbelange des Gefährts, sodass die Passagiere reichlich Gelegenheit hatten, zu plaudern und sich umzusehen.

Es war ein perfekter Tag. Die Sonnenstrahlen wurden durch eine milde Brise gedämpft und die Natur zeigte sich von ihrer besten Seite.
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Der Kurier und der Detektiv – Kapitel 20

Allan Pinkerton
Der Kurier und der Detektiv
Originaltitel: The Expressman and the Detective
Chicago: W. B. Keen, Cooke & Co., 113 and 115 State Street. 1875

Kapitel 20

Am folgenden Tag besuchte Mrs. Maroney Madame Imbert und gemeinsam schlenderten sie durch die Vergnügungsgärten. Sie erzählten einander von ihren Sorgen und suchten die Unterstützung und Freundschaft der anderen.

Die Geschichte von Madame Imbert wollen wir hier überspringen. Mrs. Maroney beklagte sich über die Schwierigkeiten ihres Ehemannes und wiederholte dabei größtenteils das, was sie am Tag zuvor gesagt hatte. Sie sprach von ihrem Ehemann als einem verfolgten Mann und sagte: »Warten Sie, bis sein Prozess vorbei ist und er rehabilitiert wird! Dann wird die Adams Express dafür bezahlen. Der Vizepräsident hat die Angelegenheit fast zu einer persönlichen gemacht, aber wenn Nat freigelassen wird, wird der Weiterlesen

Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 61

Herr von Kahlebutz in Kampehl verwest nicht

Vor mehreren Jahren hauste in Kampehl bei Wusterhausen an der Dosse ein Herr von Kahlebutz, von dem gesagt wird, dass er ein sehr jähzorniger Mann gewesen sei. Eines Tages wollte er nach Wusterhausen reiten. Am Bückwitzer See, wo der Weg über die Schwänze (so heißt der Abfluss des Sees in die Dosse) führt, traf er einen Schäfer. Mit diesem geriet er wegen des Weideplatzes in Streit. Als der Schäfer sein gutes Recht behauptete, erschlug ihn der Jähzornige. Obwohl es niemand gesehen hatte, fiel der Verdacht auf ihn. Er wurde vor Gericht in Neustadt an der Dosse vorgeladen, leugnete die Tat jedoch und schwor, dass er seine Hand niemals gegen den Schäfer erhoben habe. Sollte er einen falschen Eid schwören, dann wolle er, dass sein Leib Weiterlesen