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Mörder und Gespenster – Band 1 – 16. Teil

August Lewald
Mörder und Gespenster
Band 1
Der Erbe des Teufels

Kapitel 6

Er hatte die Gasse, in der der Pfefferküchler wohnte, bald erreicht. Der Goldschmied saß hier bei seiner lieben Gevatterin im Erdgeschoss neben dem Laden, das wusste er. Das kleine Stäbchen war mit Absicht gewählt worden, um jeden Verdacht der Sträflichkeit dieses Beisammenseins von dem Mann zu entfernen.

Der Schäfer horchte an der Tür, blickte durch den Laden und klopfte ziemlich heftig an, nachdem er Licht gesehen und Stimmen vernommen hatte. Die Störung erschreckte das Pärchen nicht wenig. Schließlich fasste sich die Frau, öffnete ein kleines Gitterfenster und fragte, was sein Begehren sei.

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Die unvergesslichen Stimmen von Sherlock Holmes: Christian Rode und Peter Gröger

Die unvergesslichen Stimmen von Sherlock Holmes: Christian Rode und Peter Gröger

In der vielfältigen Welt der Hörspiele gibt es Stimmen, die weit über ihre Rollen hinauswirken – Stimmen, die sich ins kollektive Gedächtnis ihrer Hörerinnen und Hörer einprägen und zu einem unverzichtbaren Teil einer ganzen Hörspielgeneration werden. Zwei solcher Stimmen gehören Christian Rode und Peter Gröger, deren Interpretationen des legendären Ermittlerduos Sherlock Holmes und Dr. John Watson im Rahmen der Maritim-Hörspiele und später bei Romantruhe Audio zu wahren Klassikern geworden sind.

Ihr Zusammenspiel, ihre authentische Darstellung und die unverwechselbare Klangfarbe ihrer Stimmen haben maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Hörspieladaptionen bis heute Kultstatus genießen.

Christian Rode, geboren am 20. Juli 1936, war ein Ausnahmetalent der deutschen Sprecher- und Schauspielszene. Als Stimme des Sherlock Holmes verlieh er der berühmten Figur eine beeindruckende Mischung aus Intellekt, Scharfsinn und einer leicht arroganten Eleganz. Dieses Zusammenspiel gab seiner Weiterlesen

Das Geisterschiff – Kapitel 25

John C. Hutcheson
Das Geisterschiff
Kapitel 25

Außer Gefecht

Ein großer Jubel brach gerade von dem Deck unter uns aus, wo der Kapitän und die meisten Männer versammelt waren. Dieser Jubel zeigte deutlich, dass der Kampf beendet war und wir den Sieg errungen hatten. Ich eilte zurück, um dem Oberst Bescheid zu geben.

Als sie meine Schritte hörte, drehte sich die kleine Elsie um und erblickte mich.

»Oh, mein Vater!«, rief sie, löste sich aus der Umarmung des Obersts, schmiegte sich aber weiterhin eng an ihn, und starrte mich schüchtern mit einem verwirrten Ausdruck im Gesicht an. »Wer ist dieser junge Herr, mein Vater? Ich scheine ihn zu kennen, und doch erinnere ich mich nicht, ihn jemals zuvor gesehen zu haben!«

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Der Märkische Eulenspiegel 25

Der Märkische Eulenspiegel
Seltsame und kurzweilige Geschichten von Hans Clauert in Trebbin
Niedergeschrieben von Oskar Ludwig Bernhard Wolff
Leipzig, 1847
Überarbeitete Ausgabe

Hans Clauert, Schlosser aus Trebbin

Wie Clauert einen Schneider betrog

In Prenzlau lebte ein Schneider, der von sich selbst eine sehr hohe Meinung hatte und glaubte, dass niemand so klug war wie er. Dieser hatte besonders auch Umgang mit Clauert, wenn er in der Stadt war, und nahm ihn bisweilen auf die Schippe. Da gedachte Clauert, ihm einen Beutepfennig zu schenken, damit er sich seiner erinnert. Er ging eines Tages zu dem Schneider und fragte ihn, ob er ihm aus drei alten Röcken ein Fastnachtskleid machen könne.
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Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges 26

Max Klose
Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges
Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Riesengebirge
Verlag von Brieger & Gilbers. Schweidnitz (Świdnica). 1887.
Überarbeitete Fassung

6. Das Goldberger Gespenst

Ein Goldberger Schneider hatte Herzog Boleslaw dem Kahlen (1278) Unrecht getan. Der Herzog befahl, den Übeltäter hinzurichten. Der Goldberger Rat wusste jedoch, dass der Mann unschuldig war, und ließ ihn entkommen. Als der Herzog später nach Goldberg kam, begegnete ihm der Schneider in der Stadt und schritt trotzig an ihm vorüber. Der Fürst schalt zornig den erschrockenen Rat und fragte, weshalb sein Befehl nicht vollzogen worden sei. Der Rat erwiderte in seiner Verlegenheit, der Schneider sei wohl hingerichtet worden, doch seitdem gehe der unschuldig Gerichtete als Geist umher und schimpfe auf den Weiterlesen