Sagen der mittleren Werra 99
Vom spukenden Mönch auf dem Wackenhof
Drei Viertelstunden hinter Möhra in Richtung Eisenach stand das ehemalige Lazaritenkloster Wachenhausen mit einer dem heiligen Bonifatius geweihten Kapelle.
Eine der drei Wohnungen, aus denen der Wackenhof besteht, hat noch ein steinernes Untergeschoss. Dieses soll ebenso wie der unter dem Haus befindliche Keller, der sogenannte Mönchskeller, aus jener alten Zeit stammen. In diesem Keller hält sich eine spukende Mönchsgestalt auf, die bis heute nicht selig werden konnte. Wenn es dem Mönch dort zu kalt wird, steigt er die Treppe in die Küche hinauf, setzt sich an den Herd und wärmt sich. Da er niemandem etwas in den Weg legt, machen es die Leute, die an seine Erscheinung gewöhnt sind, mit ihm gerade so. Wenn die Knechte und Mägde jedoch ihre nicht zum Haus gehörenden Liebsten heimlich einschmuggeln und bei sich schlafen lassen, kommt der Mönch zornig zu ihnen ans Bett, packt die Eindringlinge, schleppt sie in den Stall und wirft sie vor das Vieh in die Raufen. Gewiss kommen sie dann kein zweites Mal wieder.
Auch soll der Mönch es nicht dulden, dass die Mägde vor dem Anrichten zu viel von den Speisen naschen. Als eine von ihnen den Weiterlesen
Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 45
Am 1. Dezember setzten wir unsere Reise fort und fanden uns nach einem zwölf Meilen langen Marsch am Ufer eines großen, klaren Flusses wieder, der mit vereinzelten Kiefern gesäumt war und Flathead River hieß.
Am 2. Dezember gelang es uns nach erheblichen Schwierigkeiten, den Fluss zu durchwaten, obwohl er selbst bei niedrigstem Wasserstand noch tief und reißend war. Wir verließen den Fluss, durchquerten eine große Prärie und machten schließlich nach etwa fünfzehn Meilen Marsch an der Einfahrt zu einem Gebirgspass Halt.
Am nächsten Tag setzten wir unseren mühsamen Weg über einen niedrigen, mit Kiefern bewachsenen Berg fort. Von dessen Gipfel stiegen wir in das große Flusstal Horse Plains hinab, das vom Flathead River bewässert wird. Hier fließt der Flathead River mit dem Bitterroot River zusammen. Am Ufer des ersteren trafen wir eine Gruppe junger Mischlinge, die von ihrer Herbstjagd zurückgekehrt waren und ihre Pelze zur Auslieferung an Herrn Ermatinger mitbrachten. Diese Männer werden auf dieser Westseite der Berge von den Händlern mit Waren versorgt, die viel billiger sind als die, die sich die Amerikaner auf unserer Seite leisten können. Daher sind sie besser gekleidet, obwohl sie mangels Büffel nicht so gut leben wie unsere Jäger. Hier hatte sich auch ein ganzes Indianerdorf angesammelt, dessen Bewohner niemals auf Büffeljagd gehen. In den meisten Fällen besitzen sie nicht einmal Pferde, um dies zu tun Weiterlesen
Der tolle Koffer – 2. Teil
Eine fortlaufende Musterkollektion der besten Witze, Schnurren und Anekdoten von Reisenden und Kaufleuten
Offeriert von Felix Schloemp
München und Leipzig bei Georg Müller, 1910
SIGNALE DER ABFAHRT
Ängstliche Frage
Zehn Uhr Vormittag. Der Zug nach Nürnberg geht um zehn Uhr eins.
Frau Schneider, die sich verspätet hat, stürzt an die Kasse.
»Herr Kassier, haben Sie noch ein Billett zweiter Klasse nach Ingolstadt?«
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 14
Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig
Wie Virgilius in Rom eine eherne Schlange erschuf
Daraufhin erschuf Virgilius durch seine Zauberkunst in Rom eine Schlange aus Erz. Wer ihr die Hand in den Rachen legte, musste schwören, dass seine Sache gerecht und wahr sei. War die Sache falsch und lügenhaft, konnte man die Hand nicht wieder herausziehen. Im gegenteiligen Fall zog man sie ohne Mühe und Schaden heraus. Nun geschah es, dass ein Ritter aus der Lombardei seine Frau in Verdacht hatte, mit einem seiner Mannen zu fremdgehen, den sie sehr wertschätzte. Die Dame verteidigte sich jedoch sehr klug und edel und willigte ein, mit ihm nach Rom zu der Schlange zu ziehen und dort einen Eid zu schwören, dass sie unschuldig sei.
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Der Detektiv – Band 30 – Der Stern von Siam – Kapitel 1
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 30
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Der Stern von Siam
1. Kapitel
Borderlebnisse
Die Sirene des STERN VON SIAM heulte ihren Abschiedsgruß über die Gärten, Häuser und zahllosen Tempel von Bangkok hin. Schwerfällig setzte sich dann der alte klapperige Raddampfer in Bewegung; der den prahlerischen Namen STERN VON SIAM wahrlich nicht verdiente.
Wir standen neben dem Eigentümer und Kapitän dieses altehrwürdigen Transportmittels, dem rotnasigen Engländer Tompson, auf Weiterlesen

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