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Vergessene Werke

Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 5

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig

Wie ein anderer Zauberer dem Kaiser zu Hilfe kam, aber doch nichts über den Virgilius vermochte

Als der Kaiser und sein Heer sich in so schlechter Lage vor des Virgilius Schloss befanden, kam ein Mann, der sehr erfahren in der schwarzen Kunst sein wollte und sagte, dass er imstande sei, den Virgilius und dessen Leute sämtlich in tiefen Schlaf zu versenken. Dies führte er auch aus, doch so, dass Virgilius selbst nur mit Mühe den Schlaf von sich abwehrte. Darüber wurde derselbe sehr traurig und wusste nicht, was zu beginnen, denn des Kaisers Kriegs­knechte waren dadurch befreit worden und begannen sein Schloss zu bestürmen. Virgilius schlug nun sein geheimstes und schwierigstes Zauberbuch auf und er holte sich in dem­selben Rates; da fand er denn ein Mittel, durch welches er die seinen vom Schlaf erlöste und den Kaiser von Neuem zum Stillstehen zwang, sodass weder dieser, noch seine Kriegsknechte, noch der Zauberer selbst sich rühren oder bewegen konnten, als ob sie tot seien. Die, so sich auf den Weiterlesen

Der Märkische Eulenspiegel 13

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert drei Schreiber auf die Schweinejagd führte

Eustachius von Schlieben, Hauptmann auf Trebbin und Zossen, hatte Clauert stets bei sich, besonders wenn er zu Trebbin war; denn dieser vertrieb ihm immer mit kurzweiligen Possen die Zeit. Weil nun für Clauert niemand zu klug war, dass er ihm nicht hätte als Narr dienen müssen, so legte ihm Eustachius von Schlieben alle möglichen Possen vor, die er ausführen musste.

So sagte er auch unter anderem einmal zu Clauert: »Lieber Hans, kannst du auch meine Schreiber verwirren?«
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Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel IX, Teil 3

Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.

Kapitel IX, Teil 3

Einige Minuten später ließen sich die infernalischen Reisenden in den Umgebungen von Al-Quitschi-Ouatschi nieder und begaben sich in diese Stadt. Bevor sie jedoch dieselbe betraten, teilte Asmodi seinem Schützling noch einiges über die Regierung, Verwal­tung und Verfassung dieses sonderbaren Staates mit.

»Soweit Sonne und Mond die ewig rollende Erde bescheinen«, sprach er, »ist noch nie ein kurioseres Machwerk, dafür bestimmt, Staaten zu regieren, als wie die Konstitution von Al-Quitschi-Ouatschi an das Tageslicht gekommen. Unter jahrelangen Wehen und Bauch­grummeln kam diese tolle Missgeburt eines klassischen Unsinns, die­ses Monstrum der Untauglichkeit und Nichtswürdigkeit endlich durch den Kaiserschnitt eines verschmitzten Advokaten, wobei ein Priester Hebammen- und ein weiser Ratsmann Weiterlesen

Der lustige Kirmesbruder – Teil 1

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Der lustige Kirmesbruder
welcher durch listige Ränke auf den Kirmessen die Bauern und andere Personen unterhalten und vergnügt gemacht hat

Vorläufige Nachricht von dem Herkommen und der Lebensart des lustigen Kirmesbruders

Mein eigentlicher Name war Hans Schneemann; der Beiname der lustige Kirmesbruder wurde mir deswegen gegeben, weil ich mich vornehmlich bei den Kirchmessen durch lustige Streiche bekanntgemacht hatte.

Meine Eltern habe ich nicht gekannt und auch niemals etwas von ihnen erfahren können. Ich bin nur damit zufrieden gewesen, dass sie mich zur Welt gebracht haben. Vermutlich ist mein Vater in dem heißen Frühling um sein Leben gekommen und meine Mutter mag sich nach seinem Absterben zu Tode gehärmt haben.

Was meine Kindheit anbelangt, so habe ich dieselbe zugebracht, ohne etwas zu lernen; denn ich sah nicht ein, warum ich mir den Kopf zerbrechen und das Leben sauer machen sollte.

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Der Märkische Eulenspiegel 12

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert ein Schwein schlachten lassen wollte und noch keins hatte

In der Mark Brandenburg ist es gebräuchlich, dass jeder­mann zu Fastnacht gern ein Schwein schlachtet und gute Kuchen backt. Diese Gewohnheit wollte Clauert auch festhalten, damit er nicht für den Geringsten angesehen würde. Er schickte deshalb zu seinem Nachbarn, Peter Walter, er solle am folgenden Tag zu ihm kommen und ihm ein Schwein schlachten. Dieser glaubte, dass es sich wirklich so verhalte. Er nahm daher des anderen Mor­gens sein Werkzeug und ging hin zu Clauert.

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