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Lilien über weißen Wegen: Die Eroberung Kanadas

Lilien über weißen Wegen: Die Eroberung Kanadas

Die Irokesenkriege, in der Geschichtsschreibung auch als Biberkriege oder Franzosen- und Irokesenkriege bekannt, bezeichnen eine gewaltsame Epoche im 17. Jahrhundert. Im Zentrum dieser Konflikte stand der Haudenosaunee-Bund – ein Zusammenschluss der Mohawk, Oneida, Onondaga, Cayuga und Seneca (auch Fünf Nationen genannt). Sie kämpften gegen zahlreiche benachbarte First Nations sowie gegen französische Kolonialtruppen um die Vorherrschaft im Pelzhandel.

Ihren Ursprung nahmen diese Auseinandersetzungen im erbitterten Wettbewerb um Ressourcen. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts entwickelte sich eine tiefe wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen den Haudenosaunee und den europäischen Mächten. Während der Bund mit britischen und niederländischen Kaufleuten handelte und Felle gegen Eisenwerkzeuge, Musketen und Textilien tauschte, suchten ihre traditionellen Feinde – darunter die Huron-Wendat und Algonquin – den Schulterschluss mit französischen Händlern. Dieser Konkurrenzkampf heizte die ohnehin bestehenden Spannungen zwischen den indigenen Völkern massiv an.

Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Biberbestände im Stammesgebiet der Haudenosaunee nahezu erschöpft. Um den lukrativen Weiterlesen

Nordische Mythologie – Band 1 – Teil 1

Benjamin Thorpe
Nordische Mythologie, umfassend die wichtigsten Volksüberlieferungen und den Volksglauben Skandinaviens, Norddeutschlands und der Niederlande Zusammengestellt aus Original- und anderen Quellen. In drei Bänden
Band 1
London 1851

VORWORT

Da die nordische Literatur – insbesondere jener Zweig, der mit den frühen Zeiten und Altertümern Skandinaviens und Norddeutschlands verknüpft ist – in vielen Teilen Europas in letzter Zeit auf wachsendes Interesse stößt, schien mir der Gedanke nicht unbegründet, dass ein Werk, das umfassend, aber nicht zu umfangreich die alte Mythologie und die wichtigsten mythologischen Überlieferungen jener Länder darstellt, sowohl nützlich als auch unterhaltsam sein könnte. Dies gilt nicht nur für die Liebhaber nordischer Überlieferungen in der Heimat und für den englischen Reisenden in jenen interessanten Ländern, sondern auch für den englischen Altertumsforscher, aufgrund der engen Verbindung zwischen dem Heidentum der germanischen Völker des Weiterlesen

Nick Carter – Band 19 – Ein schauerlicher Fund – Kapitel 8

Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Ein schauerlicher Fund
Ein Detektivroman
Kapitel 8

Das Kartenspiel der Toten

Eine volle Stunde verging, in der der berühmte Detektiv kein einziges Wort an seinen Gefährten richtete. Dieser lehnte mit bleichem Gesicht und zitternden Gliedern an der Geheimtür, die in den unheimlichen Waggon führte. Während dieser Zeit bot Nick Carter seine gesamten geistigen Fähigkeiten auf, um jeden Zentimeter des Salonwagens akribisch zu untersuchen. Er arbeitete so methodisch, wie es seine Art war, bewahrte vollkommene Geistesgegenwart und ignorierte die stummen, grauenvollen Zeugen um ihn herum.

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Dämonische Reisen in alle Welt – Kapitel X, Teil 3

Johann Konrad Friederich
Dämonische Reisen in alle Welt
Nach einem französischen Manuskript bearbeitet, 1847.

Kapitel X, Teil 3

»Meine Herren, wissen Sie etwas Neues?«, rief in diesem Augenblick ein eintretender Kaffeegast den Anwesenden zu. »Soeben ist die Nachricht angekommen, dass sich ein furchtbares Unglück auf der Nordbahn zwischen Paris und Lille zugetragen hat. Ein Zug von dreißig Wagen ist von einem zwanzig Meter hohen Damm in tiefes Wasser hinabgestürzt; mehrere hundert Reisende sind ertrunken.«

Alle Anwesenden gaben Zeichen und Laute des Entsetzens von sich.

»So arg ist es gerade nicht«, murmelte Asmodi, »aber doch noch immer arg genug.«

»Haben Sie nähere Nachrichten?«, fragte der eben Eingetretene.

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Mörder und Gespenster – Band 1 – 22. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Muttermörder

Kapitel 3

Am Abend desselben Tages blicken wir in das elende Kämmerchen, in dem die alte Frau Walter wohnt. In ihrem eigenen Bett, das die Grausamkeit des Sohnes ihr nicht hatte vorenthalten können und das noch von besseren Tagen zeugt, liegt die alte Frau. Sie atmet schwer und scheint bereit, jeden Augenblick vor ihren höheren Richter zu treten. Neben ihr auf einem Schemel sitzt das junge Mädchen, das sich ungefragt ihrer Pflege angenommen hat. Als elternlose Waise hatte sie schon seit einigen Jahren im Ort gedient. Da sie gerade ohne Stelle war, weihte sich das gute Geschöpf dieser freiwilligen Aufgabe. Sie verwandte ihr weniges Erspartes gern dazu, das Leid der Greisin zu lindern, der sie wie ein hilfreicher Engel erschienen war. Von ihrer eigenen Herkunft wusste sie nichts; sie war ein ausgesetztes Kind, das eine Bäuerin gefunden und dem Waisenhaus übergeben hatte.

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