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Al Capone – Band 35

Al Capone
Band 35
Mörder im Verhör

1. Kapitel
Das Verhör wird fortgesetzt

Der freundliche Leser wird sich erinnern, dass bei dem Verhör auf dem Polizeipräsidium, das man wegen der Ermordung Dion O’Banions angestellt hatte, auch einige Zeugen vernommen wurden. Diese sollten angeben, ob sie die Verhafteten – Anselmi, Scalise und Yale – für dieselben Leute hielten, die sie nach der Ermordung O’Banions aus dessen Laden hatten kommen sehen. Der schwarze Diener O’Banions, ein junger Verkehrsschutzmann und ein Bäcker waren soeben vernommen worden, von denen die beiden Letzteren die Verhafteten für die Täter hielten.

Bei jeder der belastenden Aussagen, die die beiden Zeugen machten, stießen die Beschuldigten aufgeregte Protestrufe aus, Weiterlesen

Buffalo Bill Der letzte große Kundschafter – 21. Kapitel

Buffalo Bill
Der letzte große Kundschafter
Ein Lebensbild des Obersten William F. Cody, erzählt von seiner Schwester Helen Cody Wetmore
Meidingers Jugendschriften Verlag, Berlin 1902

Einundzwanzigstes Kapitel

Die Jagd des Großfürsten Alexis

Am 12. Januar 1872 brachte ein Sonderzug den Großfürsten Alexis und sein Gefolge an die nördlichen Plateaus. Will, den General Sheridan dem hohen Gast vorstellte, fasste sofort großes Interesse für ihn. Er freute sich auch, dass General Custer an der Expedition teilnahm.

Als der Zug heranbrauste, hatte Will alle Vorbereitungen abgeschlossen. Gleich nach dem Frühstück begaben sich der Großfürst und seine Begleiter zu den Pferden oder zu den für sie bestimmten Plätzen in den Ambulanzwagen. Genau dem Rang entsprechend reihten Weiterlesen

Die Gespenster – Vierter Teil – 38. Erzählung

Die Gespenster
Kurze Erzählungen aus dem Reich der Wahrheit von Samuel Christoph Wagener
Allen guten Schwärmern, welchen es mit dem Bekämpfen und Ablegen beunruhigender Vorurteile in Absicht des Geisterwesens ernst ist, liebevoll gewidmet von dem Erzähler Friedrich Maurer aus dem Jahr 1798
Vierter Teil

Achtunddreißigste Erzählung

Schulmeister Wenzel zu Mohlstadt bei Saarbrücken

Ein ähnliches Schicksal hatte der Schulmeister Wenzel zu Mohlstadt bei Saarbrücken. Auch er starb nach der unbestreitbaren Meinung seiner Hausgenossen und Nachbarsleute. Einige Meilen von ihm hatte sich seine Schwester häuslich niedergelassen. Da man ihre Gegenwart beim Leichen­begängnis wünschte, und deshalb ihre Ankunft, die erst am dritten Tag erfolgen konnte, abwarten wollte, so konnte der Verstorbene zu seinem Glück nicht nach dortiger Gewohnheit schon nach achtundvierzig Stunden, sondern erst nach drei Weiterlesen

Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 12 Teil 1

Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 12 Teil 1

Ein Frieden auf Haaresbreite

Hass stirbt nur langsam, und der Friede kehrte nur zögerlich ein. Die Ruhe, die sich versuchsweise über Lincoln legte, glich einem hochempfindlichen Abzug – an sich harmlos, doch der kleinste Fingerzeig genügte, um ihn tödlich werden zu lassen.

Murphy war nicht mehr am Leben, um den Triumph seiner Fraktion zu genießen. Er starb in Santa Fe kurz vor jener Schlacht, die mit einem Schlag sowohl McSweens Leben als auch dessen Hoffnung auf Macht beendete. Vielleicht war es besser so. Der Krieg hatte Murphy ruiniert. Sein Besitz war verpfändet worden, um seine Kämpfer zu bezahlen. Seine Gläubiger pfändeten seine Rinderfarm, sein Handelsunternehmen sowie sein Hotel; der Big Store wurde schließlich zum Gerichtsgebäude. Einst der Herr der Berge, reich und von immenser Macht, starb er praktisch mittellos.

Doch der Krieg hatte auch das finanzielle Glück von McSween zunichtegemacht. Er hinterließ seiner Witwe kaum mehr als ein Erbe aus Weiterlesen

Das Gespensterbuch – Zwölfte Geschichte – Teil 1

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Nikolaus Gogol

Wij, der Fürst der Dämonen – Teil 1

Einst bogen während einer Ferienreise drei Scholaren aus Kiew von der Landstraße ab, um beim ersten besten Gehöft, auf das sie stießen, den schon längst geleerten Sack mit neuen Vorräten zu versorgen. Dies waren der Theologe Haljawa, der Philosoph Choma Brut und der Rhetor Tiberius Gorobetz.

Es war schon Abend, als sie von der Landstraße abbogen; die Sonne war eben untergegangen, und noch spürte man in der Luft die Wärme des Tages. Der Theologe und der Philosoph marschierten schweigsam mit der Pfeife im Munde dahin und der Rhetor, Tiberius Weiterlesen