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Perry Rhodan Band 2930 – Die Sterne warten

Hubert Haensel
Perry Rhodan Band 2930
Die Sterne warten

Die Geschichte von Adam von Aures in den Enklaven von Wanderer geht weiter, und damit die Reise durch eine Welt multipler Realitätsebenen auf der scheibenförmigen Kunstwelt der Superintelligenz ES. Das körperlose Kollektivwesen hatte schon bei seinem Auftauchen in den allerersten Bänden der Serie Menschen aus den verschiedensten Epochen gesammelt, die in einer zeitlosen Wirklichkeit ohne Entwicklung in seinem Menschenzoo lebten, so wie ES selbst aus den verschiedensten Bewusstseinen besteht, Sterbende aufnehmen kann und sie – zu einem späteren Zeitpunkt der Handlung, auch Jahrtausende und tausende Romane später – wieder in die Körperlichkeit zu entlassen vermag.

Diesen Menschenzoo hat Expokrat Wim Vandemaan wieder in den Mittelpunkt der Serie gestellt. Großartige Ausflüge ins Nostalgische sind darin ebenso möglich wie das Ausloten der in ihren Konsequenzen noch immer nicht definierten Perry Rhodan-Kosmologie nach der Scherung, der Trennung der Universen mit und ohne ES.

Hubert Haensel, das Urgestein der Autorenriege, widmet sich seit jeher mit besonderer Aufmerksamkeit der exakten Schilderung des Weltraums und exotischer Planeten. Das Zusammentreffen mit dem ganz Fremden, die Deformation, eröffnet neue Horizonte. Hier erzählt er Szenen von Anfang und Ende der Serie – die Mondlandung, mit der alles begann, und Thez, in dem alle Zeit endet. Wir begegnen Perry Rhodan in einer Parallelwelt: Acht Jahre nach der Landung der STARDUST auf dem Mond erforscht er jenes Objekt, das Raumschiff der Arkoniden, das nun aber nicht auf dem Erdmond havarierte, sondern in den Mondozean des Saturnmondes Enceladus einschlug, dessen Gegenstück die Kunstwelt Wanderer umkreist.

In Begleitung von Vertretern der Ozeanisch-Asiatischen Kooperative und der Euro-Kaukasischen Förderation erforscht dieser Perry Rhodan das tief unter der Kruste des Mondes verborgene Schiff. Noch nie hat er so ein Holo gesehen, als welches der Arkonide erscheint. Fasziniert erforscht er unverständliche Vorrichtungen. Der Physiker Boris Mjotrov spricht im Hörbuch wunderschönes Chechov-Russisch.

Haensels Kommandantin tritt differenzierter auf als Scheers spröde, arrogante Thora im Band 1, auch wenn Charakter und Grundspannung derselbe sind. Perry Rhodan wünscht sich, den  überheblichen Zug um ihre Lippen zum Verschwinden zu bringen, indem er sich in die Technik der AETRON einarbeitet. Das alles ist so mitreißend nostalgisch, dass die gebrochene Wirklichkeit der Enklaven so richtig stört, wenn sie die Handlung auseinanderbiegt. Denn Rhodans Welt ist, ebenso wie das von zischend Deutsch sprechenden Echsenwesen, den topsidischen Herrschern des Enklaven-Berlin, nur ein Relikt, das ES auf seiner Kunstwelt gesammelt hat. Noch dazu ist es ein Rest vom Universum nach dem Ende der Zeit durch Thez.

Hubert Haensels überzeugend anschauliche Beschreibungen versteht man ohne Vorkenntnisse, eben weil es eine Parallelwelt ist und weil Perry Rhodan selbst ständig Erklärungen braucht, um die moderneren Teile der Serienwirklichkeit zu verstehen. So sind alle nötigen Wissensmengen in eine sehr bodenständige, übersichtliche Handlung eingebettet, was den Wirklichkeitszerfall erdet.

(at)

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