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The Grey – Unter Wölfen

Auf dem Weg von Alaska zurück in die Heimat stürzt ein Flugzeug mit den Arbeitern einer Ölbohrfirma in der eisigen Einöde ab. Mit einem Feuer wollen die acht Überlebenden die Nacht überstehen. Das Feuer und die Leichen locken jedoch ein Rudel Wölfe an. Um zu überleben, haben die Männer keine andere Wahl, als das Jagdrevier der Wölfe zu verlassen, was einen Fußmarsch durch die endlos erscheinende Schneewüste bedeutet. John Ottway (Liam Neeson), der als Scharfschütze dafür verantwortlich war, die Förderstation und die Arbeiter vor wilden Tieren zu schützen, übernimmt die Führung der Gruppe. Doch die Wölfe folgen den Männern und holen sich nach und nach die schwächsten Mitglieder der Gruppe.

Regisseur Joe Carnahen (SMOKIN’ ACES, NARC), der 2011 mit seiner Filmneuauflage von DAS A-TEAM hinter den Box-Office-Erwartungen zurückblieb, landete mit THE GREY nun einen kleinen Überraschungserfolg. Bereits in der ersten Woche setzte sich der Film an die Spitze der US-Kinocharts, was diesem existenzialistischen Action-Drama wohl kaum jemand zugetraut hätte. Besonders, da sich der Film in keine der momentan angesagten Filmschubladen einordnen lässt.

John Ottway ist ein Charakter am Ende. Ein Einzelgänger, der äußerlich ruhig und überlegen wirkt, doch innerlich hoffnungslos aufgerieben ist durch übermächtige und lebhafte Erinnerungen an seine verstorbene Frau. In einer der ersten Szenen des Films – im Angesicht des Schichtendes und der nahenden Rückkehr in die Zivilisation – steckt er sich den Lauf seiner Waffe in den Mund. Dennoch wird ausgerechnet Ottway im Angesicht der (schicksalhaften?) Bedrohung durch die Wölfe zum menschlichen Spiegelbild des Leitwolfs, sowie die anderen Männer zu seinem Rudel werden.

Schauspielerisch gehört THE GREY voll und ganz Liam Neeson, der hiermit endgültig das Erbe von Robert Mitchum angetreten hat und der den Film bis zum melancholischen aber konsequenten Ende mühelos trägt. Flankiert wird Neeson von einem funktionellen Cast verschiedener Charaktere, in dem sich zwar keine großen Namen finden, das aber seinen Zweck mehr als ausreichend erfüllt und einen dankbaren Rahmen für Neesons John Ottway bereitstellt.

Die Dramatik des Stoffes wird auf sehr moderne Weise durch eine Reihe ungewöhnlicher und überraschend eingesetzter Special Effects und ein grandioses Sounddesign unterstützt, etwa wenn Ottway sich in seinem Träumen bei seiner Frau wähnt und immer wieder jäh dort weggerissen wird. Auch die Wölfe dürften, zumindest zum Teil, aus der digitalen Retorte stammen, was jedoch nie störend wirkt, da Carnahan die direkte Bedrohung durch die Tiere nicht inflationär einsetzt.

Produziert wurde THE GREY u.a. von Scott Free, der Produktionsgesellschaft der Brüder Ridley und Tony Scott, was dafür spricht, dass auch optisch einiges geboten wird. Und tatsächlich verpackt Joe Carnahan gemeinsam mit seinem Kameramann Masanobu Takayanagi das Action-Drama in grandiose (Landschafts-)Aufnahmen, die man auf der großen Leinwand sehen sollte.

Alles in Allem ist THE GREY ein außergewöhnlicher, kraftvoller Streifen, der sich trotz zeitgemäßer Inszenierung nicht an die aktuelle Filmmode anbiedert und damit einen verdienten Erfolg gelandet hat.

Copyright © 2012 by Elmar Huber

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Ian Mackenzie Jeffers,
Joe Carnahan
The Grey – Unter Wölfen
The Grey, USA, 2012

Universumfilm München
21. September 2012
DVD, ca. 113 Minuten, 13,99 Euro
EAN: 0886919495690
FSK: 16
Darsteller:
Liam Neeson, Frank Grillo,
Dermot Mulroney
Musik: Marc Streitenfeld

www.universumfilm.de

www.thegrey-film.de