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Im Original Karl Knortz

Aus dem Wigwam – Nadowekweiamisch

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Nadowekweiamisch

n der Nähe von Mackinaw in Michigan befindet sich eine kleine Landspitze, welche von den Missionaren St. Ignaz genannt wurde, bei den Indianern aber nur unter dem Namen bekannt ist, welchen wir zur Überschrift gewählt haben. Folgende Sage knüpft sich an diese Bezeichnung:

Als noch die Irokesen oder Nottoway diese Landspitze nebst der dabei befindlichen Bucht besaßen, waren sie beständig den Angriffen der an Zahl überlegenen Odschibwe ausgesetzt, weshalb sie zuletzt beschlossen, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken und sich anderswo ein friedliches Plätzchen zu suchen. Ehe sie jedoch diesen Plan ausführten, überfielen sie plötzlich die Odschibwe in einer Nacht und töteten sie alle ohne Ausnahme. Während des Kampfes sollen Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Ampata Saba

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Ampata Saba

n der Nähe von Qutario, neun Meilen oberhalb Fort Snelling, begegnen wir den Wasserfällen von St. Anthony, welche von den Dakota Minnehaha oder Lachendes Wasser genannt werden. Die Franziskanermönche waren die ersten Weißen, welche diese prachtvolle Gegend durchstreiften und unter den Rothäuten Proselyten für das Christentum zu werben suchten oder auch, um sich ad majorem dei gloriam die Kopfhaut abschälen zu lassen.

Die Minnehahafälle brechen sich Bahn durch eine Reihe malerischer Felsen, deren größter den Indianern häufig als Opferstätte dient. Jedem Indianer ist dieses ein heiliger Ort, an den er allerlei interessante Legenden zu knüpfen weiß. Nur eine davon, die von der Frau Ampata Saba, Der dunkle Tag, sei hier mitgeteilt. Ampata Saba war mit einem Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Der Totenvogel

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Totenvogel

uf dem linken Ufer des Mississippi, zwei Meilen unterhalb Little Crow’s Village, liegt die sogenannte rote Felsenprärie, die von den Indianern göttlich verehrt und häufig mit Tabak, Waffen, Esswaren usw. versorgt wird. Dicht bei jenem Dorf liegen zwei kleine Inseln, von denen eine die Jungferninsel getauft ist, weil die Rothäute dort früher jährlich ihr Jungfernfest abgehalten haben sollen. Wenn sich Japanerinnen gegen die Keuschheit vergehen, so bestrafen sie sich auch selbst dafür und geben sich zuweilen den Tod, indem sie sich von einem hohen Felsen hinunterstürzen oder an einem ganz dünnen Baum aufhängen. Einen dünnen Baum wählen sie nämlich deshalb, weil sie glauben, sie müssten denselben bei der Seelenreise ins Jenseits beständig nachschleppen. Von dieser Insel erzählt man sich folgende Geschichte:
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Aus dem Wigwam – Arezuma

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Arezuma

uf den alten spanischen Karten wird das Territorium Arizona Arezuma genannt und eine alte Tradition der Pueblo-Indianer erzählt, dass dies der Name einer aztekischen Königin sei, die einst am Golf von Kalifornien regiert habe. Mehrere Könige des Südens, die von ihrer großen Schönheit gehört hatten, kamen und trugen ihr ihre Hand an, aber sie hatte keine Lust, ihr Schicksal und das ihres Volkes in die Hände fremder Männer zu legen und erklärte, sie wolle lieber unverheiratet bleiben. Darauf sagten ihr die südlichen Fürsten den Krieg an und überzogen ihr Land mit einer furchtbaren Armee. Als die Königin sah, dass ihre Streitmacht zu klein war, um erfolgreich kämpfen zu können, zog sie sich mit einigen ausgewählten Kriegern in die Berge zurück und ließ nichts mehr von sich hören.

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Aus dem Wigwam – Der Waldwolf und der Steppenwolf

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Waldwolf und der Steppenwolf

in großer Waldwolf und ein kleiner Steppenwolf durchstreiften einst das Land in allen Richtungen nach Nahrung. Als sie schon beinahe verhungert waren, kamen sie an einen Wigwam, aus welchem ihnen eine frisch gebratene Hirschkeule entgegenduftete. Dieser verlockende Geruch machte sie gleichgültig gegen alle Gefahren, und sie beschlossen, auf die Hütte loszugehen und um Nahrung zu fragen. Die Indianer fütterten und behandelten sie sehr freundlich. Die Wölfe aßen sich satt und ruhten sich auf den Fellen aus, die man für sie hingelegt hatte.

Als sie nun am Morgen wieder abreisen wollten, sagte der Steppenwolf: »Wir haben hier eine angenehme Heimat gefunden. Alles ist in Hülle und Fülle vorhanden. Warum sollen wir sie nun verlassen? Lass uns doch bei unseren Weiterlesen →