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Monats-Archive: Oktober 2015

Shane Flannigan 5 – Annabell

Shane-Flannigan-AnnabellShane Flannigan 5
Annabell

Ciril Moreland hätte Victoria lieber heute als morgen geheiratet. Jetzt bereute er, dass er sich nicht längst um etwas gekümmert hatte, doch bislang gab es keine Veranlassung dazu. Ciril war 49 und seit 21 Jahren verheiratet, zumindest auf dem Papier. Als er sich damals in Silverton niederließ und seine Kanzlei aufbaute, begann seine Ehe langsam zu zerbrechen. Er war nicht schuldlos daran gewesen. Statt sich um seine junge Frau zu kümmern, war er ständig unterwegs gewesen, um sich ins Gespräch zu bringen und um Kontakte zu knüpfen. Während seine Frau einen Wohnsitz in großen Städten mit Teepartys vorzog, liebte er das Leben in kleinen Städten, wo sich die Pioniere ihren Platz erkämpften. Eines Tages war sie nicht mehr da gewesen, als er nach Hause kam. Wortlos war sie mit der Postkutsche abgereist. Er war darüber nicht unglücklich gewesen. Nun Weiterlesen

Im fernen Westen – Der junge Auswanderer 4

Der junge Auswanderer
Kapitel 4

Dieser Empfang war einfach, aber wohltuend, und Alfred fühlte sich hier bald heimisch und suchte sich nützlich zu machen. Squire Holz, wie man ihn gemeinhin nannte, war der Besitzer von etwa fünftausend Morgen Landes und zahlreichen Herden von Rindern, Schafen, Pferden und Maultieren, die seinen Hauptreichtum bildeten. Er war ein wortkarger, einfacher, aber gottesfürchtiger Mann, welcher sehr zurückgezogen lebte und sich keinerlei Aufwand gönnte. Streng gegen sich selbst, war er es auch gegen andere, und er hasste nichts so sehr wie Müßiggang und Völlerei. Seine Lebenserfahrungen hatten ihn etwas misstrauisch gegen die Menschen gemacht. Obwohl Alfred ihm auf den ersten Blick sehr wohl gefallen hatte, so wollte er es ihm doch nicht sogleich zeigen, sondern ihn erst auf die Probe stellen, ehe er ihm seine Liebe und sein volles Vertrauen schenkte. Er machte ihn zunächst mit Weiterlesen

Rübezahl – Die Höllenfahrt des ungetreuen Schneiders

Rübezahl
Der Berggeist des Riesengebirges
Sagen und Schwänke neu erzählt nach R. Münchgesang
Die Höllenfahrt des ungetreuen Schneiders

In Hirschberg wohnte ein Schneidermeister, der sowohl wegen seiner Geschicklichkeit als auch wegen seiner Gesinnung im besten Ruf stand. Über seine Tür hatte er den sinnigen Spruch schreiben lassen: Üb’ immer Treu und Redlichkeit! Und namentlich jüngere Leute ermahnte er zum Guten und Schönen.

»Wenn alle Menschen ehrlich wären«, pflegte er oft zu sagen, »dann wäre alles gut, dann hätten wir den Himmel auf Erden.« Oder er sagte zuweilen mit besonderer Betonung: »Tut das Rechte, ihr lieben jungen Bürschlein, Weiterlesen

Der Totenwirt und seine Galgengäste 5

Der-Totenwirt-und-seine-GalgengästeDer Totenwirt und seine Galgengäste
Eine abenteuerliche und höchst wundersame Ritter-, Räuber-, Mörder- und Geistergeschichte aus der grauen Vorzeit, um 1860

Liebesantrag und Maulschelle

Unter den vielen Stallknechten des Grafen Ermin von Bardenfels befand sich auch ein Vagabund, namens Bastian, der durch ganz besondere Dienstbeflissenheit die Gunst des Grafen erschlichen hatte. Die ihm anvertraute Abteilung des Stalls war immer am reinlichsten gehalten. Kein anderer putzte und pflegte die Rosse so sorgsam, fütterte und tränkte sie so pünktlich. Die Zäume und alles Riemenzeug waren immer glänzend schwarz. Der Graf lobte ihn oft bei seinem täglichen Besuch der Stallungen und stellte ihn den übrigen Stallknechten als ein Muster Weiterlesen

Das Harzmärchenbuch von August Ey Teil 10

Sagen und Märchen aus dem Oberharz
Gesammelt und herausgegeben von August Ey im Jahre 1862

Die Geizige

Eine Frau aus Zellerfeld besuchte einmal ihre Schwester in Lautenthal. Als sie hinkam, hörte sie, dass tags zuvor aus dem Haus eine Frau begraben worden war, die aber allgemein der Geizhals hieß. Die Lautenthäler hatte keine Kammer weiter gehabt, ihre Schwester musste also in der Stube auf dem Kanapee schlafen. Es wurde nun Bettzeug heruntergeholt und ein Bett zurechtgemacht.
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