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Pakt mit dem Tod

Wolfgang Hohlbein
Horror Factory Band 1
Pakt mit dem Tod


Bastei Entertainment, Köln, Mai 2013, E-Book, Horror, 1,49 Euro, auch als Hörbuch

Der junge Herman Riley hat es nicht leicht: Seine streng gläubige Familie ist nicht besonders reich, und als Farmersjunge gilt er nicht viel. Das wissen auch die beiden Rowdys Frank und Matthew, die Herman auf dem Weg zur Methodistenkirche nachstellen und ihn nach allen Regeln der Kunst verdreschen, nur weil der »Schweinejunge« ein schwaches Opfer für die beiden Älteren darstellt. Auch als ein sonderbarer Indianer in das Geschehen eingreift, kann der nur kurz verhindern, dass die Jungen erneut aneinander geraten. Auf seiner Flucht gerät Herman in das Haus des Doktors der Stadt. In dessen Studienzimmer kommt es zum erneuten Kampf. Exponate und ein Skelett gehen zu Bruch. Glück für Herman: Geistesgegenwärtig schnappt sich dieser einen Beinknochen und kann sich damit die Angreifer vom Hals halten – so nachhaltig, dass sie beiden bösen Buben ein paar Andenken an diesen Tag zurückbehalten.
Jahre später sind Herman und seine Häscher gewachsen, aber der Kampf von damals steht immer noch zwischen ihnen. Herman glaubt, an besagtem Datum einen Pakt mit dem Tod geschlossen zu haben, ansonsten hätte er nicht überlebt. Als der seltsame Indianer wieder in die Stadt kommt, sich Herman als Johnny vorstellt und ihn bittet, ihm für ein Foto zu posieren, da weiß der junge Mann, dass der Tag der Abrechnung naht. Kann es Zufall sein, dass der Indianer Herman sein Holzbein zur Überbringung an den Schmied anvertraut, wo doch schon einmal ein Unterschenkelknochen sein Retter war?

Fazit:
Mit Wolfgang Hohlbein hat man sich für den Start der Horror-E-Book-Reihe Horror Factory einen zugkräftigen Autor an Bord geholt. Seine Novelle über einen gemobbten und verkloppten Farmerjungen ist – trotz einer ganz witzigen Pointe – allerdings über weite Strecken mehr als langatmig. Eine lange Prügelei, rudimentäre und sinnbefreite Dialoge und mangelhafte Charakterisierungen machen den Text äußerst zäh und lassen ihn wie eine zufällige Aneinanderreihung verschiedener Szenen wirken. Was soll der Indianer? Was soll das Foto? Atmosphäre oder gar Spannung sucht man hier vergebens. Ein dynamischerer Auftakt wäre der Reihe zu wünschen gewesen, so kann man sich nur auf einen berühmten Namen berufen. Es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Bänden sprachlich pointiertere Texte mit ausgereifteren Inhalten geboten werden. Pakt mit Tod ist – man verzeihe mir den Kalauer – leider nur »Hohles mit Bein«.

(sv)