Sagen der mittleren Werra 109
Vom Geldbirnbaum bei Unterrohn
Auf dem sogenannten Schlösschen am Haspelsgraben, wo sich zuweilen eine weiße Frau zeigen soll, stand noch vor wenigen Jahren ein riesiger Feldbirnbaum. In der Gegend nannte man ihn nur den Geldbirnbaum, weil unter ihm ein großer Schatz vergraben lag.
Einst spielten mehrere Kinder aus Unterrohn in seiner Nähe. Da erblickte ein Junge unter dem Baum einen alten Topf, der bis an den Rand mit blanken Talermünzen gefüllt war. Doch als er die anderen mit den Worten »Herrje, was ist das! Schnell, schnell!« herbeirief, versank der Topf ebenso rasch wieder vor seinen Augen im Boden.
Von den Wichtelmännchen am Haspelsgraben bei Unterrohn
»Sie wissen doch«, so erzählt die alte Tiefenorter Botenfrau, »dass sich zwischen Unterrohn und Tiefenort von den Werrawiesen aus ein kleines Tal bergauf zieht, das man Haspelsgraben nennt. Rechts auf der Ecke des Berges stand einmal ein altes Schloss, von dem heute nur noch der tiefe Graben, Kalk und Ziegelsteine übrig sind. Dort in der Gegend wohnen immer noch Wichtelmännchen. Wie ich von alten Leuten gehört habe, sollen sie mittlerweile allerdings mehr als zehn Fuß tief unter der Erde stecken.
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Die letzte Fahrt der Enora Time
Andreas Gruber
Die letzte Fahrt der Enora Time
Science-Fiction, Kurzgeschichten, Softcover, Goldmann, München, April 2026, 336 Seiten, 14,00 EUR, ISBN: 9783442497423
Autor Andreas Gruber hat die im vorliegenden Buch gesammelten Texte, die allesamt schon in anderen Publikationen erschienen sind, im Jahr 2025 komplett überarbeitet und mit persönlichen Anmerkungen versehen, die Hintergründe zur jeweiligen Entstehung offenbaren, was nicht nur eine Einordnung in den zeitlichen Veröffentlichungsrahmen zulässt, sondern z.B. Aufschluss zu Inspiration und Motivation des Autors gibt.
Andreas Gruber ist kein Unbekannter und in vielen Genres bewandert. Man kennt ihn als Krimi- und Thrillerautor wie auch als Verfasser unheimlicher Romane.
Wie er zur Science-Fiction kam, erzählt der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller in seinem launigen Essay zu Beginn des Buches: Mein Zugang zur Science-Fiction.
Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 13 – 6. Kapitel
Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 13
Das Spitzenkleid der Königin
6. Kapitel
Das verhängnisvolle Ballspiel
»Finden Sie nicht auch, Harald, dass heute ein herrlicher Tag ist? Und wäre es nicht schade, ihn zwischen den dumpfen Mauern von Dumbarton Castle zu vergeuden?«
Diese Frage richtete Cora Dessalines an dem Tag, der den soeben geschilderten Ereignissen folgte, an Lord Dumbarton, der ihr beim Lunch gegenübersaß.
»In der Tat, meine Teure«, antwortete der Lord ebenso zerstreut, wie er schon während der gesamten Mahlzeit gewesen war. »Die Sonne scheint heute ganz besonders hell, und ein Spaziergang im Park wäre vielleicht zu empfehlen.«
Der Detektiv – Band 32 – Der sprechende Kopf – Kapitel 5
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 32
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Der sprechende Kopf
Kapitel 5
Der Zettel
Ich lag auf dem einen Wandsofa und richtete mich nun schwerfällig auf.
Die große Lampe an der Decke brannte. Allmählich wurde ich wieder vollständig Herr meiner Sinne.
Ich schaute mich um. Ich war nicht gefesselt. Mir gegenüber auf dem anderen Sofa saß Harst, ebenfalls mit freien Gliedern.
Fünf Maskierte zählte ich, die rechts von uns an dem runden Tisch Platz genommen hatten. Vor ihnen lagen griffbereit Revolver. Weiterlesen
Jim Jackson – Eine mörderische Herausforderung
Jim Jackson
Detektivgeschichten
Eine mörderische Herausforderung
Kein Mord hat jemals mehr Aufsehen erregt als der an Mr. Preakin, einem Rentner, der ein kleines Stadthaus in der 23rd Street bewohnte – einer der elegantesten Straßen New Yorks.
Sobald das Verbrechen entdeckt wurde, begab sich Untersuchungsrichter White zusammen mit dem Gerichtsmediziner zum Tatort. Dort stellten die beiden Magistrate fest, dass die Tat mit einer scharfen Waffe begangen worden war, etwa einem starken Dolchmesser oder einem Fleischermesser.
Die glatt durchtrennten Halswirbel zeugten von der Gewalt, mit der der Mörder die Waffe geführt hatte. Auch die schrecklichen Verletzungen am Körper zeigten, dass das Opfer einen furchtbaren Kampf gegen den Angreifer geführt haben musste. Die Nase war vollständig abgetrennt, die Finger beider Hände zerhackt und mehrere Fingerglieder fehlten ganz.
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