Oberhessisches Sagenbuch Teil 38
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Alb gefangen
Das junge Volk war einmal in der Spinnstube beisammen und vertrieb sich die Zeit mit Erzählen von allerlei schaurigen Geschichten. So kam man, wie es zu geschehen pflegt, vom Hundertsten aufs Tausendste. Unter anderem brachte die Magd des Hauses das Gespräch auf das Abdrücken und beklagte sich sehr darüber, dass sie alsbald nach dem Einschlafen schwer davon zu leiden habe. Man wollte es ihr aber nicht glauben.
»Wartet«, sagte sie, »ich werde ihn euch fangen, wenn ihr euch nur eine halbe Stunde gedulden könnt!«
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Der Konstanzer Hans Teil 9
W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852
Neuntes Kapitel
Hans besucht die Universitätsstadt Tübingen, aber nicht, um dort Wissenschaften zu studieren; er kehrt bald wieder zurück.
Die Tübinger Martini-Messe nahte heran. Hans wollte versuchen, ob nicht auch dort Geschäfte zu machen seien. Um sein Handwerk nicht zu verlernen, stellte er auf dem Wege dahin allerhand Übungen an, die ihm gut gelangen. Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 37
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Alb erkannt
In Ilsdorf waren zwei Liebesleute, die hatten sich sehr gern, sodass sie mit ihrem Gedanken Tag und Nacht beieinander waren. Der Bursche aber wurde seitdem immer vom Alb gedrückt, sodass er sich vor Gedrense (Stöhnen) nicht zu raten und zu helfen wusste. Er fasste also den Vorsatz, einmal den Schlaf zu überwinden und den Alb mit List zu fangen.
Demnach stellte er sich des Abends an, als ob er schliefe. Als der Alb nun kam und sich auf ihn setzte, warf er Weiterlesen
Der Konstanzer Hans Teil 8
W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852
Achtes Kapitel
Wie Hans mit einer Erzgaunerin zusammenkommt.
So war Hans zum zweiten Mal seinen Richtern entschlüpft, indem er dieselben listiger Weise täuschte. Nach seiner ersten Befreiung hatte er fest beschlossen, dem Gaunerleben zu entsagen. Dieses Mal war es anders. Anstatt noch mehr durch seine zweite Gefangenschaft abgeschreckt zu werden, wurde er im Gegenteil durch die schlaue Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Tschibai-Minis oder die Insel der Toten
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Tschibai-Minis oder die Insel der Toten
enn man den Lauf des Portage River auf der Kiwenahalbinsel (Lake Superior) ungefähr zwei und eine halbe Meile von der Mündung aus verfolgt, so bemerkt man auf der linken Seite eine kleine, spärlich bewaldete Landzunge, die früher eine Insel bildete und gewöhnlich Battle Island genannt wird, weil dort am Anfang des 18. Jahrhunderts eine blutige Fehde zwischen den Odschibwe und den Irokesen ausgefochten wurde, wobei Erstere Sieger blieben. Die dort wohnenden Odschibwe nennen jene Stelle Tschibai-Minis oder die Insel der Toten, und erzählten mir folgende auf jene Bezeichnung bezügliche Sage.
Als sich einst einige Indianer auf jener Insel niedergelassen hatten, um dort die Nacht hindurch zuzubringen, Weiterlesen
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