Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 55
Conmarrowap, ein berüchtigter Häuptling der Py-Euts
Am Dreiundzwanzigsten kam Conmarrowap, ein gefeierter Häuptling, mit seiner Frau und zehn Kriegern ins Lager. Diese stadtbekannte Persönlichkeit ist von Geburt an ein Eutaw, verließ aber sein eigenes Volk und schloss sich als erwachsener Mann den Py-Eut an. Durch seine Tatkraft und Tapferkeit erlangte er ein solches Übergewicht über seinen Wahlstamm, dass er zu dessen oberstem Häuptling wurde. Er hat sich dort zum Objekt des Schreckens gemacht, indem er die grausame Sitte pflegte, seine Leute schon bei den geringfügigsten Vergehen hinzurichten. Er ist überall Gesprächsthema unter den Eutaw, von denen er universell verabscheut wird; alle sind sich einig, dass er den Tod verdient, doch findet sich niemand, der kühn genug wäre, ein Attentat auf ihn zu wagen.
Er ist der einzige Indianer im Land, der es jemals wagte, einen weißen Mann im eigenen Lager zu züchtigen; und hätten nicht die Gefährten des Jägers eingegriffen, wäre dessen Seele zu jener Zeit in die Ewigkeit entflohen. Denn der stolze Fallensteller konnte die Beleidigung durch den hochmütigen Häuptling nicht dulden – eine Kränkung, die selbst in der Brust des niedersten Indianers Rachegeist geweckt hätte. Er richtete sofort sein Gewehr auf das Herz seines Widersachers, der daraufhin vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben Regungen von Furcht verriet. Die Kameraden des zu Recht erzürnten Jägers stießen jedoch seine Waffe beiseite und Weiterlesen
Felsenherz der Trapper – Teil 02.3
Felsenherz, der Trapper
Selbst Erlebtes aus den Indianergebieten erzählt von Kapitän William Käbler
Erstveröffentlichung im Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1922
Überarbeiteter Text
Band 2
Das Geheimnis der Llano Estacado
3. Kapitel
Der Geisterbüffel der Llano Estacado
Zur selben Zeit, als Felsenherz in der Schlucht seinen Braunen tränkte und seinen eigenen Durst löschte, näherten sich von Osten her drei Reiter. Ihre Pferde strauchelten vor Erschöpfung. Hinter ihnen, auf kaum weniger mitgenommenen Mustangs, jagten etwa fünfzehn Mescalero als unerbittliche Verfolger heran.
Die drei Fliehenden waren Lord Robert Barnley und seine beiden Führer, die er vor vier Wochen in Fort Reno für teures Geld Weiterlesen
Der Märkische Eulenspiegel 29
Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe
Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin
Wie Clauert früher schon einen anderen an seiner Stelle gefangen setzte
Auf dieselbe Weise hatte es Clauert zuvor auch zu Trebbin getrieben. Als er nämlich einmal wegen einiger Verbrechen neben einem Weib, die Reiderin genannt, zu Trebbin in Fesseln gelegt worden war und beide nun im Rathaus gefangen waren, kam der Stadtdiener des Abends zu ihnen, brachte Holz und Kohlen und machte ihnen ein Feuer, damit sie sich wärmen könnten. Eine solche Wohltat gedachte Clauert zu vergelten; er gab Geld her und ließ den Stadtdiener sogleich Bier holen. Clauert stellte sich, als ob er selbst am Weiterlesen
Eine Reise ins Jahr 2000 – Kapitel 18
William Wallace Cook
Eine Reise ins Jahr 2000
Kapitel 18
Das Geheimnis der Truhe
Noch bevor die Sonne ganz aufgegangen war, suchte Tiburos seinen Freund Tibilus auf, um ihm seine Glückwünsche auszusprechen. Staatsgeschäfte hatten Tiburos bis zum späten Vorabend in Anspruch genommen, und diese frühe Morgenstunde war die erste Gelegenheit, die er für ein ruhiges Gespräch mit seinem Freund gefunden hatte.
»Sei gegrüßt, Freund Tibilus«, sagte Tiburos, als er das Zimmer betrat, in dem Tibilus ruhte, und herzlich seine Hand ergriff.
»Sei gegrüßt, Tiburos«, erwiderte lächelnd der neue Head Center. »Ich habe schon darauf gewartet, dass du kommst und mir sagst, was du von dem Kampf hältst.«
Auf den Spuren der Wegbereiter 09
George Bird Grinnell
Auf den Suren der Wegbereiter
Originaltitel: Trails of the Pathfinders. New York. Charles Scribner’s Sons. 1911
Kapitel 10
Lewis und Clark Teil 3
Sie hatten nun den Milk River und den Dry Fork passiert, und im Tagebuch heißt es: »Das Wild ist nun in gewaltigen Mengen vorhanden, besonders die Elche und Büffel; letztere sind so zahm, dass die Männer gezwungen sind, sie mit Stöcken und Steinen aus dem Weg zu treiben.« Bären gab es im Überfluss, und fast jeden Tag wurde einer erlegt.
Sie näherten sich den Bergen, und die Frühjahrsstürme, die hier bis Mitte Juli andauern, machten ihnen mit heftigen Regenfällen und schlechter Sicht zu schaffen. Am 10. erreichten sie die Mündung des Musselshell River. Sie drangen weiter vor und fanden sich nach kurzer Zeit in den Badlands des oberen Missouri wieder. Nun waren sie gezwungen zu treideln: Eine Anzahl von Männern ging mit einer Weiterlesen
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