Marshal Crown – Von komischen Vögeln, alten Krähen und diebischen Elstern
Marshal Crown
Von komischen Vögeln, alten Krähen und diebischen Elstern
Eine Weihnachtsgeschichte
»Habe ich dich endlich erwischt, du undankbarer Bengel!«
Bevor Jorge Cuatero wusste, wie ihm geschah, rauschte die Frau von hinten heran. Mit ihrem wallenden, schwarzen Kattunkleid, den ausgebreiteten Spinnenarmen und dem dunklen, streng nach hinten gekämmten Haar, wirkte sie wie ein aufgebrachter Rabenvogel. Ein Eindruck, der durch ihre spitz hervorstehende Nase, die aussah wie ein gekrümmter Vogelschnabel, noch verstärkt wurde.
Blitzartig schossen ihre Hände vor und packten den Ladengehilfen am Kragen.
Trotz ihrer hoch aufgeschossenen, knochigen Gestalt entwickelte sie dabei eine Kraft, gegen die sich der junge Cuatero kaum Weiterlesen
Marshal Crown – Band 7
Everett Page hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Nachdem er durch die Schwingtüren des Silverstar-Saloons hindurch ins Freie getorkelt war, musste er sich einen Moment an einem der Vorbaupfosten festhalten, um nicht auf die Straße zu fallen. Page war nicht volltrunken, aber dennoch weitaus mehr alkoholisiert, als es sich für den Hauptkassierer der Texas-National-Bank ziemte. Schnaufend blickte er sich um. Der Glanz der Sonne war verblasst und die Schatten wurden immer länger. Dämmerung senkte sich wie ein dünner Schleier auf das Land. Aus allen Richtungen kamen Reiter von außerhalb in die Stadt. Frachtwagen und Zweispänner rumpelten durch den Staub der Straße und auf den Gehsteigen schoben und drängten sich immer mehr Menschen. Mit dem Einbruch der Dunkelheit erwachte in Rath City auch an diesem Wochenende wieder jenes wilde, zügellose Leben, das einer Rinderstadt am Samstagabend so eigen war. Auch hinter Page ging es bereits hoch her. Gläser klirrten, Männer grölten und ein verstimmtes Klavier begleitete den schrillen Singsang der Bar- Weiterlesen
Marshal Crown – Band 6
Marshal Crown – Der Colt ist das Gesetz
Als die Siedler damit begannen, ihre Felder mit Stacheldraht zu begrenzen, konnte nur noch einer den drohenden Zaunschneidekrieg mit den Rinderzüchtern verhindern: Town Marshal Jim Crown. Aber dann gab es den ersten Toten …
Als die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hatte, verließ der einspännige Farmwagen den Karrenweg, der entlang am Red River schlangengleich durch das Land führte.
Der Kutscher war ein junger, drahtig wirkender Mann mit einem schmalen Gesicht und langen, weizenblonden Haaren, die ihm unter dem Hut hervor bis auf den Hemdkragen fielen. Er trug die typische Kleidung eines Farmers: kariertes Wollhemd, eine zerschlissene Drillichhose aus Leinen und an den Füßen ein Paar ausgetretene Schnürstiefel.
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Marshal Crown – Band 5
Marshal Crown – Band 5
Comanchen sterben einsam
Das Tipi des Schamanen lag am nördlichen Rand des Dorfes auf einer Anhöhe, von der aus man das bleigraue Band des Canadian Rivers sehen konnte.
Es war klein und alt, hergestellt aus Büffelhäuten, die schon vor vielen Sommern erbeutet worden waren. Neben dem Zelt steckte ein Holzgerüst im Schnee, von dem Skalpe, Tierschädel, Adlerfedern und Perlenketten aus buntem Glas hingen.
Im Inneren brannte ein Feuer in einer von faustgroßen Steinen umgebenen Mulde.
Der schwache Lichtschein der emporzüngelnden Flammen spiegelte sich in den großen dunklen Augen der vier Comanchen wider, die bereits seit dem Morgengrauen stoisch neben einem hageren, fast skelettdürren Mann verharrten, der vor ihnen in Decken gehüllt auf dem Boden lag.
In dem Zelt herrschte eine unwirkliche Stille.
Nur das Knacken und Knistern der brennenden Zweige war zu hören und der rasselnde Atem der ausgemergelten Weiterlesen
Marshal Crown – Band 4
Marshal Crown – Band 4
Killerfährte
Es war ein eiskalter Tag.
Schnee lag auf den braunen Hügeln am Canadian-River und ein brettharter Nordwester strich von den Bergen herab über das Land. Obwohl es bereits auf die Mittagsstunde zuging, war es der Sonne immer noch nicht gelungen, die dichte Wolkendecke zu durchdringen, die seit dem Morgengrauen über dem Land hing. Der Himmel hatte eine bleigraue Farbe angenommen und es hatte den Anschein, als sollte es überhaupt nicht mehr richtig hell werden.
Die vier Männer, die um die Mittagszeit von Südosten kamen, ritten abseits der eigentlichen Wagenstraße. Die Reiter saßen leicht vorgebeugt im Sattel ihrer Pferde und hatten die Kragen ihrer Mäntel hochgeschlagen. Die Weiterlesen

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