König Asmordahn
Es war bereits zu später Abendstunde, als der warme Wüstenwind den Sand vor sich her fegte, da ritt ein junger Mann auf einem Esel zwischen den hohen Dünen. Nur der totenbleiche Mond war der stumme Begleiter des Einsamen. Der Esel war mit Nahrungsmitteln, klirrenden Töpfen und mittlerweile nur noch halb gefüllten, ledernen Trinkschläuchen schwer bepackt.
Der junge Mann, dessen Name Vyghan lautete, hatte ein großes Ziel vor Augen und eine beschwerliche Reise, durch Meilen um Meilen glühenden Sandes hinter sich. Er ließ eine Frau zurück, die stets liebevoll und großmütig zu ihm war, seit sie ihn gefunden hatte, die er jedoch nie als Mutter bezeichnete. Er wusste es Weiterlesen
Deutsche Märchen und Sagen 126
Johannes Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845
165. Klagende Stimme
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wohnte in der Gegend von Lüttich ein Bauer, der mit seiner Frau alle Tage eine klagende Stimme hörte, als ob jemand um Hilfe gerufen hätte. Wie oft er auch in seinem Haus herumsuchte, nie konnte er auch nur das Geringste finden. Dies stets dauernde, sommerliche Gerufe traf den Bauer und die Bäuerin so, dass sie krank wurden und langsam hinzehrten. Außer ihnen hörte kein Mensch die Stimme.
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Aus dem Wigwam – Eine andere Schlangengeschichte der Seneca
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol
Eine andere Schlangengeschichte der Seneca
in Knabe fing einst eine zweiköpfige Schlange, nahm sie mit nach Hause und tat sie in eine Schachtel. Er fütterte sie jeden Tag mit jungen Vögeln, wodurch sie allmählich so groß wurde, dass er ihr einen anderen Wohnplatz geben musste.
Er setzte sie oben auf den Wigwam und fütterte sie regelmäßig weiter. Mit ihrer Größe wuchs nun auch ihr Appetit und zuletzt hatte das ganze Dorf nichts anderes zu tun, als für den Unterhalt der Riesenschlange auf die Jagd zu gehen. Dies wurde den Leuten mit der Zeit zu lästig. Da die Schlange nicht ging, so beschlossen jene zu gehen.
Oberhessisches Sagenbuch Teil 106
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Die Schlange
Zur Mittagszeit im Heumachen hatte sich eine Frau aus Schotten, die in dem Wiesengrund unter dem Altenburgkopf, der die Michelbach heißt, sich müde geschafft hatte, eben mit ihrem Kopf auf einen großen Stein gelegt, um ein wenig zu schlafen. Wie sie so da lag, sah sie vor sich eine wunderbar schöne rote Schlüsselblume auf dem Boden stehen. Sie blickte unverwandt danach und weil ihr dieselbe immer besser gefiel, stieg sie auf und brach sie ab. Als sie den Kopf wieder umwendete, ringelte sich auch eine große graue Schlange auf demselben Weiterlesen
Der Detektiv – Der Löwe von Flandern – Teil 2
Walter Kabel
Der Detektiv
Band 20
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Der Löwe von Flandern
Teil 2
Von dreiviertel neun an gingen wir vor dem Eingang der deutschen Bierstube in der Karl Johans Gade langsam auf und ab.
Harst wollte nicht erst drinnen Platz nehmen, um nicht Zeit zu verlieren.
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