Das Gespensterbuch – Neunte Geschichte
Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913
Edgar Allan Poe
Die Maske des Roten Todes
Lange schon wütete der Rote Tod im Land. Nie zuvor hatte eine Pest solche Verwüstungen angerichtet, nie zuvor hatte eine Krankheit einen derartigen Schrecken verbreitet. Blut war der Anfang, Blut das Ende – überall das Rot und der Schrecken des Blutes. Mit stechenden Schmerzen und Schwindelanfällen setzte es ein, dann quoll Blut aus allen Poren und die Auflösung begann. Die scharlachroten Tupfen am ganzen Körper der glücklichen Opfer – und besonders im Gesicht – waren das Bannsiegel des Roten Todes. Es schloss die Gezeichneten von der Hilfe und der Teilnahme ihrer Mitmenschen aus. Und alles, vom ersten Anfall bis zum tödlichen Weiterlesen
Nick Carter – Band 17 – Das Gefängnis auf dem Meeresgrund – Kapitel 6
Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Das Gefängnis auf dem Meeresgrund
Ein Detektivroman
Nick und Chick bei der Arbeit
Nick Carter und sein erster Gehilfe waren inzwischen nicht minder geschäftig gewesen. Sie hatten ermittelt, dass Mr. Fillmore mit dem Glockenschlag neun Uhr sein Büro verlassen und mit dem Lift (Aufzug) nach unten gefahren war. Wie der Hausmeister bekundete, war unmittelbar zuvor ein geschlossenes Lab vor dem Wolkenkratzer angefahren und dessen Lenker hatte Mr. Fillmore mit Namen angesprochen und ihn gefragt, ob eine Fahrt gefällig sei. Mr. Fillmore sei in Eile gewesen und augenblicklich in das geschlossene Lab, dessen Wagenfenster dicht verhängt gewesen, eingestiegen, worauf der Wagen sich schnell in Bewegung gesetzt habe. Wie der farbige Portier weiter bekundete, hatte er die Wagennummer zufällig betrachtet und im Gedächtnis behalten.
Catherine Parr Band 1 – Zweites Buch – Kapitel 3
Luise Mühlbach
Catherine Parr
Zweites Buch
Historischer Roman, M. Simion, Berlin 1851
III. Das Geständnis
Thomas Seymour kehrte zu Catharine zurück. Sie lag noch mit geschlossenen Augen, bleich, unbeweglich da.
Er blickte sie lange und unverwandt an, er trank in langen Zügen den Anblick dieses schönen und edlen Weibes, von der er sich in diesem Moment nicht entsann, dass sie eine Königin sei.
Er war endlich allein mit ihr! Endlich, nach zwei Jahren der Qual, der Resignation, der Verstellung hatte ihm Gott diese Stunde geschenkt, nach welcher er so lange sich gesehnt, die endlich seinen Tantalusqualen ein Ende machen sollte!
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Sagen der mittleren Werra 98
Der verfluchte Wald bei Wilhelmsthal
Zwischen Wilhelmsthal und Ruhla steht rechts und links vom Fahrweg ein Eichwald mit verdorrten Wipfeln. Die Sage erzählt darüber Folgendes:
Es soll einmal geschehen sein, dass sie in Eisenach einen Unschuldigen zum Strick verurteilten. Auf dem Weg zum Galgen beteuerte der Mann vor allen Leuten nochmals seine Unschuld. Als er jedoch sah, dass alles vergebens war, verfluchte er den Wald, aus dem das Holz für den Galgen eines Unschuldigen gezimmert worden war.
Seit jener Zeit verdorren hier die Wipfel des Waldes, weil das Galgenholz aus ihm genommen wurde.
Der Taubeneller Hans
Es kamen einmal zwei Studenten nach Taubenellen. Sie hatten schon viel vom Taubeneller Hans, einem gewaltigen Hexenmeister, gehört und wollten gern einen seiner Streiche miterleben. Man wies sie vom ehemaligen Jägerhaus in die Mühle, wo sie, ohne ihre Weiterlesen
Varney, der Vampir – Kapitel 48
Thomas Preskett Prest
Varney, der Vampir
oder: Das Blutfest
Ursprünglich als penny dreadful von 1845 bis 1847 veröffentlicht, als es zum ersten Mal in Buchform erschien, ist Varney, der Vampir ein Vorläufer von Vampirgeschichten wie Dracula, die es stark beeinflusst hat.
Kapitel 48
Der Pfahl und die Leiche
Der Mob schien von Anfang an den Eindruck zu haben, dass vonseiten der militärischen Kräfte keine ernsthaften Konsequenzen zu erwarten seien. Es war nicht anzunehmen, dass die Soldaten, die in dieser Angelegenheit weder persönlichen Anstoß noch besondere Gefühle hegen konnten, sich einen schlechten Ruf einhandeln wollten, der ihnen für Jahre anhängen würde. Dies war kein politischer Aufruhr, bei dem unterschiedliche Meinungen zu erhitzten Gemütern führen könnten. Zwar hatten die zivilen Behörden um militärische Weiterlesen
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