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Al Capone – Band 36

Al Capone
Band 36
Capone vor dem Richter

1. Kapitel
Ronny schwört einen Meineid

Die Verhandlung in dem Prozess wegen der Ermordung Dion O’Banions ist auf dem Höhepunkt angelangt. Nachdem als Zeugen die Witwe Dion O’Banions und deren Bruder Ronny ihre Aussagen gemacht hatten, bat Hauptmann Shoemaker um die Erlaubnis, an den Zeugen Ronny Curie noch ein paar Fragen stellen zu dürfen.

Der Vorsitzende willfahrte seinem Wunsch, und der Polizeichef wandte sich nun an Ronny Curie und sagte: »Wenn Sie derjenige gewesen sind, der die Ermordung von Dion O’Banion zuerst entdeckt hat, wie kommt es dann, dass Sie nicht da waren, als Polizei und Coroner am Tatort eintrafen, um den Leichnam fortzuschaffen und die ersten Untersuchungen in die Wege zu leiten?«

Die Frage war so gestellt, dass auch ein noch schlauerer Mensch als dieser Ronny Curie dadurch in die Enge getrieben worden wäre, aber der schlaue Ire verstand es doch, sich herauszuwinden. Er sagte: »Die Stimme des Blutes ist mächtiger als alles andere auf der Erde … Als ich meinen unglücklichen Schwager ermordet auf dem Fußboden liegen sah, da galt mein erster Gedanke meiner Schwester Mabel; ich wusste, wie innig sie den armen Dion liebte, und hielt es daher für das Allerwichtigste, sie zuerst in ihrer Wohnung aufzusuchen und ihr schonend die furchtbare Nachricht zu überbringen … Es hätte doch sein können, dass ein anderer, der sie nicht so sehr liebt wie ich, ihr die Kunde von der Ermordung ihres Gatten vielleicht in roher Weise gebracht hätte … Mabel ist ein überaus empfindsamer Mensch … Das ist also der Grund dafür, dass ich nicht so lange in dem Laden wartete, bis die Polizei und der Coroner kamen, um die ersten Feststellungen zu machen.«

»Wollen Sie schwören, dass Sie die Wahrheit sagen, wenn Sie mitteilen, dass Sie aus dem Blumenladen Alfonso Capone, Ed Weller und Frank Rio haben herauskommen sehen, kurz bevor Sie entdeckten, dass Ihr Schwager ermordet worden war?«, fragte ihn der Staatsanwalt.

»Ja, ich schwöre!«, sagte Ronny Curie eifrig.

»So eine Unverschämtheit! Hat man schon jemals einen unverschämteren Lügner gesehen als diesen Kerl?!«, rief Alfonso Capone mit lauter Stimme.

»Ruhe!«, drohte ihm Mac-Swigging. Der Staatsanwalt wandte sich an den Vorsitzenden und sagte: »Der Zeuge hat soeben seine Aussage eidlich bekräftigt und in ganz bestimmter Weise Capone und seine Kameraden des Mordes beschuldigt; die verwitwete Frau O’Banion hat ihrerseits dasselbe getan. Ich erlaube mir daher, dem Herrn Präsidenten vorzuschlagen, dass Alfonso Capone und Frank Rio bis auf Weiteres in Haft bleiben, ebenso auch der deutsche Gangster Ed Weller, auf dem noch die Anklage wegen eines früher vollbrachten Mordes ruht.«

»Das entspricht dem Gesetz«, entgegnete der Vorsitzende kurz. »Haben die Verhafteten noch etwas zu sagen?«

»Wir sind vollkommen unschuldig an dem Verbrechen, dessen man uns beschuldigt!«, sagte Scarface, der für alle sprach. »Das ist eine ganz niederträchtige Anklage, die das Werk dieses gemeinen Subjekts Ronny Curie ist, der einer der übelsten Kerle ist, die jemals auf dieser Welt herumgelaufen sind.«


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.

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