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Dr. Hook & the Medicine Show – The Ballad of Lucy Jordan

The Ballad of Lucy Jordan ist einer dieser Songs, die sich leise anschleichen und erst später ihre volle emotionale Wucht entfalten. In der Version von Dr. Hook wird Shel Silversteins ohnehin schon bittere Geschichte mit einer fast trügerischen Sanftheit erzählt – genau das macht sie so eindringlich. Der Song wirkt zunächst wie eine unaufgeregte Country-Pop-Ballade, doch unter der ruhigen Oberfläche brodelt eine existenzielle Tragik.

Er porträtiert Lucy Jordan, eine Frau, deren Leben von gesellschaftlichen Erwartungen, Routine und unerfüllten Träumen geprägt ist. Sie ist Ehefrau, Mutter, Teil eines funktionierenden Alltags – und doch innerlich abgeschnitten von ihren eigenen Sehnsüchten. Dr. Hook trägt diese Geschichte mit ruhigem, zurückhaltendem Gesang vor. Der Gesang überdramatisiert nie, sondern verstärkt die Tragik gerade durch seine Nüchternheit. Durch diese erzählerische Distanz wirkt Lucy Jordans Schicksal umso realer, beinahe dokumentarisch.

Die Melodie wirkt zunächst beinahe freundlich und harmlos, was einen bewussten Kontrast zum inneren Zerfall der Protagonistin bildet. Gerade dieser Gegensatz macht den Song so wirkungsvoll: Während die Musik eine gewisse Leichtigkeit suggeriert, verdichtet sich der Text Schritt für Schritt zu einem Porträt stiller Verzweiflung. Es gibt keinen großen Knall, kein Weiterlesen

Deadwood Dick – Der schwarze Reiter der Black Hills – Kapitel 8

Deadwood Dick – Der Prinz der Straße
Oder: Der schwarze Reiter der Black Hills
Von Edward L. Wheeler
Kapitel 8

Noch nicht!

Mit einem Stöhnen fiel Deadwood Dick zu Boden. Blut spritzte aus einer Wunde in seiner Brust. Die Kugel des älteren Filmore hatte ihr Ziel tatsächlich getroffen.

Laut waren die Schreie der Wut und Rache, als etwa zwanzig maskierte Männer aus dem Gebüsch strömten und die Kutsche umzingelten.

»Erschießt den verfluchten Kerl!«, rief einer von ihnen. »Er hat unseren Anführer getötet, und bei allen Heiligen im Kalender soll er dafür büßen!«

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Aus den Geheimakten des Welt-Detektivs – Band 10 – 3. Kapitel

Aus den Geheimakten des Weltdetektivs
Band 10
Der Mann mit den sieben Frauen
3. Kapitel
Dandy bezieht eine neue Wohnung

Entsetzt wichen Sherlock Holmes und Harry Taxon vor dem schrecklichen Anblick, den die Leiche im Koffer bot, zurück. Dann rangen sich die Worte über die Lippen des Detektivs: »Ein geheimnisvoller Schurke sendet mir sein Opfer in mein Haus. Er will mich damit verhöhnen, doch wir werden sehen, wer von uns beiden das letzte Wort behält.«

Mit diesem Ausbruch von Heftigkeit hatte die Erregung Sherlock Holmes’ ihren Höhepunkt erreicht und überschritten.

Kalt und ruhig nahm er nun die nötige Untersuchung vor.

»Vor allem, Harry, habe die Güte und schließe die Tür von innen«, sagte er. »Denn wir wollen ungestört sein. Und jetzt sei mir Weiterlesen

Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 66

Der Spuk in Havelberg

Bei der Fähre oberhalb von Havelberg zeigen sich gewöhnlich allerhand wunderbare Zeichen, wenn jemand ertrinken soll. Bald scheint es, als schlüge ein großer Fisch auf, doch es ist keiner zu sehen. Oder es lacht ganz ordentlich, obwohl kein Mensch da ist.

Auch im Havelberger Dom ist es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Es schien, als wären die alten Mönche doch noch nicht ganz zur Ruhe gekommen. Es ist noch nicht lange her, da spielte der Organist einmal pro Woche auf der Orgel. Er war allein in die Kirche gegangen und hatte die Tür hinter sich zugeschlossen. Als er die letzten Töne anschlug, sah er zufällig zur Kanzel hinüber. Da stand leibhaftig ein Mönch, der zu ihm hinüber schaute und das Weiterlesen

Frank Allan Band 1.4

Frank Allan
Rächer der Enterbten
Band 1
Die Zuchthausrevolte
4. Kapitel

Frank Allan wartete vergeblich in der versteckten Weinstube. Tom kam nicht. War er etwa wortbrüchig geworden?

Energisch schüttelte der Rächer der Enterbten den Kopf. In seinem selbstgewählten, aufreibenden Beruf, in dem er sich die Vernichtung wirklicher Verbrecher und die Aufrichtung Gestrauchelter zur Aufgabe gemacht hatte, war er ein Menschenkenner genug, um zu wissen, dass der Schwur der letzten Nacht echt gewesen war.

»Ober, das Adressbuch!«

Nach kurzem Blättern hatte er die gesuchte Adresse gefunden und ein Auto brachte ihn schnell ans Ziel.

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