Der Freibeuter – Nocroß im Kerker
Der Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 12
Der tapfere Kaperkapitän hatte schon mehrere Tage im Gefängnis gelegen, als er aus dem vergitterten Fenster wahrnahm, wie auf dem nicht weit entfernten Platz, den er übersehen konnte, ein Gerüst aufgebaut wurde. Er blieb nicht lange in Zweifel über den Zweck desselben. »Ha, das ist der Altar, der Opferherd der Rache, welchen die wutentflammten Priester dieser unterirdischen Göttin bauen, da soll das unschuldige Opfer geschlachtet werden, hier soll der Mann fallen, welcher gewagt hat, die angemaßten Vorrechte eines habgierigen Adels anzutasten, der es nicht dulden wollte, wie Einzelne sich für berufen ausgaben, von Gottes Gnaden den Schweiß und das Blut ihrer Brüder zu verschwelgen. Nun so opfert ihn denn, wie ihr Euren König gemordet habt, schlachtet auch mich, weil Weiterlesen
Der Freibeuter – List und Gewalt
Der Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 11
Schweden war in arger Verwirrung. Der hohe Adel, im Geheimen immer von der jüngeren, falschen Schwester des Königs und von deren Gemahl, dem Prinzen von Hessen-Kassel, begünstigt, hatte sich mit heftigen Diskussionen seines alten Wahlrechtes wieder bemächtigt. Der listige Graf Horn, plötzlich als Organ der lange niedergehaltenen Aristokratie an der Spitze derselben, lenkte die Wahl mit schlauer Berücksichtigung seiner eigenen Vorteile auf die schwache Ulrike Eleonore. Selbst für den vorausgesehenen Fall, dass sie ihren Gemahl als Mitregenten annehmen oder ihm gar die Alleinherrschaft übertragen würde, war der herrschende Adel gedeckt, denn Prinz Friedrich war ein Schwächling an Leib und Seele, lenksam, nachgiebig, in kleinlichen Begriffen befangen, der sich für die Weiterlesen
Der Freibeuter – Schneller Glückswechsel
Der Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 10
Das Jahr neigte sich zum Ende. Vergebens hatte Kapitän Norcroß schon seit Wochen Verhaltungsbefehle vom Baron Görz erwartet. Die mit dem Winter eingetretenen Stürme hatten die Verbindung der Länder teilweise unterbrochen, und diesem Umstand schrieb es Norcroß allein zu, dass er bis jetzt noch keine Antwort erhalten hatte. Er vertrieb sich die Zeit mit kleinen Reisen in das Land, auf welchen ihn Juel begleitete, und machte mit Kauf, Verkauf und Tausch von Schiffen manches vorteilhafte Geschäft. Doch konnte er die trübe Stimmung seiner Seele mit keiner Zerstreuung bewältigen, und mit dieser trat er auch das neue Jahr an.
Der Freibeuter – Selige Vereinigung
Der Freibeuter
Dritter Teil
Kapitel 9
Der scheidende Herbst fegte die Länder und peitschte die Meere mit scharfem Besen, als Norcroß, von Schottland herabsegelnd, zum Kanal einbog, welchen die Franzosen den Ärmel nennen, um in den Hafen von Palais einzulaufen. Teils auf seiner Fahrt nach Schottland, teils von dort nach Frankreich zu, hatte er verschiedene gute Prisen gemacht und nach Schweden geschickt, zum Beweis, dass das Glück mit dem Dänenfeind ebenso gut über Meere wandle wie mit dem Graf Mörner, solange nur der kühne Freibeuter ihr Führer sei. Nun, da der Oktober bereits begonnen hatte, wollte er Görz’ Befehle in Frankreich ausrichten und hoffte, dies mit demselben guten Erfolg auszuführen, wie es ihm in Schottland geglückt war. Durch diese freundlichen Aussichten hatte er seine alte Weiterlesen
Der bayerische Hiesel – Teil 50
Mathias Etenhueber, Kurfürstlicher Hofpoet
Moralische Gedanken über den sogenannten bayerischen Hiesel,
welcher den 6. September 1771 zu Dillingen durch die Hand des Scharfrichters
von oben herab gerädert, dessen Körper in vier Teile zerhaut,
diese auf die Landstraßen gehängt,der Kopf aber auf den Galgen gesteckt worden.
Zu finden bei Joseph Waagus, Kupfer-Verleger in Jakober-Vorstadt im Farbhöfel in Augsburg. Nebst dem Portrait.

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