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Sagen der mittleren Werra 65

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Riesen am Glasbach

Ein Fuhrmann, der sich um den Kuckuck nicht bekümmerte, befuhr einst in der Mitternachtsstunde die alte Weinstraße. Als er in die Nähe der alten Wallfahrtskapelle an der Glasbach anlangte, hörte er dicht neben sich stark niesen, und gab darauf ein ebenso kräftiges Gott helf! von sich. Das Niesen aber dauerte fort und der gutmütige Fuhrmann beantwortete es jedes Mal mit seinem Gott helf!. Da aber das Niesen kein Ende nehmen wollte, wurde er beim zwölften Mal der Sache müde und rief statt des gewohnten Gott helf!: »Nun, will dir Gott nicht helfen, so helf dir meinetwegen der Teufel!«
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Deutsche Märchen Nr. 2

Karl Simrock
Deutsche Märchen
Verlag der J. G. Cottaschen Buchhandlung, Leipzig, 1864

2. Das Königskind

Ein Soldat träumte, er solle sich verabschieden, das sei sein Glück. Er ging zu seinem Hauptmann und bat um seinen Abschied. Der aber überredete ihn, noch zu bleiben, versprach, ihn zu befördern, und machte ihn zum Korporal. Der Soldat ließ sich beraten, aber in der Nacht träumte er wieder, er solle um seinen Abschied bitten, sonst könne er sein Glück nicht finden. So ging er wieder zum Hauptmann und drängte auf seinen Abschied. Der Hauptmann aber sagte, er solle bleiben, er könne es noch bis zum General bringen, und machte ihn auch gleich zum Korporal. Wieder ließ er sich überreden. Als er aber in der Nacht wieder träumte, er müsse seinen Abschied nehmen, Weiterlesen →

Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 20. Kapitel

Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840

Zwanzigstes Kapitel

Die Vergeltung

In einem rings von Wald umkränzten Tal,
wo der bekannte Berggeist Rübezahl
oftmals dem Wanderer pflegt zu erscheinen,
lag, ächzend unter namenloser Qual,
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Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl – 19. Kapitel

Heinrich Döring
Die wundersamen Märlein vom Berggeist Rübezahl
Verlag C. F. Schmidt, Leipzig, ca. 1840

Neunzehntes Kapitel

Von einem Pfarrer wundersamen Leiden durch einen störrigen Esel

»Bleibt, o bleibt!«, rief Franz ihm nach. »Haltet es meiner trostlosen Stimmung zu gut, wenn ich Euch beleidigt und dadurch die Hilfe von mir gewiesen, die ich vielleicht von Euch zu erwarten habe. Sagt, o sagt mir, was ich tun soll!«

»Nun so hört und befolgt, was ich Euch rate«, sprach Rübezahl. »Der Pfarrer, der Euch so abgeneigt ist, hält sich, wie Ihr wisst, einen Weiterlesen →

Sagen der mittleren Werra 64

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Lutherfuß auf der Glasbach

Auf der Glasbach, links an der Straße und rechts vom Fußweg nach Ruhla liegt eine der Steinbacher Pfarrwiesen. In einem der vielen Granitbrocken, die sich hier aus dem Grün erheben, erblickt der Wanderer die einem Fußtapfen ähnliche Vertiefung, welche der Lutherfuß genannt wird.

Ein Holzhauer erzählte: »Als Doktor Martin Luther es den großen Herren auf dem Reichstag zu Worms einmal nach seiner Weise gehörig gesagt hatte und Weiterlesen →