Slatermans Westernkurier Ausgabe 12-2024
Auf ein Wort, Stranger, warum kennt eigentlich kaum jemand das Massaker von Newton?
Gute Frage, aber tatsächlich ist diese Auseinandersetzung, die man das Massaker von Newton, Kansas oder auch Schießerei im Hyde Park in Newton nennt, selbst in Amerika auch heute noch so gut wie unbekannt.
Warum ist das so?
Immerhin handelt es sich dabei um eine Schießerei, die mehr Tote und Verletzte forderte als der berühmte Showdown zwischen den Earp-Brüdern und Doc Holliday mit den Clantons in Tombstone im O.K. Corral oder jene Schießerei, in der die Bürger von Coffeeville die Dalton Bande bei einem versuchten Banküberfall regelrecht in Stücke schossen. Das Newton Massaker war sogar blutiger als Dallas Stoudemires legendärer Revolverfight in El Paso, der als »Vier Tote in fünf Sekunden Kampf« in die Pioniergeschichte einging.
Gründe genug, um in damaligen Gerichtsakten und Zeitungsartikeln zu stöbern, um herauszufinden, Weiterlesen
Aus dem Reiche der Phantasie – Heft 1 – Der letzte Höhlenmensch – 6. Kapitel
Robert Kraft
Aus dem Reiche der Phantasie
Heft 1
Der letzte Höhlenmensch
Verlag H. G. Münchmeyer, Dresden, 1901
Im Leichentempel
Beim ersten Schritt prallte Richard entsetzt zurück. Der Mondschein drang durch ein offenes Fenster und fiel hell auf ein menschliches Gesicht – ein schreckliches Gesicht, wachsgelb und mumienartig eingetrocknet, aus dem ein zahnloser Mund ihm entgegengrinste und gläserne Augen ihn anstierten.
»Fürchte dich nicht, wir sind im Leichentempel der Farken«, flüsterte Maka, seine Hand wieder ergreifend, »es sind nur die ausgetrockneten Leichen großer Häuptlinge.«
Adventskalender 2024 – 17. Türchen
Es war einmal ein Schuhflickerlein, das lebte mit Frau und Kindern im Elend, denn sie hatten nichts zu brocken und zu beißen. Wie oft er auch mit seinem Werkzeugkorb durch die Straßen lief und rief: »Wer hat Schuhe zu bessern?« … so kam doch niemand, der seiner Arbeit begehrte. Des Lebens müde, beschloss er, sich zu ersäufen.
Wie er sich in den Strudel stürzen wollte, trat vor ihn sein Glück, hielt ihn zurück und sagte: »Was willst du tun?«
»Ach!«, seufzte er, »das Unglück verfolgt mich und ich mag nicht mehr leben.« Sprach zu ihm das Glück: »Tue das nicht. Hier nimm dieses Messer! Disteln gibt es genug, und bei jeder Distel, welche du damit abschneidest, wirst du einen kleinen Groschen finden.«
Sagen der mittleren Werra 93
Die Erbauung des alten Ringelsteins
»Alte Leute haben erzählt«, begann ein anderer von dort, »dass unser Moorgrund, ebenso wie der Grund von Schweina, einmal ein großer See gewesen sein soll, und dass das Wasser weit hinaufgereicht habe. Das höher gelegene Land aber sei eine gar arge Wildnis gewesen, in der Bären, Wölfe und anderes Getier hausten. Zu jener Zeit nun sei ein fremder Graf namens Gumpoldo in die Gegend gekommen, habe 19 Familien aus der Fremde mitgebracht und mit diesen den alten Ringelstein erbaut. Von den 19 habe er später.16 an die Stelle, wo sonst Altgumpelstadt stand, und 3 hierher nach Waldfisch gewiesen und jeder Familie eine Hufe Landes geschenkt. Jene 19 hätten nun die beiden Orte erbaut und den ersteren nach dem Grafen Gumpelstadt genannt. Auch sollen sie den See an der Krümmlich ins Werratal abgeleitet haben. Die 19 Hufen aber haben wir noch bis auf den heutigen Tag in den beiden Fluren, desgleichen die alte Einteilung der Hufe in 16 Beine.«
Wie der Ritter vom Ringelstein die Stabsgerechtigkeit verleiht
Von der alten Gemeindeverfassung des Amtes Altenstein, die auch mit dem Ringelstein zusammen hängt, lautet die Geschichte so: Weiterlesen
Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 36
Von diesem Zeitpunkt an bis zum 19. April blieb das Wetter rau und windig, mit häufigen Schneestürmen; dennoch waren viele unserer Fallensteller erfolgreich damit beschäftigt, Biber zu fangen. Vier von ihnen kehrten heute Abend unerwartet von einer Expedition nach Gray’s Hole zurück, deutlich alarmiert. Sie stießen, wie es scheint, plötzlich auf mehrere Forts in einem Haine von Espenbäumen, die zu ihrer Überraschung noch bewohnt waren, wie aufsteigende Rauchwolken bewiesen. Sie flohen sofort, verfolgt von einer großen Schar Indianer, die ihnen mit solcher Geschwindigkeit folgten, dass es eine Zeit lang unsicher war, welche Gruppe zuerst eine schmale Schlucht erreichen würde, wo sich die einzige Rettungschance bot. Die Gewissheit des Todes, falls sie eingeholt oder ihr Rückzug durch die Passage abgeschnitten würde, trieb sie mit einer Energie und Schnelligkeit an, die sie unter weniger bedrohlichen Umständen nicht gezeigt hätten. Selbst ihre Pferde schienen die Gefahr zu verstehen und unterstützten mit großzügigem Einsatz die Wünsche ihrer Reiter, sodass sie sie sicher bis zur Schlucht trugen, durch die sie in die offene Ebene jenseits davon entkamen und von weiterer Verfolgung befreit wurden.
Die Erde war zu dieser Zeit mit Schnee bedeckt, und da sie gezwungen waren, aus Sicherheitsgründen einen sehr gewundenen Weg zur Schlucht zu nehmen, bedingt durch Felsen, Klippen und andere Hindernisse, über die Reiter nicht sicher hinwegkommen konnten, die die leicht bewaffneten, stark bemuskelten und schnellen Indianer jedoch in einer fast direkten Route zum Ort aufsuchten, den sie, Weiterlesen

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