Archiv

Serien

Manitoba – Band 1 Kapitel 2

Kendall Kane
MANITOBA
Band 1
Ein Greenhorn namens Callaway

Kapitel 2

Wilbur Parker hatte in seiner bisherigen Dienstzeit als Kommandeur von Fort Pitt schon etliche Winter erlebt, aber so wie dieses Mal hatte es ihn noch nie erwischt. Sicher, es gab in der kalten Jahreszeit öfter einmal den einen oder anderen Mounty, dem Fieber, Gliederschmerzen und eine triefende Nase so zusetzten, dass er seinen Dienst nicht mehr ausüben konnte. Aber nach ein, zwei Tagen Bettruhe und der Hühnersuppe von Dubois war derjenige meistens wieder über dem Berg.

Aber nicht in diesem Jahr und nicht in diesem Winter, der scheinbar nicht enden wollte. Mit Ausnahme des Scouts lagen er und alle seine Männer nun schon über eine Woche im Bett. Acht Tage, an denen es in seinem gesamten Bezirk niemanden gab, der Weiterlesen

Manitoba – Band 1 Kapitel 1

Kendall Kane
MANITOBA
Band 1
Ein Greenhorn namens Callaway

Kapitel 1

Es hatte die letzten beiden Tage und Nächte so viel geschneit, dass alle Hügel, Täler und Ebenen des Landes weiß überzogen waren. Nun aber, wo es aufgehört hatte, wurde es kalt, schweinekalt. Flüsse und Bäche begannen zuzufrieren, Eiskristalle legten sich um die wenigen winterharten Sträucher und Gräser und die Äste der Bäume bogen sich unter der schweren Schneelast allmählich immer tiefer in Richtung Boden. Es wurde ruhig auf dem Overlandtrail, der von Winnipeg aus über Fort Pitt direkt nach Haskett führte.

Nur einmal splitterte irgendwo ein Baum im klirrenden Frost, heulte ein Wolf in der Ferne und knackten hier und da die Eisdecken Weiterlesen

Manitoba – Eine Einführung

Auf ein Wort, Westernfreunde

Den Wilden Westen hat es wirklich gegeben. Eine Aussage, die zwar richtig ist, aber diese ausschließlich mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu assoziieren, was im Allgemeinen gang und gebe ist, ist falsch. Grottenfalsch!

Es gibt da nämlich im Norden, gleich hinter der Grenze zu den Vereinigten Staaten, ein Land, in dem es ebenfalls eine Zeit gab, in der genau dieselben Dinge geschahen, welche die Ära des Wilden Westens unverkennbar prägten.

Die Rede ist hier – Überraschung – von Kanada.

Auch dort waren es zuerst die Trapper, dann die Siedler, die das Land nach Westen hin bis zum Pazifik eroberten, genauso wie es dort den Bau der Eisenbahn gab, Unruhen mit den Indianern und ebenfalls einen unseligen Bürgerkrieg. Der Run auf Gold, Silber und andere Bodenschätze war gleichfalls so präsent wie Banditenhorden, Mörder und andere Verbrecher. Der einzige wirkliche Unterschied zu jenem Wilden Westen in den Vereinigten Staaten, so wie wir ihn kennen, war die Exekutive Kanadas, deren Aufgabe die Ausführung und Überwachung der Gesetze ist. Diese bestand im Gegensatz zum Nachbarland nicht aus Town Weiterlesen

Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 31

Am 20. überquerten wir die Berge und lagerten am Jefferson, etwa dreißig Meilen unterhalb von Beaver Head.  Hier wurden unsere Jäger teilweise für ihr bisheriges Pech entschädigt, denn sie brachten das Fleisch eines Bullen, mehrerer Elche, Hirsche und Antilopen ins Lager, von dem wir uns reichlich ernährten.

Da der nächste Tag ein Freitag war, hielten einige unserer katholischen Kameraden gewissenhaft die Fastenzeit ein, nachdem sie am Vortag so viel gegessen hatten, dass sie diesen kirchlichen Brauch nicht verletzen konnten, wenn sie sich dazu berufen fühlten.

Am Nachmittag besuchte ich in Begleitung eines Freundes das Grab von Frasier, dem Irokesen, der im letzten Herbst hier getötet und begraben wurde, um mich zu vergewissern, was bereits allgemein geglaubt wurde, nämlich dass sein Leichnam von den Schwarzfußindianern aus dem Grab gestohlen, seiner Decke beraubt und in den Jefferson geworfen wurde.  Diese Vermutung war entstanden, weil im letzten Herbst die Leiche eines Mannes im Fluss gefunden worden war, und wurde nun durch die Öffnung des Grabes voll bestätigt.

Danach setzten wir unsere Reise südwärts zum Philanthropy fort, erlegten Elche, Hirsche und Antilopen und fingen unterwegs auch Weiterlesen

Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 30

In den nächsten zwei Tagen legten wir 80 Meilen zurück und erreichten den nördlichen Rand des Big Hole, der sich im gleichen Teil des Tales befand. In den Bächen sahen wir zwei oder drei Bären, Antilopen, Hirsche und eine große Anzahl junger Enten, die noch nicht fliegen konnten.

Am vierten Tag erreichten wir die Deer House Plains und sahen den Trail und einige Camps der Rocky Mountain Fur Company, aber kein Wild außer einer Antilope.

Am fünften Tag durchquerten wir dieses Tal 25 Meilen westlich von Norden. In der Zwischenzeit erlegten unsere Jäger drei Grizzlybären, einige Ziegen, Hirsche und zwei Büffel; letztere sind in diesem Land selten, obwohl es hier viele Schwarz- und Weißwedelhirsche, Elche, Schafe, Antilopen und manchmal auch Elche gibt; auch weiße Bergziegen wurden hier erlegt.

Am sechsten Tag verließen wir das Tal und wanderten über einen niedrigen Berg nach Norden zu einem kleinen Bach, der in den Arrow Stone River mündet. Das Land unter uns besteht aus einer Reihe einzelner Hügel, die teilweise mit Kiefern und Felsblöcken bewachsen sind, oder aus sehr kleinen Ebenen, die von Präriehügeln durchzogen sind. Am siebten Tag überquerten wir einen niedrigen Hügel zu Weiterlesen