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Oberhessisches Sagenbuch Teil 87

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Molthüwel

Der Krämerkäth zu Eschenrod träumte es des Nachts dreimal hintereinander, sie sollte auf einen Platz in der Gemarkung gehen, wo man es auf den Riegeln nennt.

Dort werde sie an einem bestimmten Strauch etwas finden. Obwohl es Winter war, ging sie doch in einer mondhellen Nacht an den gewiesenen Platz, fand aber gar nichts, nur ein frischer Molthüwel (Erdhaufen, auch Maulwurfshaufen) ragte über die Eisdecke hervor. Ohne recht zu wissen, was sie eigentlich tat, nahm sie eine Weiterlesen →

Elbsagen 93

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

96. Die Eiche am Elbufer

Nicht weit von Glückstadt steht unter dem Deich, wo sonst nur Weiden stehen, eine schöne große Eiche, wohl weit herum die einzige in der ganzen Marsch. Vor vielen Jahren stand hier nur ein Busch. Ein paar Tagelöhner ruhten sich einmal an einem heißen Tage dahinter aus, als sie an der anderen Seite einen Handelsmann, der sich auch da niedergesetzt hatte, mit seinem Gelde klimpern hörten. Da erwachte der böse Geist in ihnen und sie fielen Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Aberglaube der Dakota

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol

Aberglaube der Dakota

in Dakota würde um keinen Preis der Welt beim Bauen eines Wigwams ein anderes Fell als das eines Büffels nehmen, und zwar aus dem einfachen Grund, weil vor vielen Jahren eine Frau einmal ein Hirschfell benutzt hatte, wonach sie plötzlich in eine tödliche Krankheit verfiel, an der, nach dem Urteil Sachverständiger, nur jenes Hirschfell schuld war.

Keine Dakota-Frau würde jemals in den Spiegel sehen, denn die Medizinmänner behaupten, dass augenblicklich der Tod darauf erfolge.

Kein Glaube hat jedoch einen größeren Einfluss auf jene Indianer als der an Haokah, den Riesen. Derselbe soll Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 86

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

VII.

Schätze, Schlangen, Drachen

Der Kesselrain bei Großen-Eichen

Wo ehedem über Großen- Eichen das Schauerwäldchen gestanden hatte, ist ein Platz, welcher der Kesselrain heißt. Einem Mann im Dorf träumte es, er sehe dort ein blaues Geldfeuerchen brennen. Als der Traum zum dritten Weiterlesen →

Heinrich I. empfängt die Reichsinsignien (919)

Historische Denkwürdigkeiten

Heinrich sitzt am Vogelherd, als ihm die Botschaft von der Königswahl mit den Reichsinsignien überbracht wurde.

Die Nachfolger Karl des Großen, von ihm die Karolinger genannt, bilden bis zum Erlöschen dieses Stammes eine fortlaufende Kette von untüchtigen Regenten und die Geschichte führt sie gleichsam nur spottweise in ihren Leibes- und Geistesgebrechen auf. So findet man zum Beispiel einen Karl den Dicken, einen Karl den Kahlen, einen Ludwig den Einfältigen, einen Ludwig das Kind usw.

Ludwig der Fromme starb im Jahre 840 mehr an einem gebrochenen Herzen, wozu ihm seine eigenen Söhne Lothar, Pippin und Ludwig, nachmals der Deutsche genannt, durch so viele Jahre hindurch brachten, als infolge Weiterlesen →