Sammlung bergmännischer Sagen Teil 43
Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen
Mythos Schwert
Wann immer man bei einem Plausch dieses Wort in die Runde wirft, assoziieren es die meisten sofort mit dem Namen der wohl gebräuchlichsten Waffe des Mittelalters.
Ist ja eigentlich auch logisch, nur, warum übt ausgerechnet das Schwert so viel Faszination bei uns aus und nicht die anderen Waffen des Mittelalters wie Armbrust, Schild oder Langbogen?
Diese Klinge aus Eisen, Stahl oder Bronze ist ein Mythos, der seit Jahrhunderten in den Gedanken der Weiterlesen
Elbsagen 12
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
12. Die weiße Frau bei Niedergrund
Im Wald bei Niedergrund, ganz oben beim sogenannten tiefen Grund, stand einst das Schloss eines Zauberers. Der entbrannte in Liebe zu der schönen Tochter eines vornehmen Mannes, der jenseits der Elbe wohnte. Aber die Jungfrau wollte von dem Liebhaber nichts wissen. Eines Tages gelang es dem Zauberer, die Geliebte auf sein Gebiet zu locken, da nahm er sie gefangen und zwang sie, seine Frau zu werden. So lebten sie nun miteinander Weiterlesen
Kreaturen der Finsternis – Der Dibbuk
Kreaturen der Finsternis – Der Dibbuk
Der Dibbuk ist eine Art bösartiger Geist, der aus der jüdischen Volkskunde stammt. Das Wort Dibbuk selbst leitet sich aus der alten hebräischen Sprache ab, was anhaften oder festhalten bedeutet. Nach jüdischer Überlieferung gibt es einige Seelen, die so böse sind oder während ihres Lebens so schwere Sünden begangen haben, dass sie nach dem Tod nicht in den Himmel oder die Hölle gelangen können. Stattdessen quälen Dämonen die Geister mit brennenden Peitschen und zwingen diese verdammten Seelen, endlos über die Erde zu wandern. Manchmal gelingt es diesen bösen Seelen, ihren Peinigern vorübergehend zu entkommen. Dibbuk sind überwiegend männlich, aber sie ziehen es vor, junge Frauen in ihren Besitz zu nehmen.
Der Dibbuk soll in der Lage sein, jedes lebende oder unbelebte Objekt in seinen Besitz zu bringen. Obwohl Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 22
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Weiße Frau im Altenburgskopf bei Schotten
Auch in den Altenburgskopf bei Schotten ist eine weiße Frau verwünscht schon seit langen Zeiten, die erschien einem Michelbacher Mann und bat ihn um ihre Erlösung.
Als der Mann verwundert sie fragte, was er denn dazu tun könne, sagte sie: »Komme morgen Mittag mit deiner Frau und ihrem ungetauften Säugling hierher! Du wirst mich dann zwar als eine Schlange antreffen, aber lass es dich nicht anfechten. Es wird dir kein Haar auf dem Haupt gekrümmt.«
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