Elbsagen 78
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
79. Das freundliche Gesicht zu Magdeburg
Am westlichen Ende der großen Münzstraße, der Königlichen Bank gegenüber, steht ein ansehnliches Haus, über dessen Tür man noch heutigen Tages einen menschlichen Kopf mit der Unterschrift Das freundliche Gesicht sieht. Die Sage gibt von dem Entstehen dieses Bildes folgende Ursache an. Es soll vor langen Jahren zu Magdeburg ein reicher Kaufmann gelebt haben, der eine Weiterlesen
Aus dem Wigwam – Die Entdeckung der Oberwelt
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor
Die Entdeckung der Oberwelt
Eine Sage der Minnetari
ie Minnetari und alle anderen Indianerstämme wohnten zuerst im Inneren der Erde. Der Große Geist hatte sie dort untergebracht, weil er oben noch nicht alles für sie eingerichtet hatte. Im inneren der Erde lebten sie wie die Maulwürfe in einer großen Höhle, und nur sehr wenige hatten Menschengestalt. Die Paukunnawkut waren Hasen, die Delawaren Schildkröten und die Tuscarora, Sioux und andere waren Klapperschlangen; aber die Minnetari waren immer Menschen und der Teil ihrer Höhlenwohnung befand sich in der Nähe der Schneegebirge. Er wurde durch die Sonnenstrahlen, welche durch die zahlreichen Felsspalten drangen, erleuchtet, währenddessen die Wohnplätze der anderen Stämme gänzlich in Dunkel gehüllt waren. Ihr Leben war eintönig und traurig, da sie aber von keinem besseren Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 72
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Die Rodmühle unter Höckersdorf
Vor Menschengedenken saß auf der Rodmühle unterhalb Höckersdorf ein blutarmes Bäuerlein, dem ging es hundsübel Jahr aus Jahr ein. Noch niemals im Leben war es eigentlich recht auf einen grünen Zweig gekommen. Die Kundschaft der Mühle nährte es nicht, die Gegend war gar wüst, wild und einsam und somit ging es immer mehr bergab mit seinen guten Tagen. Auf den meisten seiner Äcker wuchsen Dornen und Disteln, aber kein Korn. Die Gebäude bekamen Löcher am Dach- und Weiterlesen
Dämonopathie in Mailand 1590 und in Brandenburg 1594
Dämonopathie in Mailand 1590 und in Brandenburg 1594
Delancre erzählt nach Franz Bontius, dass 1590 bei Mailand ungefähr dreißig Nonnen von einem bösen Geist besessen wurden; die Nonnen seien alle noch sehr jung und schwächlich gewesen. Der Teufel erschien ihnen als Mönch oder als Christus am Kreuz und ermahnte sie zu unzüchtigen Dingen; manchmal als Bär, als Löwe, als Schlange mit offenem Rachen, um sie zu verschlingen; zuweilen als Soldat, mit einem Schießgewehr sie bedrohend; aber ihr einfältiger, frommer Glaube war ihnen Schutz gegen die Verlockungen des Satans. Eine Nonne, die einem vornehmen Haus entsprossen war, fühlte eine so heftige teuflische Glut, dass sie sich mitten im Winter auf den Fußboden schlafen legte und sich im Garten endlich in den Schnee legte.
Zu einer anderen kam der Teufel unter der Gestalt der heiligen Ursula in die Zelle und hinterher eine lange Reihe Weiterlesen
Elbsagen 77
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
78. Der Traum des Fischerknaben Benjamin Kohl
An der rechten Ecke des Durchgangs vom alten zum neuen Fischerufer zu Magdeburg steht ein Haus, in dem zur Zeit der Erstürmung und Zerstörung Magdeburgs die Eltern eines damals ungefähr zehnjährigen Knaben wohnten. Am 19. Mai des Jahres 1631 lagen schon am frühen Morgen alle Schüler in den Schulen auf den Knien und beteten mit ihren Lehrern, dass der liebe Herrgott die Erstürmung der Stadt und ihren voraussichtlich Weiterlesen

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