Das Astoria-Abenteuer – Teil 6
Max Felde
Das Astoria-Abenteuer
Nach den zeitgenössischen Aufzeichnungen von Washington Irving erzählt
Illustriert von L. Berwald
Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig. Stuttgart, Berlin, Leipzig. 1912
An Bord der TONQUIN – Kriegsschiffsdisziplin und Zerwürfnisse
Es mag nun an der Zeit sein, den geneigten Leser auch mit dem Verlauf der Seeexpedition bekannt zu machen, die Johann Jakob Astor ausrüstete und in den Stillen Ozean entsandte.
Sie hatte in der Tat, wie Mr. Hunt es sich wohl gewünscht hätte, fast ausnahmslos gutes Wetter und eine recht glückliche, reibungslose Fahrt. Unter einem weniger guten Stern standen jedoch die Verhältnisse an Bord des Schiffes.
Die Expedition war zur selben Zeit wie Mr. Hunt aufgebrochen, nämlich Anfang September 1810 in New York.
Während Letzterer zunächst in den Gebieten der Nordischen Pelzhandelskompanie sowie später in Saint Louis bei der Anwerbung von Hilfskräften auf viele unvorhergesehene Schwierigkeiten stieß und nach all dem Zeitverlust gezwungen war, verhältnismäßig früh ein Winterlager zu beziehen, steuerte das Schiff – wie erwähnt – unter den günstigsten äußeren Bedingungen seinem Ziel entgegen.
Es trug den Namen TONQUIN und war in jeder Hinsicht aufs Beste ausgerüstet. Das Kommando über dieses Fahrzeug hatte Johann Jakob Astor dem US-Marineleutnant Jonathan Thorn übertragen, der zu diesem Zweck von seinem Kommando einen unbestimmten Urlaub erhielt – einem Mann voll Mut und Entschlossenheit, der sich schon mehrfach vor dem Feind ausgezeichnet hatte. Unter seinem Befehl standen ein Schiffsmeister, dessen Gehilfe, der Obersteuermann, siebzehn Matrosen und einige Jungen. Das Deck und die Seitenluken des Schiffes waren mit zehn kriegstüchtigen Kanonen ausgerüstet.
Wenige Tage vor der Abfahrt fanden sich auch die Teilhaber der Expedition – die Herren Mac Dougal, Mac Kay, David Stuart und dessen Neffe Robert Stuart – auf dem Schiff ein. Ersterer sollte, solange der Hauptleiter der Expedition, Mr. Wilson Hunt, abwesend war, diesen und somit auch Johann Jakob Astor in der zu gründenden Station an der Mündung des Columbia vertreten. Im Gefolge der erwähnten Teilhaber befanden sich zwölf Kommis und dreizehn kanadische Reisende, die sich alle zunächst für fünf Jahre für die Expedition verpflichtet hatten.
Statt dass die Herren, die Seeleute und die Landratten nun aber versucht hätten, in gewisser Kameradschaftlichkeit zusammenzufinden, schienen insbesondere dem Kapitän – einem durch und durch militärisch geschulten Mann – seine Passagiere, wie er sie nannte, ganz und gar nicht zu gefallen. Die Folge dieser unverhohlen zur Schau getragenen Abneigung war, dass zwischen ihm und den Landratten von der ersten Stunde an eine Missstimmung entstand, die den gemeinsamen Aufgaben wenig förderlich war.
Kapitän Jonathan Thorn war zudem ein sehr willensstarker und energischer Mann, dem das Ziel der Expedition auf seine Art klar vor Augen stand. In seinem einmal erweckten Pflichtbewusstsein vermochte ihn nichts mehr beirren. So nahm er sich vor, von vornherein für die gesamte lange Reise jedem möglichen Übergriff vorzubeugen und vom ersten Tag an eine strikte Ordnung zu schaffen.
Als das Schiff am 10. September den Hafen von New York verlassen hatte und, auf der schwachen Dünung ein wenig zur Seite geneigt, wie ein riesiger Schwan stolz dahinzog, ging er sogleich an die Umsetzung dieses Vorhabens: Er ließ den Schiffsmeister, dessen Gehilfen und den Obersteuermann zu sich in die Kapitänskajüte rufen.
»Meine Herren!«, redete er sie an. »Es will mich bedünken, dass es gut sein wird, wenn wir uns angesichts der großen Reise, die uns bevorsteht, über die Handhabung des Dienstes ein für alle Mal klar werden. Sie wissen, dass ich dieses Schiff, die TONQUIN, im Auftrag des New Yorker Handelsherrn Johann Jakob Astor zunächst an die Mündung des Columbia zu führen habe, wo wir die Passagiere, die sich an Bord befinden, an Land setzen werden. Es ist Ihnen ebenfalls bekannt, dass jene Herren dort eine Handelsstation errichten sollen, während die Reise dieses Schiffes noch lange nicht zu Ende ist.
Sie werden es nun bei der keineswegs leichten Aufgabe, die mir zuteilwurde, sowie bei einem Mann, der den ordnungsgemäßen und pünktlichen Dienst in der Kriegsmarine gewohnt ist, unschwer begreifen, wenn ich bei aller Güte und Milde, die ich im Allgemeinen walten zu lassen gedenke, keineswegs willens bin, Unordnung an Bord zu dulden. Um das zu erreichen, halte ich es für das Beste – soweit es auf einem Handelsschiff angebracht und durchführbar ist –, auch hier an Bord auf Kriegsschiffsdisziplin zu achten. Denn ich bin überzeugt, dass es nur unter dieser Voraussetzung möglich sein wird, unseren Hauptzweck zu erreichen: nämlich die lange und schwierige Reise erfolgreich durchzuführen. Dass Sie mir, meine Herren, keinen Anlass zur Unzufriedenheit geben, sondern mich im Gegenteil bestens unterstützen werden, nehme ich von vornherein an.«
»Dessen können Sie versichert sein, Herr Kapitän«, nahm George Howells, der Schiffsmeister, das Wort. »Ich vermute, dass Sie nur hinsichtlich unserer Landratten das eine oder andere Bedenken hegen.«
»Damit haben Sie völlig recht, mein lieber Howells«, erwiderte der Kapitän. »Ich bin überzeugt, dass Sie den Dienst, soweit es sich um den seemännischen Geist und die Aufrechterhaltung der Disziplin unter der Ihnen unterstehenden Mannschaft handelt, stets in der von mir erwünschten Weise auffassen und tadellos versehen werden. Aber bei unserer großen Fahrt tritt noch etwas anderes hinzu: nämlich, wie Sie selbst sehr richtig sagten, die Landrattenfrage. In dieser Beziehung möchte ich Sie bitten, den Standpunkt, den ich einzunehmen gedenke, heute schon zur Kenntnis zu nehmen. Und zwar deshalb, weil ich glaube, es wird sich dann leichter vermeiden lassen, dass eines Tages Unstimmigkeiten zutage treten.«
»Gewiss, Herr Kapitän, es wird gut sein, wenn Sie uns jetzt schon Ihre Meinung sagen und Ihre Weisungen wissen lassen. Wir werden dann von vornherein in der Lage sein, den Dienst in der von Ihnen gewünschten Weise zu regeln.«
»Das ist sehr verständig gesprochen, mein lieber Howells. Also hören Sie! Es ist selbstverständlich, dass ich mich bei allen Fragen und Eventualitäten, die an uns herantreten, stets von strengster Rechtlichkeit und Gewissenhaftigkeit leiten lassen werde. Doch bin ich zugleich auch willens, all das fest und unverrückt im Auge zu behalten, was als der eigentliche Zweck des Unternehmens zu betrachten ist. Das heißt: Dinge, die damit unvereinbar scheinen, werde ich keineswegs dulden.«
»Ich glaube Sie zu verstehen, Herr Kapitän«, versetzte der Schiffsmeister. »Sie haben von Ihrem Auftraggeber ohne jeden Zweifel bestimmte Instruktionen erhalten. Ihre Gewissenhaftigkeit gebietet es Ihnen als Ehrenmann, dasjenige, wozu Sie sich verpflichtet haben, auch getreu einzuhalten.«
»So ist es. Ich danke Ihnen, Sie machen mir die Sache leicht – so kann ich auch gleich zum Kernpunkt übergehen. Wenn ich dabei nicht jene Zurückhaltung an den Tag lege, die Sie vielleicht erwarten, so halten Sie das einerseits meinem geradlinigen Wesen zugute. Zum anderen besprechen wir hier schließlich eine Dienstsache, die überhaupt keine Rücksichtnahme erfordert. Ich will Ihnen daher auch direkt sagen, dass ich unsere Landratten nur in sehr eingeschränktem Maße für Gentlemen halte. Oder frage ich Sie: Haben Sie nicht schon in den wenigen Tagen, seit diese Leute an Bord sind, einen Eindruck von ihnen gewonnen, der sich von dem meinen kaum unterscheidet?«
»So viel scheint mir festzustehen«, erwiderte der Schiffsmeister, »dass den Herren allen ein recht ordentliches Maß an Abenteuerlust anhaftet, die – das gebe ich zu – nicht jedermann gefallen mag.« Dabei nickten die beiden anderen Seeleute, der Schiffsmeistergehilfe und der Obersteuermann, zustimmend mit den Köpfen.
»Sie haben sogleich das rechte Wort gefunden, lieber Howells. Diese Leute mögen in ihrer Art ganz gute und brauchbare Menschen sein; aber wenn man sie bei ihrem Tun und Lassen etwas genauer beobachtet, kann man sich des Gedankens nicht erwehren, dass es doch recht gewöhnliche Abenteurer und Glücksritter sind. Ich erinnere Sie nur daran, in welch höchst eigentümlicher Aufmachung jene Kanadier in New York eintrafen und an Bord kamen: im bloßen, buntgestreiften Baumwollhemd, in Lederhosen und Mokassins aus Hirschfell! Oder wie sie gleich am ersten Tag auf dem Hinterdeck zusammenhockten und ohne jede Rücksicht auf andere Menschen ihre Lieder zu brüllen begannen. Ich muss fragen: War das wirklich nur reine, harmlose Fröhlichkeit? Nein, ich für meine Person – obendrein als Schiffsführer – danke herzlich für solche Lustbarkeiten. Und mit diesen Kanadiern, die in ihrem Dienst als Bootleute und Waldläufer vielleicht ganz tüchtig, aber durchaus ungebildete Menschen ohne jegliche Manieren sind, pflegen dieselben Herren, die über kurz oder lang die handelnden Vertreter unseres Auftraggebers sein sollen, die innigste Gemeinschaft. Besonders jener Mr. Stuart der Ältere scheint sich mit jenen Leuten außerordentlich gut zu verstehen.«
»So ist es, Kapitän. Dieser Herr fühlt sich mit jenen Kanadiern offenbar in ganz besonderer Vertraulichkeit verbunden. Sooft sich nämlich die Bootleute mit ihren wollenen Decken irgendwo auf dem Verdeck zusammenfinden, um eine Versammlung ganz im Lagerstil abzuhalten, wird sicherlich auch Mr. David Stuart nicht fehlen. Wenn dann auf indianische Weise die Pfeife in ihrem Kreis umhergeht und sie dazu ihre kanadischen Schifferlieder singen oder sich gegenseitig ihre Abenteuer erzählen – die selbst Sindbad den Seefahrer tief in den Schatten stellen –, kann er sogar einer der Lautesten sein. Jedenfalls hat es den Anschein, als ob ihm solche Zusammenkünfte das allergrößte Vergnügen bereiten.«
»Ich weiß das, ich konnte es in den wenigen Tagen schon zur Genüge beobachten. Ich habe gehört, dass dieser David Stuart wiederholt – ich glaube in Kanada und an der Küste von Labrador – größere Reisen in Gesellschaft dieser kanadischen Schiffsleute unternommen hat. Möglich, dass seine Vorliebe für sie daher stammt. Jedenfalls steht fest, dass sich jene Vertraulichkeit mit den Begriffen von Rang und Subordination nie und nimmer in Einklang bringen lässt. Im Gegenteil: Ich nehme an, dass die Bedeutung des guten alten Sprichworts ‚Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist‘ hier viel eher zu passen scheint.«
Der Schiffsmeister nickte mit dem Kopf und sagte: »Damit werden Sie, Herr Kapitän, kaum zu viel gesagt haben. Im Übrigen ist die Sache im Interesse des Dienstes nicht allzu sehr zu beklagen. Im Gegenteil, sie kann uns unser Vorhaben eigentlich nur erleichtern, denn wir werden nicht gezwungen sein, allzu viele Unterschiede – das heißt überhaupt nicht viel Federlesens – zu machen.«
»Ich finde Ihre Ansicht sehr verständig, ja, Sie haben sogar den Nagel auf den Kopf getroffen. Wir werden also nicht allzu viele Umstände zu machen haben und gleich von Anfang an mit vernünftiger Strenge auf die Einhaltung der Schiffsdisziplin einschließlich der Dienstordnung achten. Dazu zählt vor allen Dingen, dass das Pfeifen allerorten und zu jeder Zeit untersagt ist. Ferner ist das Singen, von dem die Leute anscheinend ebenfalls nicht lassen können, nur in den Ruhepausen und während der Abendstunden gestattet – und auch dann nur in gemäßigter Weise, sodass der Schiffsdienst niemals darunter leidet. Sobald eine Schiffspfeife ertönt oder durch ein Kommando ein Schiffsmanöver eingeleitet wird, hat ‚Ruhe im Schiff‘ zu sein. Ich muss Sie bitten, den Landratten von Stund an bei jeder Gelegenheit eindringlich verständlich zu machen, was die Kommandos Ruhe im Schiff und Klar Deck bedeuten und welche Unannehmlichkeiten es bringen kann, wenn nicht jeder Schiffsinsasse unbedingt Folge leistet. Fordern Sie also gegebenenfalls in angemessener Form stets unbedingten Gehorsam, denn nur so werden wir Zweck und Ziel erreichen. Achten Sie auch stets und überall auf Reinlichkeit! Ich glaube, dass diese Forderung besonders den kanadischen Reisenden gegenüber keineswegs überflüssig ist. Ich habe erst heute wieder einen Mann zurechtweisen müssen, der sich unterstanden hat, aufs Deck zu spucken. Im Übrigen brauche ich Ihnen nicht zu sagen, was in dieser Beziehung sonst noch unstatthaft ist. Tun Sie also bitte das Ihre, meine Herren, wie ich im Interesse des Dienstes das Meine tun werde.«
Diese Weisungen des Kapitäns hatten schon in den nächsten Stunden Folgen, die bei beiden Parteien die verschiedensten Empfindungen und Wirkungen auslösten. Der Schiffsmeister, sein Gehilfe und der Obersteuermann hatten, als sie vom Kapitän entlassen wurden, natürlich nichts Eiligeres zu tun, als ihre Untergebenen zu beauftragen, sorgfältig auf die Einhaltung der Dienst- und Schiffsordnung zu achten. Sie sollten etwaige Sünder in zweckdienlicher Weise auf ihre Vergehen aufmerksam machen, gröbere Vorfälle jedoch sogleich melden.
Alsbald hieß es denn auch da und dort an Bord in nicht allzu höflicher Weise: »Herunter von den Hängematten!«, wenn eine Landratte etwa geglaubt hatte, dass die Schlafnetze tagsüber nicht bloß zur Lüftung auf den Lafetten und Geschützrohren lagen, sondern zugleich eine bequeme Sitz- und Liegegelegenheit abgaben. Oder wehe jenem Mann, dem es einfiel, seine Tabakspfeife auf Deck auszuklopfen, sodass trotz des wehenden Windes einige Aschenstäubchen auf den Dielen oder der Reling haften blieben! »Glauben Sie denn, dass wir eine ganze Tonne Wascheimer an Bord führen«, hieß es dann, »um all den Unrat, den Sie verstreuen, wieder wegzuwischen?«
Nur wenige Stunden nach der Unterredung in der Kapitänskajüte hatte sich etwa ein Dutzend Kanadier an einer schattigen Stelle des Hinterschiffes niedergelassen. Wie gewöhnlich erzählten sie sich Geschichten, wobei nach Indianerart die lange Pfeife unter ihnen kreiste. Einer dieser wettergebräunten Männer hatte wohl nie zuvor in seinem Leben blitzblank gescheuerte, wohlgefügte Dielen unter seinen Füßen gehabt und scheute sich nicht, seinen durch das Rauchen gesteigerten Speichelfluss kurzweg vor sich auf den Boden zu befördern.
Das sahen einige Leute der Freiwache, die ganz in der Nähe in mehreren schweren Holzeimern ihre Unterwäsche wuschen.
»Heda, Bill!«, rief einer der Matrosen einem daherkommenden Schiffsjungen zu. »Du weißt, dass wir unsere Landratten gegebenenfalls in angemessener Form an die Einhaltung der Schiffsordnung erinnern sollen. Es kann für dich nur angenehm und nützlich sein, wenn du dich ebenfalls an dieser schönen Aufgabe beteiligst. Bringe doch«, raunte der Mann dem Jungen heimlich zu, »jenem Herrn dort im blaugestreiften Hemd einen Spucknapf!«
Bill, ein intelligent aussehendes Bürschchen, dem die Sache Freude zu machen schien, ließ sich das nicht zweimal sagen. Er verschwand in der nächsten Luke, um alsbald – zum allgemeinen Ergötzen der Matrosen – mit einem zierlichen tönernen Spucknapf wieder zu erscheinen, den er wohl aus der Offiziersmesse herbeigeholt hatte.
Vergnügt trat er nun an die Kanadier heran und stellte dem Mann, der den Boden verunreinigte, den Spucknapf unmittelbar vor die Füße.
Dieser sah sowohl den Schiffsjungen als auch das Gefäß vor sich erstaunt an, schob es nach einer kleinen Weile vorsichtig mit der Fußspitze beiseite und spuckte zum größten Gaudium der Matrosen dicht daneben.
»Das musst du dem Mann noch deutlicher zu verstehen geben, Bill!«, sagte der Matrose zum Jungen. Bill führte diesen Auftrag aus, beschränkte sich jedoch darauf, dem Kanadier den Spucknapf schweigend noch etwas näher vor die Füße zu schieben.
Indessen zeigte sich derselbe Erfolg: Wieder glotzte der Mann den Schiffsjungen und das Gefäß einige Zeit an, schob es von sich und spuckte gleich darauf erneut neben dem Napf auf die Diele.
Bill ließ sich nicht verdrießen und schob dem Mann das Gefäß nochmals zu. Aber da kam er schön an! »Wenn Ihr mir das Ding da noch einmal vor die Beine setzt«, fuhr der Kanadier auf, der nun sichtlich sehr ärgerlich geworden war, »dann, Junge, wahrlich, kann es Euch passieren, dass ich Euch mitten ins Loch spucke!«
Unter den Matrosen herrschte natürlich allgemeines Hallo! Sie hielten in ihrer Wäsche inne und lachten und lachten, dass sie sich schließlich die Seiten hielten. Bill, der sich von seinen Erziehungsversuchen nicht entfernt einen solchen Erfolg versprochen hatte, bekam Lachkrämpfe; er ließ sich auf die Diele fallen und wälzte sich vor Vergnügen am Boden.
Es dauerte keine Viertelstunde, da wusste man auf dem gesamten Schiff – ja selbst in der Offiziersmesse und der Kapitänskajüte – von dem Vorgang. Überall, wo man hinsah: lachende und vergnügte Gesichter! Nur die Kanadier machten anfangs recht verdutzte und wenig freundliche Mienen, bis sie von ihrem Gönner, Mr. Stuart dem Älteren, über den Streich, den sie sich selbst gespielt hatten, und über den eigentlichen Zweck des Gefäßes aufgeklärt wurden. Danach lachten die gutmütigen Menschen selbst mit.
Aber diese durch ein zufälliges Geschehnis hervorgerufene gute Stimmung auf dem Schiff sollte nicht allzu lange anhalten.
Als der Abend herannahte und die Sonne bereits nahe am Horizont stand, erschien der Kapitän an Deck, um sich vom Wachhabenden über das inzwischen Vorgefallene Bericht erstatten zu lassen. Mr. Jonathan Thorn war, wie es schien, nicht schlecht gelaunt; er freute sich offenbar über die gute Fahrt, mit der das Schiff durch die Dünung dahinzog.
»Schön«, sagte er, als der Schiffsmeistergehilfe seine Meldungen erstattet hatte. »Ich kann nur alles gutheißen. Nur eines will ich Ihnen für heute Abend noch zur besonderen Pflicht machen: Ich halte es, wie ich Ihnen ja schon sagte, für sehr empfehlenswert, uns hinsichtlich der Schiffsordnung die Kriegsschiffsdisziplin als Vorbild dienen zu lassen. Diese Disziplin würde unter der Breite, in der wir uns zurzeit befinden, etwa um acht Uhr Ruhe im Schiff vorschreiben. Ich bitte Sie daher, mein lieber Potter, lassen Sie genau um diese Zeit in den Logis und Kajüten die Lichter löschen. Stoßen Sie dabei irgendwo auf Widerspruch, werden Sie – Sie verstehen wohl! – nicht die mindeste Nachsicht walten lassen. Wir wollen von Anfang an alles tun, um unsere Landratten auch in dieser Beziehung an die wünschenswerte Ordnung zu gewöhnen.«
»Soll geschehen«, erwiderte Mr. Potter, worauf der Kapitän mit einem langen, prüfenden Blick ins Takelwerk langsam die zur Kapitänskajüte führende Luke wieder hinunterstieg.
Die Sonne war mittlerweile zu einer flammenden, roten Scheibe aufgeglüht, die immer tiefer sank. Unzählige blitzende Lichter tauchten in ihrer Richtung auf den Kämmen der Dünung auf; sie nahmen für eine kleine Weile an Zahl und Stärke zu, um sich dann in ein unbeschreibliches Farbenspiel von leuchtender Schönheit aufzulösen. Als die Sonnenscheibe schließlich entschwand, verblasste das Glutmeer allmählich, bis sich endlich die Schatten der Nacht immer dichter auf die See niedersenkten.
Um diese Zeit saßen die Herren Mac Dougal, Mac Kay, David Stuart und dessen Neffe Robert Stuart in ihrer von einer Öllampe erleuchteten Kajüte im Hinterschiff in eifriger Unterhaltung darüber, wie sie die Gebäulichkeiten der Handelsstation, die sie an der Mündung des Columbia gründen sollten, am zweckmäßigsten einrichten ließen. Mehrere Zeichnungen lagen vor ihnen auf einem Tisch ausgebreitet, auf denen sie mit ihren Schreibstiften lebhaft hantierten; hier zogen sie eine andere Türanordnung, dort eine Verbesserung der Fenstereinteilung in Erwägung.
Plötzlich wurde ohne Umschweife die Tür aufgerissen, worauf der rau und derb gerufene Befehl eines Matrosen »Lichter aus! Ruhe im Schiff!« in den Raum dröhnte. Anschließend schlug der Mann die Kajütentür keineswegs sanft wieder zu.
»Was soll das? Was war das?«, fuhr Mr. Mac Dougal auf. Er warf zuerst einen erstaunten Blick zur Tür und sah dann seine Genossen mit einer Miene an, als wolle er fragen, ob er richtig gehört habe.
»Wir sollen die Lichter löschen und zu Bett gehen – das soll es wohl bedeuten«, sagte David Stuart, der ebenso wie die übrigen Herren von der Eröffnung des Matrosen wenig erbaut schien.
»Well, das könnte mir gerade noch gefallen!«, platzte der etwas jähzornige Mac Dougal los. Er stürzte wie aus der Pistole geschossen zum Eingang, um den Matrosen zur Rede zu stellen. Dieser hatte sich inzwischen jedoch bereits davongemacht. »Na, man soll es nur wagen, uns noch einmal damit zu kommen!«, schimpfte Mac Dougal sehr erbost.
Kaum war das Gespräch der vier Herren wieder einigermaßen im Gange, wurde die Tür aufs Neue aufgerissen und dieselben Rufe wie zuvor in die Kajüte geschmettert: »Lichter aus! Ruhe im Schiff!«
»Mann, was fällt Euch eigentlich ein?«, schrie nun Mr. Mac Dougal nicht minder kräftig und hatte den Matrosen im nächsten Augenblick schon am Rockkragen zu fassen gekriegt. »Sagt, handelt Ihr aus eigener Machtvollkommenheit oder im Auftrag?«
»Natürlich im Auftrag – und zwar auf direkte Weisung des Kapitäns.«
»Na, dann sagt diesem freundlichen Herrn, er möge es mit dem Lichterlöschen in den Schlafräumen seiner Matrosen und in seiner eigenen Kajüte halten, wie er will – wir werden ihm da niemals hineinreden. Wir fordern dafür jedoch, dass er uns in diesen vier Wänden gefälligst damit ungeschoren lässt. Verstanden?«
»Herr, lassen Sie sich in aller wohlgemeinten Weise und Freundlichkeit sagen, dass Sie damit nicht weit kommen werden!«
»Was sagt Ihr da? Nicht weit kommen? Ihr seid wohl nicht bei Trost?«
»Ich glaube doch, dass ich das bin. Lassen Sie sich nur sagen, dass es mit dem Lichterlöschen keineswegs so einfach ist, wie Sie glauben. Sie wissen ja: Der Kapitän hält außerordentlich viel auf Schiffsdisziplin.«
»Der und jener hole Eure und Eures Kapitäns Schiffsdisziplin! Mann, ich rate Euch: Geht in aller Ruhe Eures Weges und tut, was ich Euch sage«, entgegnete Mr. Mac Dougal verhältnismäßig ruhig, aber doch sehr entschieden.
Der Matrose, dem eine derartige Nichtachtung eines vom Kapitän ausgegangenen Befehls wohl noch nie vorgekommen war und der einsehen musste, dass seine eigene Autorität nicht ausreichte, machte ein wenig geistreiches Gesicht. Was blieb ihm hier noch zu tun übrig? Er tat schließlich, was Mr. Mac Dougal forderte: Er ging.
Die vier Herren mussten sich von der unangenehmen Überraschung zuerst ein wenig erholen, ergingen sich dann aber in Ausdrücken, die für den Kapitän keineswegs schmeichelhaft waren. Mitten in diesem Entrüstungsausbruch ging jedoch wieder die Tür auf. Mr. Potter, der Schiffsmeistergehilfe, trat ein und sagte: »Meine Herren, ich muss Sie dringend bitten, dass Sie der Aufforderung, die Lichter zu löschen und sich zur Ruhe zu begeben, diejenige Beachtung schenken, die das Schiffskommando erwarten darf. Die Anordnung, dass um acht Uhr Ruhe im Schiff zu sein hat, ist Teil dessen, was wir Seeleute Schiffsdisziplin nennen – und die muss an Bord unter allen Umständen aufrechterhalten werden!«
»Herr, meinetwegen halten Sie Ihre Schiffsdisziplin, die mir nachgerade recht verwunderlich vorkommt, aufrecht oder waagerecht – das ist mir ganz gleichgültig«, erwiderte Mr. Mac Dougal. »Ich werde Sie in diesem Vergnügen ganz gewiss nicht stören. Aber ich bitte dringend: Verschonen Sie uns damit! Haben Sie denn noch keinen Augenblick darüber nachgedacht, dass Sie mit Ihren Maßnahmen an einer ganz falschen Adresse sind?«
»Mein Herr, Sie führen eine Sprache, für die Sie hier an Bord kaum Verständnis finden werden. Im Übrigen glauben Sie gar nicht, dass ich der Mann bin, der sich etwa mit der Absicht trägt, Ihnen irgendwelche Schwierigkeiten zu bereiten. Im Gegenteil: Wir werden alle – vom Kapitän bis zum letzten Mann hinab – bestrebt sein, Ihnen das Leben an Bord so angenehm wie möglich zu machen. Eines aber ist für ein gedeihliches Nebeneinanderleben und Zusammenwirken eine unerlässliche Voraussetzung: dass sich nämlich jeder Mann an Bord einer bestimmten Schiffsordnung unterwirft, die also auch von Ihnen beachtet und befolgt werden muss. Und wenn diese Schiffsordnung nun eben vorschreibt, dass sich um acht Uhr abends – mit Ausnahme der Wachen natürlich – alles zur Ruhe zu begeben hat, so werden auch Sie keine Ausnahme bilden.«
»Und ich entgegne Ihnen«, versetzte Mr. Mac Dougal, sich gewaltsam beherrschend, aber sichtlich sehr gereizt, »dass wir der schönen Belehrung, die Sie soeben vom Stapel gelassen haben, keineswegs völlig verständnislos gegenüberstehen. Wir haben gar nichts dagegen, wenn Sie bemüht und beflissen sind, eine gewisse Ordnung an Bord aufrechtzuerhalten. Wenn Sie uns aber damit kommen, dass Sie uns wie kleine Prügeljungen um acht Uhr abends zu Bett schicken wollen, dann müssen wir allerdings zugeben, dass uns hierfür nicht nur jegliches Verständnis fehlt, sondern auch der Wille, diesem unsinnigen Gebot Folge zu leisten! Es bestehen in diesem Punkt also gegensätzliche Anschauungen, wobei ich Sie versichern kann, dass wir von der unseren nicht lassen werden.«
»Mein Herr, wenn das Ihr voller Ernst ist, kann ich nur mein lebhaftestes Bedauern zum Ausdruck bringen. Ihre Weigerung hätte auch wirklich keinen Zweck. Sie vergessen ganz und gar, dass der Kapitän von Rechts wegen in der Lage und im Besitz der Machtmittel ist, Ihrem Widerstand geeignete Maßnahmen entgegenzusetzen. Ich habe allen Grund anzunehmen, dass er, sobald Sie auf Ihrer Weigerung beharren, von diesen Machtmitteln Gebrauch machen wird.«
»Herr, dunkel ist der Rede Sinn – ich verstehe Sie nicht! Ich weiß nur, dass ich mir, wie ich Ihnen schon gesagt habe, eine solche Behandlung nicht gefallen lasse. So viel noch zu meinem oder vielmehr unserem Standpunkt. Sollten Sie es für unerlässlich halten, den Ihren samt Ihren Machtmitteln dagegen geltend zu machen, werde ich Sie nicht daran hindern zu tun, was Sie nicht lassen können.«
»Mein Herr, ich habe nichts dagegen und finde es nur in der Ordnung, wenn Sie bei Ihren Untergebenen und meinetwegen auch bei meinen Bootleuten und Kommis auf stramme Ordnung achten. Dass Sie derlei Schikanen jedoch auch auf mich und die anderen Teilhaber des Unternehmens ausdehnen, finde ich von Ihrer Seite nicht nur unkameradschaftlich, sondern sogar verletzend und anmaßend!«
»Anmaßend? Herr, wie kommen Sie dazu, sich eines solchen Ausdrucks zu bedienen?«, fuhr der Kapitän auf.
»Ich zögere keineswegs, Ihnen zu bestätigen, dass ich mit diesen Worten kein Jota zu viel gesagt habe. Oder sagen Sie selbst: Sind wir im Sinne des Unternehmens, das zu führen wir im Auftrag Johann Jakob Astors im Begriffe stehen, nicht völlig gleichberechtigte Partner? Wie können Sie sich da einfallen lassen, uns wie Schuljungen zu behandeln und uns lächerliche Vorschriften zu machen? Können nicht sogar Situationen eintreten, in denen nicht Sie, sondern ich der Befehlshaber des Schiffes bin – will sagen: derjenige, der Ihnen gebietet, was Sie zu tun und zu lassen haben? Das scheint Ihnen, wie ich zu bemerken glaube, nicht recht in den Kopf zu wollen. Daher bitte ich Sie, lesen Sie diesen Wisch, damit wir endlich ins Reine kommen!«
Mr. Mac Dougal zog ein Schriftstück aus der Tasche, faltete es auseinander und hielt es dem Kapitän direkt unter die Nase.
Dieser zeigte zwar wenig Neigung, davon Einsicht zu nehmen, doch Klugheit und Anstand geboten ihm schließlich, sich der Aufforderung zu fügen.
So las er – und was er las, das sah man ihm je länger, desto mehr an, schien seinem Geschmack ganz und gar nicht zu entsprechen.
Endlich faltete er das Papier wieder zusammen und sagte: »Gut, ich lese da Dinge, von denen ich bisher nur eine unvollkommene Kenntnis und Vorstellung hatte. Ich muss zugeben, dass Sie mit dieser Verfügung Johann Jakob Astors das volle Ansehen und die Rechte seines Vertreters beanspruchen können. Es mögen früher oder später also Dinge eintreten, bei denen Sie mich ersuchen werden, das Schiff hier oder dort für eine bestimmte Zeit vor Anker gehen zu lassen, damit Sie gewisse Geschäfte zum guten Ende bringen. In diesem Sinne sind Sie allerdings Teilhaber des Unternehmens und der Vertreter Astors. Und ich werde, wenn Ihr Ersuchen zureichend begründet ist, Ihrem Wunsch sicherlich niemals entgegenstehen. Aber eine solche Vertreterschaft ist, verstehen Sie wohl, etwas völlig anderes, als verantwortlicher Kommandant eines Schiffes zu sein! Sie ändert nichts an der Tatsache, dass ich der Befehlshaber der TONQUIN bin, dem Sie in allen Fragen der Schiffsordnung unbedingt Folge zu leisten haben.«
»Der und jener hole Ihre Schiffsdisziplin! Es kann Ihnen doch nicht entfernt einfallen, den Vertreter Johann Jakob Astors um acht Uhr abends einfach zu Bett zu schicken!«
»Gewiss kann mir das einfallen! Und zwar deshalb, weil die Disziplin diesen Umstand erfordert. Ich selbst gehe der Schiffsinsassenschaft mit gutem Beispiel voran – und ich wünsche, dass auch Sie sich diesem guten Beispiel im Interesse der guten Sache nicht entziehen.«
»Sie bleiben also bei Ihrer unsinnigen Forderung?«
»Sie sehen mich zu meinem großen Leidwesen außerstande, Ihren Erwartungen zu entsprechen. Hier kann es sich nur um die Befolgung einer Vorschrift handeln – also um gleiche Rechte und gleiche Pflichten für alle, niemals aber um einen Ausnahmezustand.«
»Und ich erkläre Ihnen, dass ich Ihr Zubettschicken nicht nur für eine verletzende Behandlung, sondern auch für die überaus kindische Maßnahme eines kindischen Eigensinns halte! Demgemäß werde ich dieser Handlungsweise den schärfsten Widerstand entgegenzusetzen.«
»Womit Sie sich der Auflehnung gegen die Schiffsdisziplin schuldig machen – was, wie Sie wissen dürften, mit den strengsten Strafen geahndet wird.«
»Sie mich bestrafen? Sie werden, mein Herr, wahrlich immer unverständlicher – will sagen: immer kindischer! Sie werden doch nicht im Ernst daran glauben, dass ich mich um einer solchen Lappalie willen von Ihnen drangsalieren oder gar bestrafen lasse?«
»Jawohl glaube ich daran! Wenn Sie sich nicht fügen, sollen Sie bald genug erfahren, dass ich die Machtmittel besitze, meinen Anordnungen den nötigen Nachdruck zu verleihen.«
»Sie sehen mich sehr neugierig darauf zu erfahren, wie Sie das zu machen gedenken!«
»Herr, ich habe Sie bisher ruhig sprechen lassen, weil ich zu Ihren Gunsten annehme, dass Ihr Verhalten einem unnatürlichen Zustand der Gereiztheit entspringen mag. Wenn Sie sich aber nicht scheuen, in Ihrem Widerstand zu verharren, werde ich – wie es mir die Schiffsdisziplin vorschreibt – kurzen Prozess mit Ihnen machen!«
»Verschonen Sie mich endlich mit Ihrer grässlichen Schiffsdisziplin! Sie sollten doch wahrlich hinreichend begriffen haben, dass ich dieses Wort, so wie Sie es im Munde zu führen belieben, weder verstehen noch jemals respektieren kann. Und was den ‚kurzen Prozess‘ angeht: Das wird auch seinen Haken haben! Der dürfte ohne meine willige Zustimmung kaum zu machen sein.«
»Dann wird nichts anderes übrig bleiben«, entgegnete der Kapitän mit hochrot angelaufenem Kopf, »als diesem mangelnden Verständnis und Ihrem guten Willen nachzuhelfen. Ich bitte Sie, Schiffsmeister Howells: Lassen Sie Eisen bringen, damit wir diesen Herrn so lange in Ketten legen, bis er sich verständig und willig zeigt!«
Nun war es Mr. Mac Dougal, dem das Blut in einer gewaltigen Welle zu Kopf stieg. Zornentbrannt zog er eine Pistole hervor, setzte sie dem Kapitän mit gespanntem Hahn auf die Brust und schrie: »Mein Herr, noch ein einziges Wort, das geeignet wäre, die schimpfliche Behandlung fortzusetzen, die Sie uns angedeihen lassen, und ich werde Sie ohne Gnade und Barmherzigkeit niederschießen!«
Der Kapitän erbleichte – nicht aus Angst, denn er war ein tapferer Mann, der dem Tod schon oft genug ins Antlitz geschaut hatte. Es mochte ihn vielmehr außerordentlich überraschen und aufs Unangenehmste berühren, auf derartigen Widerstand zu stoßen; das drängte ihm das Blut zum Herzen.
Die beiden Seeleute an seiner Seite sowie die Genossen Mac Dougals zeigten sich ebenfalls aufs Peinlichste berührt, dass es nun doch zum Äußersten gekommen war. In ihrer Erregung eilten sie alle herbei, um das Schlimmste abzuwenden.
Erst nach vielen Bemühungen und manchem ernsten Wort gelang es schließlich, Mac Dougal dazu zu bewegen, die Waffe zu senken. Nach einer von beiden Seiten sehr heftig geführten Auseinandersetzung kam man überein, die Entscheidung in dieser Meinungsverschiedenheit auf den nächsten Morgen zu vertagen.
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