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Im Original Walter Noble Burns

Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 12 Teil 1

Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 12 Teil 1

Ein Frieden auf Haaresbreite

Hass stirbt nur langsam, und der Friede kehrte nur zögerlich ein. Die Ruhe, die sich versuchsweise über Lincoln legte, glich einem hochempfindlichen Abzug – an sich harmlos, doch der kleinste Fingerzeig genügte, um ihn tödlich werden zu lassen.

Murphy war nicht mehr am Leben, um den Triumph seiner Fraktion zu genießen. Er starb in Santa Fe kurz vor jener Schlacht, die mit einem Schlag sowohl McSweens Leben als auch dessen Hoffnung auf Macht beendete. Vielleicht war es besser so. Der Krieg hatte Murphy ruiniert. Sein Besitz war verpfändet worden, um seine Kämpfer zu bezahlen. Seine Gläubiger pfändeten seine Rinderfarm, sein Handelsunternehmen sowie sein Hotel; der Big Store wurde schließlich zum Gerichtsgebäude. Einst der Herr der Berge, reich und von immenser Macht, starb er praktisch mittellos.

Doch der Krieg hatte auch das finanzielle Glück von McSween zunichtegemacht. Er hinterließ seiner Witwe kaum mehr als ein Erbe aus Weiterlesen

Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 11

Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 11

Der Mann, der sich totstellte

Mit Blick auf das Bonito Valley, einige Meilen westlich von Lincoln, steht auf einem Felsvorsprung am Fuß hoher Hügel ein malerisches Bauernhaus aus Adobe. Von deren Hängen weht der Duft von Pinien herüber. Bis zum kleinen Fluss, der sich hier in trägen Schleifen und stillen Teichen dahinschlängelt, erstrecken sich Weizen-, Hafer- und Luzernefelder. Auf den Weiden grasen Rinder und Schafe. Die Obstgärten hängen schwer mit Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Pfirsichen. Nur wenige Meter von der Tür des Bauernhauses entfernt singt ein überquellender Asequia ein Lied des Friedens.

Dies ist das Zuhause von Eugenio Salazar, der wie durch ein Wunder noch heute lebt, um von der kühnen List zu erzählen, die ihm vor fast einem halben Jahrhundert in Lincoln das Leben gerettet hat. Er ist ein fröhlicher und ernsthaft höflicher Mann, der weit über siebzig Jahre alt ist. Er hat eisengraues Haar, einen Schnurrbart und eine große, breitschultrige Statur, die auf die Kraft schließen lässt, Weiterlesen

Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 10 – Teil 2

Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 10 Teil 2

Die dreitägige Schlacht (Fortsetzung)

»Ich rieche Rauch«, rief sie. »Was kann brennen?« Sie eilte in den nächsten Raum. Der beißende Geruch von Feuer wurde stärker. Als sie durch die Tür in den angrenzenden Raum ging, kroch eine blaue, schattenhafte Wolke aus Rauch langsam auf sie zu.

»Feuer!«

Die Männer eilten ihr nach. Als sie in den Hinterraum stürmten, hielten sie schockiert an und konnten kaum atmen. Durch die dichten Schwaden sahen sie die Tür und die Fensterläden, die unter den Flammen in verkohlten Fragmenten zerbröckelten. Während sie dort in momentaner Benommenheit standen, krachte ein Teil des Daches in brennenden Trümmern auf den Boden. Im Nu hatte sich die Situation der kleinen Garnison zu einer verzweifelten Krise entwickelt. Das Haus, das ihr Zufluchtsort und ihre Festung gewesen war, hatte sich in eine Todesfalle verwandelt.
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Die Sage des Billy the Kid – Kapitel 10 – Teil 1

Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 10 Teil 1

Die dreitägige Schlacht

Eine Julinacht lag über Lincoln in stiller Ruhe. Die dunkle, stille Stadt schien unter den friedlichen Sternen zu schlafen.

Doch hinter den bastionsartigen Mauern des Murphy-Ladens wurden kriegerische Vorbereitungen getroffen. Im tiefen Schutz von Murphys altem Büro beriet Sheriff Peppin mit Jimmy Dolan, Marion Turner, John Kinney, Andy Boyle, Old Man Pearce und anderen Anführern der Murphy-Fraktion.

»Wir haben Kid endlich«, erklärte Peppin. »Es gibt keinen Weg für ihn, zu entkommen. Diesmal kriegen wir ihn, tot oder lebendig.«

Kid war mit einem halben Dutzend anderen McSween-Anhängern, frisch vom Kampf in Chisums South Spring Ranch, ein paar Stunden zuvor angekommen und hatte im McSween-Haus Zuflucht gesucht. Kurz darauf traf Deputy Sheriff Turner mit fünfundzwanzig Weiterlesen

Die Sage des Billy the Kid Kapitel 9

Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 9

Morgendlicher Spaziergang des Sheriffs

Sheriff Brady war verärgert. Seine Pläne für einen schnellen und entscheidenden Sieg über Murphy waren gescheitert. Der wilde Kampfgeist von Murphys Feinden hatte ihn überrascht. Die McSween-Fraktion fegte alles vor sich hinweg und schien auf dem besten Weg zu sein, Murphys Macht zu stürzen und selbst die Vorherrschaft zu erlangen.

Sheriff Brady steckte bis zum Hals in der Fehde. Mit Offenheit und Begeisterung hatte er die Macht seines Amtes auf Murphys Seite geworfen. Warum auch nicht? Murphy war sein Freund. Er verdankte ihm nicht nur sein persönliches Vermögen, sondern auch sein Amt. So ehrlich wie die meisten Menschen glaubte er aufrichtig, dass Murphy für Recht und Gerechtigkeit in dieser Fehde stand. Eine Niederlage für Murphy bedeutete den Ruin für ihn selbst. Indem er für Murphy kämpfte, kämpfte er für seine eigenen Interessen. Zwar war seine Haltung unvereinbar mit der unparteiischen Ausübung seiner Pflichten als Sheriff, aber zumindest war sie grundlegend Weiterlesen