Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 11
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 11
Der Mann, der sich totstellte
Mit Blick auf das Bonito Valley, einige Meilen westlich von Lincoln, steht auf einem Felsvorsprung am Fuß hoher Hügel ein malerisches Bauernhaus aus Adobe. Von deren Hängen weht der Duft von Pinien herüber. Bis zum kleinen Fluss, der sich hier in trägen Schleifen und stillen Teichen dahinschlängelt, erstrecken sich Weizen-, Hafer- und Luzernefelder. Auf den Weiden grasen Rinder und Schafe. Die Obstgärten hängen schwer mit Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Pfirsichen. Nur wenige Meter von der Tür des Bauernhauses entfernt singt ein überquellender Asequia ein Lied des Friedens.
Dies ist das Zuhause von Eugenio Salazar, der wie durch ein Wunder noch heute lebt, um von der kühnen List zu erzählen, die ihm vor fast einem halben Jahrhundert in Lincoln das Leben gerettet hat. Er ist ein fröhlicher und ernsthaft höflicher Mann, der weit über siebzig Jahre alt ist. Er hat eisengraues Haar, einen Schnurrbart und eine große, breitschultrige Statur, die auf die Kraft schließen lässt, Weiterlesen
Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 10 – Teil 2
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 10 Teil 2
Die dreitägige Schlacht (Fortsetzung)
»Ich rieche Rauch«, rief sie. »Was kann brennen?« Sie eilte in den nächsten Raum. Der beißende Geruch von Feuer wurde stärker. Als sie durch die Tür in den angrenzenden Raum ging, kroch eine blaue, schattenhafte Wolke aus Rauch langsam auf sie zu.
»Feuer!«
Die Männer eilten ihr nach. Als sie in den Hinterraum stürmten, hielten sie schockiert an und konnten kaum atmen. Durch die dichten Schwaden sahen sie die Tür und die Fensterläden, die unter den Flammen in verkohlten Fragmenten zerbröckelten. Während sie dort in momentaner Benommenheit standen, krachte ein Teil des Daches in brennenden Trümmern auf den Boden. Im Nu hatte sich die Situation der kleinen Garnison zu einer verzweifelten Krise entwickelt. Das Haus, das ihr Zufluchtsort und ihre Festung gewesen war, hatte sich in eine Todesfalle verwandelt.
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Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 10 – Teil 1
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 10 Teil 1
Die dreitägige Schlacht
Eine Julinacht lag über Lincoln in stiller Ruhe. Die dunkle, stille Stadt schien unter den friedlichen Sternen zu schlafen.
Doch hinter den bastionsartigen Mauern des Murphy-Ladens wurden kriegerische Vorbereitungen getroffen. Im tiefen Schutz von Murphys altem Büro beriet Sheriff Peppin mit Jimmy Dolan, Marion Turner, John Kinney, Andy Boyle, Old Man Pearce und anderen Anführern der Murphy-Fraktion.
»Wir haben Kid endlich«, erklärte Peppin. »Es gibt keinen Weg für ihn, zu entkommen. Diesmal kriegen wir ihn, tot oder lebendig.«
Kid war mit einem halben Dutzend anderen McSween-Anhängern, frisch vom Kampf in Chisums South Spring Ranch, ein paar Stunden zuvor angekommen und hatte im McSween-Haus Zuflucht gesucht. Kurz darauf traf Deputy Sheriff Turner mit fünfundzwanzig Weiterlesen
Die Sage des Billy the Kid Kapitel 9
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 9
Morgendlicher Spaziergang des Sheriffs
Sheriff Brady war verärgert. Seine Pläne für einen schnellen und entscheidenden Sieg über Murphy waren gescheitert. Der wilde Kampfgeist von Murphys Feinden hatte ihn überrascht. Die McSween-Fraktion fegte alles vor sich hinweg und schien auf dem besten Weg zu sein, Murphys Macht zu stürzen und selbst die Vorherrschaft zu erlangen.
Sheriff Brady steckte bis zum Hals in der Fehde. Mit Offenheit und Begeisterung hatte er die Macht seines Amtes auf Murphys Seite geworfen. Warum auch nicht? Murphy war sein Freund. Er verdankte ihm nicht nur sein persönliches Vermögen, sondern auch sein Amt. So ehrlich wie die meisten Menschen glaubte er aufrichtig, dass Murphy für Recht und Gerechtigkeit in dieser Fehde stand. Eine Niederlage für Murphy bedeutete den Ruin für ihn selbst. Indem er für Murphy kämpfte, kämpfte er für seine eigenen Interessen. Zwar war seine Haltung unvereinbar mit der unparteiischen Ausübung seiner Pflichten als Sheriff, aber zumindest war sie grundlegend Weiterlesen
Die Sage des Billy the Kid Kapitel 8
Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 8
Dreizehn gegen einen
Bill Roberts galt nicht als besonders bedeutsam. Man sagte, er sei ein Niemand. Er war ein stämmiger, breit gebauter, eher unansehnlicher kleiner Mann mittleren Alters, Analphabet, gewöhnlich und ärmlich gekleidet. Er ritt gewöhnlich auf einem alten rotbraunen Maultier, und die Leute im Lincoln County konnten ihr Schmunzeln kaum verbergen, wenn er die Straße entlang trottete, die geduldige Kreatur mit den Fersen in die Rippen tretend, während seine Ellbogen auf und ab wippten. Er hielt sich meist zurück, sagte selten etwas und hatte nur wenige Freunde. Sein Mut wurde nie infrage gestellt; niemand hielt es für wert, über Bill Roberts in irgendeiner Hinsicht zu diskutieren.
Aber Bill Roberts besaß Mut; nicht den gewöhnlichen Mut gewöhnlicher Männer, sondern einen Mut, den nichts entmutigen und nichts bezwingen konnte und der die Bedeutung von Angst nicht kannte. Der Mut von Bill Roberts erhob sich über seine Unwissenheit und Weiterlesen
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