Oberhessisches Sagenbuch Teil 81
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Die Pferdeköpfe
Einem gründlichen Bauer in einem Vogelsberger Dorf starb zu seinem großen Leidwesen die Frau und wurde aufrichtig (öffentlich) begraben. Weil aber der Mann sie sehr lieb gehabt hatte, konnte er keine Stunde und Minute die Gedanken an sie los werden. Als er nun eines Abends ganz betrübt in der Ofenecke saß und um sie weinte, hörte man drei starke Schläge an die Haustür.
Da sandte der Mann seinen Knecht hinaus, dass er sähe, was das zu bedeuten habe. Dieser kam gleich wieder Weiterlesen
Die Krönung Kaiser Karl des Großen
Die Krönung Kaiser Karl des Großen
Karl kniet im Feierkleid eines römischen Patriziers am Altar der St. Peterskirche und empfängt vom Papst die Kaiserkrone.
Was Alexander der Große den Makedoniern, was Cäsar den Römern war, das war Karl der Große den Franken. So wie die beiden Ersten in ihren unaufhörlichen Kriegen von einem Ende der Welt zum anderen zogen und immer den Sieg an ihre Fahnen fesselten, so geschah es auch bei Karl, der bald in einem Winkel östlich des Frankenreiches, bald in Italien, bald auf der iberischen Halbinsel und wieder in Pannonien erschien und die ihm widerstrebenden Nationen mit seiner gewaltigen Streitmacht besiegte.
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Die Dämonomanie verbreitet sich im ganzen Labourd …
Die Dämonomanie verbreitet sich im ganzen Labourd (Departement des Basses-Pyrénées). Alle Gefängnisse werden vollgestopft; eine Menge von Kranken wird verbrannt; selbst Geistliche werden verurteilt. (1609)
1609 wurde die Regierung unterrichtet, dass das ganze Labourd, die Gegend, die nun ungefähr das Departement des Basses-Pyrénées einnimmt, von Teufelsanbetern wimmele. Siebenundzwanzig Kirchspiele waren von der Seuche ergriffen; am ärgsten war der Spuk in Siboure, St. Jean de Luz, Andaye, in der Umgegend von Bayonne. Die Geschichte dieser Epidemie ist ein glänzender Beitrag zur Geschichte des Wahnsinns als einer sozialen Krankheit.
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Aus dem Wigwam – Der Berg der kleinen Geister
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor
Der Berg der kleinen Geister
n der Mitte einer großen Ebene im Land der Sioux steht ein großer Erdhügel, der von unbekannten Händen erbaut ist und von den umwohnenden Stämmen gewöhnlich Hügel der kleinen Leute oder Berg der kleinen Geister genannt wird. Nichts kann den Indianer bewegen, ihn zu besteigen, denn es würde ihm und seinen Kindern sicheren Untergang bereiten.
Über die Bewohner dieses Berges erzählt man sich folgende Geschichte:
Vor vielen, vielen Jahren lebte unter den Maha ein Häuptling mit Namen Mahtori oder der Weiße Kranich, der weit und Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 80
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Im Floswiger Kirchenstumpf
Nicht weit von dem Städtlein Wenings stand ehedem ein Pfarrdorf, das hieß Mosbach und existiert nicht mehr. Man nennt den Ort, wo seine Kirche gestanden hatte, und sich noch Mauerreste zeigen, den Floswiger Kirchenstumpf. In der Gegend des Chores sollen allerlei Kostbarkeiten unter der Erde liegen. Allemal aber, wenn in Wenings die Kinder konfirmiert werden, jedes siebente Jahr am helllichten Tag, sieht man dort ein Kind in weißem Gewand mit goldgelbem, lockigen Haar sitzen und hört es gar jämmerlich schreien. Das ist vor Zeiten von seiner grausamen Weiterlesen


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