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Die drei Musketiere – Zwanzig Jahre danach – 11. – 14. Bändchen – Kapitel XXV

Alexandre Dumas
Zwanzig Jahre danach
Elftes bis vierzehntes Bändchen
Fortsetzung der drei Musketiere
Nach dem Französischen von August Zoller
Verlag der Frankh’schen Buchhandlung. Stuttgart. 1845.

Kapitel XXV. Die Feder wirkt mehr als das Schwert

Ehe d’Artagnan wegritt, suchte er Aramis auf und sagte zu ihm: »Mein lieber Aramis, Ihr seid ein echter Frondeur. Misstraut also Athos, der in seiner Großmut für niemand und auch für sich selbst nicht sorgen will; misstraut auch Porthos, der, um dem Grafen zu gefallen, den er über alles bewundert, diesem behilflich sein wird, dass Mazarin entkommt, wenn Mazarin nur gescheit genug ist, zu weinen oder den Ritterlichen zu spielen.«

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Napoleon – eine Analyse zwischen Epos und Psychogramm

Napoleon – eine Analyse zwischen Epos und Psychogramm

Napoleon Bonaparte will französischer Kaiser werden und sein ehrgeiziger Aufstieg passiert rasant. Zugleich nimmt in seinem Leben aber auch die Liebe zu seiner Frau Joséphine eine entscheidende Rolle, zu der er in einem emotionalen Abhängigkeitsverhältnis steht.

Auf dem Schlachtfeld ist er ein strategischer Planer und visionärer Anführer. Doch in der ehelichen Beziehung werden ganz andere Schlachten ausgetragen. Nur kann der Feldherr seine untreue Frau durch die Eroberung der Welt an sich binden?

 

Ridley Scotts filmisches Monumentalwerk erhebt sich wie ein gewaltiges Fresko vor den Augen des Publikums, ein Tableau von Schlachtenlärm und innerer Zerrissenheit, von kriegerischem Glanz und menschlicher Tragik. In der Figur Napoleons offenbart sich ein Paradox: ein Mann, der die Welt zu seinem Schachbrett machte und doch ein Gefangener seines eigenen Geistes blieb. Scott enthüllt die Ambivalenz dieses mythisch aufgeladenen Charakters mit einem kühnen Strich – weder beschönigend noch Weiterlesen

Die Sage des Billy the Kid Kapitel 6

Die Sage des Billy the Kid
Kapitel 6

Kind eines dunklen Sterns

Im Laufe seines abenteuerlichen Lebens verlor Billy the Kid seinen richtigen Namen hinter seinem Pseudonym. Sein richtiger Name spielt keine große Rolle, er hätte unter jedem anderen Namen genauso gut geschossen. Sein Geburtsname war William H. Bonney, und er wurde am 23. November 1859 in New York City geboren. William H. und Kathleen Bonney, beide unbekannter Herkunft, wanderten 1862 mit ihrem dreijährigen Sohn Billy und dessen Bruder Edward nach Coffeyville, Kansas, aus.

Als der kleine Billy Bonney durch die Straßen tobte, war Coffeyville nur eine Ansammlung von Hütten an einer unbekannten Grenze, weit weg von den Kämpfen des Bürgerkriegs. Über die Bonneys in der Kleinstadt in Kansas weiß man nur, dass Billys Vater dort starb und begraben wurde. Kurz darauf zog die Witwe mit ihren beiden Kindern nach Colorado.

Colorado war damals der äußerste Westen, jenseits der Großen Amerikanischen Wüste gelegen, vage als Land des Goldes gefeiert Weiterlesen

Nick Carter – Band 16 – Haken-Max – Kapitel 8

Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Haken-Max
Ein Detektivroman

Bei Joes Frau

»Was soll der Wisch?«, fuhr der Captain den Polizisten, welcher von Chick mit der Überbringung des zusammengefalteten Zettels beauftragt worden war, ziemlich unwirsch an, als der strammstehende Policeman ihm das Blatt überreichte.

»Weiß nicht, Captain, es war einer von Carters Leuten, und er befahl mir, dem Gefangenen dort das Blatt zu überbringen. Er zeigte Dienstschild und Karte vom Polizeichef. Da sein Verlangen gegen die Regel geht, so überbrachte ich den Zettel Ihnen.«

»Schon recht«, entgegnete der Captain, dessen Mienen sich aufgeklärt hatten. »Sie können gehen!«

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Westward! Ho! – Erinnerungen eines Trappers – Kapitel 41

Am 20. Juli brachen ein junger Mann namens Newell und ich mit einem Ausrüstungsauftrag für den Flathead-Handel auf. Unsere kleine Gruppe bestand aus sechs Engagierten mit Packpferden und fünf bewaffneten Indianern, insgesamt dreizehn bewaffnete Männer. Obwohl wir uns spät von der Gesellschaft trennten, marschierten wir fünfzehn Meilen, erlegten einen prächtigen Bullen und hielten an einer kleinen Quelle in den Hochlanden nahe Jackson’s Little Hole an. Am folgenden Tag durchquerten wir das Loch und lagerten in den Engen darunter. Unser kleines Lager befestigten wir mit einem Brustwehr aus Baumstämmen, also umschlossen wir es mit einem Holzgehege.

Von dort aus passierten wir die Engen, eine Ecke von Jackson’s Big Hole, überquerten den Lewis River, stiegen die Berge hinauf und erreichten am 30. eine Region, in der das Wetter schön war, der Himmel wolkenlos über uns und die Sonne angenehm schien, ganz im Gegensatz zum Erscheinungsbild eine kurze Strecke unterhalb. Von unserer erhöhten Position aus betrachteten wir in Richtung Jackson’s Hole eine der schönsten Szenen, die man sich vorstellen kann. Es schien voll großer heller Wolken zu sein, die riesigen Schneebänken glichen, die in massigen Zahlen übereinander gestapelt waren, von reinem Weiß; sie wanden ihre umfangreichen Falten in verschiedenen Formen und verschlungenen Windungen und vereinigten sich in einer großen Umarmung ihrer schattenhaften Substanz. Erhabene Schöpfungen! Passende Sinnbilder der ersten strahlenden Vorstellungen des menschlichen Lebens! Wie sie voller Weiterlesen