Sammlung bergmännischer Sagen Teil 31
Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen
Atlantis Teil 43
Die weiten Gesellschaftsräume des Kasinos in Monte Carlo erstrahlten in blendender Lichtfülle. Der große Maskenball war glänzender Abschluss der Saison. Von allen Teilen der Riviera traf man sich zum letzten Mal in zwangloser Freiheit, bevor die Gesellschaft sich in alle Winde zerstreute.
In einer Loge saßen Christie, Uhlenkort und Tredrup. Mit blitzendem Auge verfolgte Christie das frohe Leben und Treiben unten im Saal.
»Du hattest recht, Klaus«, wandte sich Uhlenkort zu Tredrup. »Dein Vorschlag, an der Riviera Station zu machen, war gut. Christie bedarf mehr der Zerstreuung als der Ruhe. Ihre Erlebnisse in den letzten Wochen waren zu viel für ihr schwaches Frauenherz. Tante Harlessen wird morgen kommen, bei ihr bleiben, bis sie sich erholt, bis sie zurückkommen kann in das Vaterhaus nach Hamburg.«
Anne Boleyn Band 1 – Kapitel 6
Gräfin Luisa Mary von Robiano
Anne Boleyn
Historischer Roman, Constenoble, Jena 1867
Erster Band
6.
Katharina und Mary Boleyn
Katharina von Aragon war aus der Messe zurückgekehrt, welche sie mit Heinrich täglich dreimal anhörte. Nachdem sie sich ihres Mantels und Schleiers entledigt hatte, und die diensttuenden Damen in das Nebengemach getreten waren, wandte sie sich an ihre vertraute Ehrendame, Lady Willoughby.
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Fahrten und Abenteuer des Herrn Steckelbein 01
Fahrten und Abenteuer des Herrn Steckelbein
Eine wunderbare und ergötzliche Historie
Nach Zeichnungen von Rudolf Töpffer, in lustigen Reimen von Julius Kell
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1865
| Dideldumdei! Tretet ‘ran, Höret die Geschichte an – Wie’s Herrn Steckelbein erging, Weil gern Schmetterling’ er fing, Und die Schwester Ursula Diesen Spaß nicht gerne sah. |
Hört, wie er vor Urseln flieht Und die halbe Welt durchzieht, Wie ein großer Walfisch gar Ihn verschluckt mit Haut und Haar, Bis am Nordpol er erfriert Und sogar den Bratspieß ziert. |
Alles, was mit ihm gescheh’n, Könnt ihr hier im Bilde seh’n. Klingt die Mär auch wunderbar, Was gedruckt ist, das ist wahr. Dideldumdei! Tretet ‘ran, Jetzt geht die Geschichte an. |
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Der Spion – Kapitel 8
Balduin Möllhausen
Der Spion
Roman aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, Suttgart 1893
Kapitel 8
Das neue Heim
Wie Margaretha angekündigt hatte, so geschah es. Schon folgenden Tages wiederholte sie ihren Besuch im Schneckenhaus. Abermals erwartete Martin Findegern in Hemdsärmeln, blauer Schürze und hohem Hut sie vor der Tür seiner Werkstatt. Obwohl durch Hobel von dringender Arbeit abberufen, hätte man in seinem verkniffenen Gesicht doch vergeblich nach einem Anklang von Missmut über die Störung gesucht. Unbewusst war er dem Weiterlesen
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