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Marshal Crown – Band 32

Der Gentleman-Killer

Das Anwesen lag in einem fruchtbaren Tal unweit des Rio Brazos.

Sterling Blair, den meisten Menschen des nahen Städtchens Granbury noch als Richter Blair bekannt, trat im Licht des schwindenden Tages auf die Veranda seines Hauses, in der Rechten ein Tablett mit einem Krug Zitronenlimonade und einem leeren Glas, und drückte mit dem Absatz seines Stiefels die Haustür hinter sich ins Schloss.

Der Stoff von seinem rechten Hemdärmel war bis zum Ellbogen aufgerollt, der linke hingegen kurz nach der Schulter abgeschnitten und zugenäht, ein Andenken an den Bürgerkrieg.

Aber das lag bereits über zehn Jahre zurück und Blair hatte inzwischen gelernt, das Leben auch einarmig zu meistern.

Nachdem er Glas und Krug auf einem kleinen Holztischchen abgestellt hatte, ließ er sich mit einem zufriedenen Seufzer in den danebenstehenden Schaukelstuhl fallen.

Der grauhaarige Mann wollte sich gerade ein Glas mit Zitronenlimonade einschenken, als neben ihm die Holzdielen der Veranda zu knarren begannen.

Blair hob den Kopf und lächelte, als er den herankommenden Schatten erkannte.

»Hallo Andrew«, sagte er. »Immer noch am Wühlen? Mach jetzt auch Feierabend, der Abend ist doch viel zu schön, um ihn nur mit Arbeit zu verbringen.«

Der hochgewachsene Farmgehilfe lächelte und schulterte die Sense.

»Das werde ich, Richter Blair, aber vorher muss ich noch einmal im Hühnerstall nach dem Rechten sehen. Ich habe das Gefühl, dass hier seit gestern ein Fuchs oder ein Kojote herumschleicht. So aufgeregt habe ich die Tiere noch nie erlebt.«

»Tu das, aber dann gehst du nach Hause. Ich bin sicher, deine Frau wartet schon auf dich.«

Wie um seine Worte zu unterstreichen, zeigte Sterling Blair dabei auf das kleine, hell erleuchtete Häuschen seines Farmgehilfen, das sich etwa einen Steinwurf vom Haupthaus entfernt zwischen der Scheune und dem Geräteschuppen duckte.

»Ach ja, noch etwas anderes. Sag doch nicht andauernd Richter zu mir, das bin ich doch nun schon seit einem halben Jahr nicht mehr.«

Andrew lächelte und machte sich auf den Weg zum Hühnerstall.

»Mach ich, einen schönen Abend noch, Richt… äh Mister Blair.«

Blair lächelte unbewusst und bettete den Kopf auf das weiche Polsterkissen des Schaukelstuhls. Er lauschte dem leisen Rauschen des nahen Flusses und genoss den Geruch von frisch gemähtem Gras, den ihm der Abendwind in die Nase wehte. Die untergehende Sonne überzog die wettergegerbte Haut des pensionierten Richters mit ihrem warmen, purpurnen Licht.

Die Wärme tat ihm gut.

Er schloss die Augen und seufzte zufrieden.

Als Blair die Augen wieder öffnete, war es dunkel.

Himmel, durchzuckte es ihn, ich muss wohl eingeschlafen sein.

Er räusperte sich.

Sein Hals war trocken, wie immer, wenn er aufwachte, da er stets mit offenem Mund schlief.

Blair beugte sich aus seinem Stuhl vor, schenkte sich ein Glas mit Limonade ein und führte es zum Mund.

Im gleichen Moment bemerkte er aus den Augenwinkeln heraus eine Bewegung.

Hastig stellte er sein Glas ab, sah auf und warf dem Mann, der da aus dem Dunkeln heraus auf ihn zukam, einen ärgerlichen Blick zu.

Der ungebetene Gast postierte sich wortlos am Fußende des Schaukelstuhls und musterte ihn beinahe belustigend. Das matte Licht der kleinen Verandalampe beleuchtete einen jungen, überaus elegant gekleideten Mann mit kurz geschnittenen Haaren und einem akkurat gestutzten Backenbart. Sein Rock war von neuestem Schnitt, das blütenweiße Hemd aus bestem Leinen und die sicherlich maßgefertigten Stiefel so blank gewienert, das man sich darin spiegeln konnte. Alles in allem eine gefällige Erscheinung, wenn da nicht seine Augen gewesen wären.

Schmale, wasserhelle Augen, starr und kalt wie die eines Toten.

»Wer … wer zum Teufel sind Sie und was wollen Sie hier?«

Der Mann lächelte.

»Wer ich bin und was ich hier will, ist unwichtig. Das Einzige, was für Sie noch interessant sein dürfte, ist wohl die Tatsache, dass ich Sie jetzt töten werde!«

Sterling Blair stöhnte. »Was …«

Der Körper des pensionierten Richters versteifte sich. Seine Hand umklammerte die Armlehne des Schaukelstuhls, während sich sein Blick, halb wahnsinnig vor Angst und Entsetzen, starr auf den Unbekannten heftete.

»Erinnern Sie sich nicht mehr? Damals, die kleine Farm am Red River. Sie wissen doch, diese Siedler und ihre Bälger, die alle so fett und vollgefressen waren, während Sie und Ihre Männer hungernd und blutend täglich Ihr Leben an der Front riskierten.«

»Nein«, keuchte Blair.

Seine Augen weiteten sich jäh, als er sah, wie sich der Andere zu ihm hinunterbeugte.

Blair wollte aufspringen, schreien, davonlaufen …

Zu spät!

Der Mann langte unter seine Jacke, zog ein schmales Messer hervor und stieß es, ohne irgendeine Regung zu zeigen, dem ehemaligen Richter in die Brust.

Einmal, zweimal, zehnmal.


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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