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Sagen der mittleren Werra 93

Die Erbauung des alten Ringelsteins

»Alte Leute haben erzählt«, begann ein anderer von dort, »dass unser Moorgrund, ebenso wie der Grund von Schweina, einmal ein großer See gewesen sein soll, und dass das Wasser weit hinaufgereicht habe. Das höher gelegene Land aber sei eine gar arge Wildnis gewesen, in der Bären, Wölfe und anderes Getier hausten. Zu jener Zeit nun sei ein fremder Graf namens Gumpoldo in die Gegend gekommen, habe 19 Familien aus der Fremde mitgebracht und mit diesen den alten Ringelstein erbaut. Von den 19 habe er später.16 an die Stelle, wo sonst Altgumpelstadt stand, und 3 hierher nach Waldfisch gewiesen und jeder Familie eine Hufe Landes geschenkt. Jene 19 hätten nun die beiden Orte erbaut und den ersteren nach dem Grafen Gumpelstadt genannt. Auch sollen sie den See an der Krümmlich ins Werratal abgeleitet haben. Die 19 Hufen aber haben wir noch bis auf den heutigen Tag in den beiden Fluren, desgleichen die alte Einteilung der Hufe in 16 Beine.«

Wie der Ritter vom Ringelstein die Stabsgerechtigkeit verleiht

Von der alten Gemeindeverfassung des Amtes Altenstein, die auch mit dem Ringelstein zusammen hängt, lautet die Geschichte so: Weiterlesen

Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 36

Von diesem Zeitpunkt an bis zum 19. April blieb das Wetter rau und windig, mit häufigen Schneestürmen; dennoch waren viele unserer Fallensteller erfolgreich damit beschäftigt, Biber zu fangen. Vier von ihnen kehrten heute Abend unerwartet von einer Expedition nach Gray’s Hole zurück, deutlich alarmiert. Sie stießen, wie es scheint, plötzlich auf mehrere Forts in einem Haine von Espenbäumen, die zu ihrer Überraschung noch bewohnt waren, wie aufsteigende Rauchwolken bewiesen. Sie flohen sofort, verfolgt von einer großen Schar Indianer, die ihnen mit solcher Geschwindigkeit folgten, dass es eine Zeit lang unsicher war, welche Gruppe zuerst eine schmale Schlucht erreichen würde, wo sich die einzige Rettungschance bot. Die Gewissheit des Todes, falls sie eingeholt oder ihr Rückzug durch die Passage abgeschnitten würde, trieb sie mit einer Energie und Schnelligkeit an, die sie unter weniger bedrohlichen Umständen nicht gezeigt hätten. Selbst ihre Pferde schienen die Gefahr zu verstehen und unterstützten mit großzügigem Einsatz die Wünsche ihrer Reiter, sodass sie sie sicher bis zur Schlucht trugen, durch die sie in die offene Ebene jenseits davon entkamen und von weiterer Verfolgung befreit wurden.

Die Erde war zu dieser Zeit mit Schnee bedeckt, und da sie gezwungen waren, aus Sicherheitsgründen einen sehr gewundenen Weg zur Schlucht zu nehmen, bedingt durch Felsen, Klippen und andere Hindernisse, über die Reiter nicht sicher hinwegkommen konnten, die die leicht bewaffneten, stark bemuskelten und schnellen Indianer jedoch in einer fast direkten Route zum Ort aufsuchten, den sie, Weiterlesen

Adventskalender 2024 – 16. Türchen

Der Albanese

Es wird von einem Kräutersammler erzählt, dem das Glück so untreu war, dass er nicht einmal mehr Kräuter finden konnte und nicht wusste, wovon er leben sollte. Er hatte jedoch drei Töchter, von denen die jüngste Rosa hieß. Eines Tages sagte er zu Rosa: »Möchtest du nicht mit mir kommen, um Kräuter zu suchen? Vielleicht habe ich mit deiner Hilfe mehr Erfolg.«

So ging seine Tochter mit ihm, aber trotz ihrer Bemühungen fanden sie nichts. Schließlich sah Rosa einen großen Pilz und wollte ihn ausreißen, stieß jedoch auf Widerstand, weil der Pilz tief verwurzelt war. Allein konnte sie ihn nicht herausziehen und rief ihren Vater zur Hilfe. Gemeinsam rangen sie, bis sie schließlich nicht den Pilz, sondern einen Albanesen am Ohr aus dem Boden zogen.

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Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius … Teil 7

Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Die wunderbare und merkwürdige Geschichte vom Zauberer Virgilius,
seinem Leben, seinen Taten und seinem Ende
Volksbücher Nr.46, Verlag Otto Wigand, Leipzig

Wie Virgilius Salvatio Romae machte

Der Kaiser fragte Virgilius, wie er Rom glücklich machen könne und wie er es einrichten könne, dass ihm viele Länder untertan seien und er es augenblicklich wisse, wenn eines dieser Länder sich dagegen aufzulehnen gedenke. Virgilius aber antwortete dem Kaiser: »In kurzer Zeit will ich solches ins Werk setzen.«

Und er baute einen Tempel auf dem Kapitol, wo das Rathaus von Rom war, und schmückte ihn mit Bildsäulen und steinernen Bildnissen und stellte alle Götzen, die in Rom angebetet wurden, hinein. Jedes Götzenbild aber hatte eine Schelle in der Hand, und in die Mitte aller setzte er das höchste Götzenbild, das in Rom angebetet wurde. Diese aber nannte er Salvatio Romae, was so viel heißt wie Weiterlesen

Adventskalender 2024 – 15. Türchen

Wasser und Salz

Man singt und sagt da ein wunderschönes Märchen!

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter. Wie er mit diesen Töchtern eines Tages bei Tisch saß, sagte er: »Will doch einmal sehen, wer von euch dreien mich am liebsten hat.«

Meinte die Älteste: »Vater, ich liebe Euch wie meine Augen.«

Sprach die Zweite: »Vater, ich liebe Euch wie mein Herz.«

Aber die Jüngste sagte: »Ich liebe Euch wie das Wasser und das Salz.«

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