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Einige Osterbräuche weltweit

                                                               Großbritannien

Ostern beginnt am Karfreitag und ist das wichtigste Fest im christlichen Kirchenjahr. In Großbritannien ist es Tradition, Geschichten über den Osterhasen zu erzählen, Schokoladeneier und Osterkarten zu verschenken – aber es gibt noch viele andere Traditionen zu entdecken!

Hot Cross Buns sind eine beliebte Osterspezialität. Es handelt sich um ein süßes, gewürztes Gebäck mit Korinthen oder Rosinen, das auf der Oberseite mit einem Kreuz markiert ist. Das Essen von Hot Cross Buns markiert das Ende der Fastenzeit, da sie mit Milchprodukten zubereitet werden, die während dieser Zeit (traditionell) verboten sind.

Die Ostereiersuche ist eine lustige Art, Ostern mit den Kleinen zu feiern. Versteckt werden die Eier im Haus oder Garten, damit die Kinder sie suchen können. Als Alternative zu Schokolade können auch Eier versteckt werden, die mit kleinen Spielzeugen oder Ideen für Aktivitäten gefüllt sind, um die Kinder über die Osterfeiertage zu beschäftigen.

Klassischerweise ist Lamm das Fleisch, das zu Ostern gegessen wird. Diese Tradition rührt von der Verfügbarkeit der ersten Weiterlesen

Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten – Teil 5.1

Zehn Geschichten aus Meister Hämmerlings Leben und Denkwürdigkeiten

Memoiren eines Scharfrichters aus den Zeiten des Mittelalters
Herausgegeben von Wilhelm von Chézy

Benzs Ausfahrt

Von Stunde an blieb der Gunz ein wahnwitziger Tor. Sie schoren ihm die Haare ab, legten ihn in Eisen und Ketten, peitschten und strichen ihn grausam. Er aber forderte stets mit Ungestüm den Schatz aus dem Keller, und so sahen meine Herren vom Rate endlich keinen Ausweg mehr, als ihm zum Wahrzeichen ein Ohr abzuschneiden und ihn wohlverwahrt gen Ulm zu senden, damit daheim die Seinen ihn hüteten. Da er kein verständiges Wort mehr hervorzubringen vermochte, so musste der Freimann für ihn und in seine Seele die Urphede schwören, nimmermehr der Stadt Weichbild betreten zu wollen.

Ich hatte den Vater auf das Rathaus begleiten dürfen, da er zuweilen gern mich um sich sah, sobald die Grethe nichts davon wusste. Als wir wieder vor die Tür traten und dem Wäglein nachblickten, auf welchem der Wahnsinnige von dannen fuhr, kam Weiterlesen

Dem Seewolf trotzen – Kapitel 1

Dem Seewolf trotzen
Oder: Thad in der Klemme
Von einem alten Seebären geschrieben

Personen in dieser Geschichte

Thad, Oliver und Simple Simon: Die drei Jungen-Kameraden, die sich aufmachten, um Ruhm zu ernten und der Menschheit zu dienen, indem sie den berüchtigten Captain Kidd gefangen nehmen – den meistgefürchteten Schrecken der Meere zu jener Zeit, als New York noch eine kleine Stadt war. Thad war der anerkannte Anführer des tapferen Trios, und Simon erwies sich oft als gar nicht so einfältig, da er ein kühnes Herz besaß und bereit war, viel für das Recht zu riskieren.
Captain Kidd: Der berüchtigtste Pirat der frühen Tage, dessen Name seit jeher mit dunklen Taten entlang der Ostküste in Verbindung gebracht wird – von Maine bis zu den sonnigen Küsten der tropischen Westindischen Inseln; und besonders im Zusammenhang mit verschiedenen vergrabenen Schätzen, die er an zahllosen einsamen Orten während seines Kriegszuges gegen den Handel auf den blauen Meeren hinterlassen haben soll.
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Der Gefangene der Stadtvogtei – Kapitel 5

Der Gefangene der Stadtvogtei
Eine Berliner Kriminalgeschichte
von Jodocus Donatus Hubertus Temme
G. Behrend (Falkenbergische Verlagsbuchhandlung), Berlin, 1861

Kapitel 5

Ein Polizeirat

Gegen fünf Uhr morgens beabsichtigte der Ochsenhändler Joachim Nettelberg abzureisen. Der Hausknecht, obschon noch schläfrig, versah pünktlich seinen Dienst: Bereits um vier Uhr war er erwacht, hatte Stiefel und Kleider der Gäste gereinigt und schickte sich nun, fünf Minuten vor halb fünf, an, den Ochsenhändler zu wecken.

Er klopfte an die Tür. »Herr Nettelberg, es ist Zeit!«

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Lilien über weißen Wegen: Die Eroberung Kanadas

Lilien über weißen Wegen: Die Eroberung Kanadas

Die Irokesenkriege, in der Geschichtsschreibung auch als Biberkriege oder Franzosen- und Irokesenkriege bekannt, bezeichnen eine gewaltsame Epoche im 17. Jahrhundert. Im Zentrum dieser Konflikte stand der Haudenosaunee-Bund – ein Zusammenschluss der Mohawk, Oneida, Onondaga, Cayuga und Seneca (auch Fünf Nationen genannt). Sie kämpften gegen zahlreiche benachbarte First Nations sowie gegen französische Kolonialtruppen um die Vorherrschaft im Pelzhandel.

Ihren Ursprung nahmen diese Auseinandersetzungen im erbitterten Wettbewerb um Ressourcen. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts entwickelte sich eine tiefe wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen den Haudenosaunee und den europäischen Mächten. Während der Bund mit britischen und niederländischen Kaufleuten handelte und Felle gegen Eisenwerkzeuge, Musketen und Textilien tauschte, suchten ihre traditionellen Feinde – darunter die Huron-Wendat und Algonquin – den Schulterschluss mit französischen Händlern. Dieser Konkurrenzkampf heizte die ohnehin bestehenden Spannungen zwischen den indigenen Völkern massiv an.

Mitte des 17. Jahrhunderts waren die Biberbestände im Stammesgebiet der Haudenosaunee nahezu erschöpft. Um den lukrativen Weiterlesen