Archiv

Phänomene und Legenden

Oberhessisches Sagenbuch Teil 6

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Reiter im Lauberg über Ilsdorf

Bei sternheller Nacht, in der Zeit der Zwölften, ging ein Ilsdorfer Mann in den Lauberg (La-berg im Volksmund), der hart über dem Dorf liegt und in welchem der wilde Jäger fast alljährlich sonst bei seinem Auszug sich spüren ließ. Es war selbig Mal gar bitter kalt und dem Mann fehlte es an Holz, so wollte er sich hehlingerweise einen Baum umhauen. Kaum aber hatte er nach seiner Ankunft sich einen solchen ausgesucht und die Säge angesetzt, als es ganz lebendig im Wald wurde. Eine grausame Windsbraut fuhr in die Wipfel und schlug sie gegeneinander, dass Weiterlesen →

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 35. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Eulenspiegel verschreibt alle Schneidermeister aus Ober- und Niedersachsen zu einer Generalversammlung.

ulenspiegel versuchte immer die ehrlichen Schneider zu foppen und hatte sich jetzt eine neue Schelmerei gegen sie ausgedacht. Er sandte ein Umlaufschreiben an alle Schneidermeister in Ober- und Niedersachsen und lud sie zu einer Zusammenkunft nach Rostock ein, mit der Bemerkung, dass er ihnen eine Kunst lehren wolle, die ihnen und ihren Nachkommen auf immer nützlich sein solle. Sie müssten aber alle am ersten April des darauffolgenden Jahres beisammen sein. Als dieses Schreiben den Schneidermeistern bekannt geworden war, reisten Alt- und Jungmeister aus Städten und Dörfern nach Rostock, um den großen Lehrer der Schneidergeheimnisse zu hören. Als nun der bestimmte Tag erschien, beschied Eulenspiegel sie auf den großen Marktplatz, wo er sich ein großes Gerüst hatte Weiterlesen →

Das Grauen in Deutschland hat einen Namen – Beelitz

Das Grauen in Deutschland hat einen Namen – Beelitz

Es gibt da eine kleine Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark, die trotz aller Aufgeklärtheit unseres Jahrhunderts bei der Nennung ihres Namens heute noch bei vielen ein mulmiges Gefühl auslöst.

Warum eigentlich?

Beelitz ist doch lediglich ein kleinbürgerlicher, inzwischen auf knapp 14.000 Seelen angewachsener Ort, der am Rande der Zauche liegt, einer historischen Landschaft, die einst das Kerngebiet war, in dem im 12. Weiterlesen →

Sammlung bergmännischer Sagen Teil 31

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen →

Schwäbische Sagen 66

Schwäbische-Sagen

Zweites Buch

Geschichtliche Sagen

Metzingen

Im Jahr 624 soll ein Herzog Ettikus in Schwaben eine große Stadt Ettenheim an der Stelle, wo jetzt Metzingen liegt, angelegt haben. Im Krieg Pipins mit dem schwäbischen Herzog Lanfried wurde diese Stadt 761 gänzlich zerstört, wobei 12.000 Schwaben Weiterlesen →