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Al Capone – Band 39

Al Capone
Band 39
Ahrens flieht vor den Gangstern

1. Kapitel
Hymie Weiß wird gebrandmarkt

Der Pole Hymie Weiß starrte mit angstvollen Augen auf Capone; dieser bedrohte ihn jedoch gar nicht mehr mit dem Revolver, den er vorher auf ihn gerichtet hatte.

Nein, Scarface hatte die Waffe auf einen neben ihm stehenden Tisch gelegt, schlug die Arme übereinander und sagte:

»Dein Leben hängt in diesem Augenblick ab von dem Evelines und dem ihres Vaters. Wenn diese beiden tot sind oder wenn ihnen auch nur der geringste Schaden zugefügt worden ist, dann bereite dich darauf vor, mir dein elendes Fell auszuliefern, Hymie Weiß!«

Der entsetzte Pole versuchte, obgleich er immer noch nicht wiederhergestellt war und sich schlecht bewegen konnte, in einem Augenblick, in dem er glaubte, dass Capone nicht aufpasste, sich aufzurichten, in der unsinnigen Absicht, zu entfliehen.

Aber Kline, der immer noch seine Selbstladepistole in der Hand hatte, hielt ihn mit einer Bewegung zurück, die so viel bedeutete wie: »Wenn du aufstehst, dann schieße ich!«

Von diesem Augenblick an blieb Little Hymie Weiß zitternd in seinem Sessel sitzen, während ihm vor Furcht das Herz gegen die Rippen schlug.

Über dem Raum breitete sich nun Schweigen aus; niemand sprach ein Wort. Plötzlich wurde die Stille jäh durch ein dumpfes, donnerndes Geräusch unterbrochen, das sich anhörte wie ein in der Nähe abgefeuerter Kanonenschuss. Infolge dieser Explosion fingen die Wände des Roten Hauses zu zittern an, während das ganze Haus in seinen Grundfesten schwankte.

Da packte Scarface wieder seinen Revolver, den er vorhin auf den Tisch gelegt hatte, und an den erschreckten Hymie Weiß herantretend, fragte er ihn, während er ihm gleichzeitig die Waffe an die Schläfe hielt: »Willst du mir erklären, was dieses Donnern, das wir eben gehört haben, zu bedeuten hat?«

»Ich schwöre dir, Scarface, ich …« stammelte er, ohne seinen Satz zu Ende zu bringen. »Wenn Weller tot ist, dann mach dich auf dein Ende gefasst, Hymie …« sagte Capone in drohendem Ton.

Zu diesem Augenblick sah der Pole die Tür des Zimmers aufgehen und Weller und Eveline über die Schwelle kommen, die beide den bewusstlosen Bankier hereintrugen, der kein Lebenszeichen von sich gab.

»Um Gottes willen, schieß nicht, Scarface!«, schrie ihn der Pole an, angstvoll auf die Knie fallend.

»Mister Ahrens ist nicht tot, er ist nur bewusstlos«, erklärte Ed Weller, zu Capone sprechend.

Dieser trat einen Schritt vor, ohne deswegen jedoch den Polen außer acht zu lassen; alle schwiegen, man hörte nur das Zähneklappern des Polen, der seine Angst nicht mehr bezwingen konnte.

»Um Gottes willen, Scarface, schone mein Leben!«

»Du verlangst, dass ich dein Leben schone, der du so wenig Respekt vor dem Leben anderer hast, der du dein Gewissen beladen hast mit so vielen Morden?«, antwortete ihm dieser finster.

»Sprich, Weller!«, forderte Capone den Deutschen auf. »In welchem Zustand hast du Eveline und ihren Vater in dem Raum gefunden, der ihnen als Gefängnis diente? Sind sie gequält worden? Sollten sie sterben? Wir haben so etwas wie eine Explosion gehört, hat das etwas mit euch zu tun gehabt, weißt du, was das zu bedeuten hat?«

Nun gab Ed in kurzen Worten, aus denen die Entrüstung klang, Capone einen genauen Bericht der Lage, in der er den Bankier und seine Tochter gefunden hatte, und schilderte, was in dem Panzergewölbe geschehen war.


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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