Archiv

Phänomene und Legenden

Elbsagen 24

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

24. Die wüste Mühle im Trebnitzgrund

In das in der Nähe von Lauenstein liegende Dittersdorf ist auch das Dörfchen Neudörfel eingepfarrt, das früher nur ein einziges Vorwerk war, zu dem auch der unweit davon im Grund gelegene Eisenhammer gehörte. Beide Grundstücke waren vor langen Jahren im Besitz eines Mannes, der zwar reich, aber ebenso habsüchtig war und dem alle Mittel recht waren, wenn sie nur zur Vergrößerung seines Vermögens dienten. Einst ging er in die Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Der Weg zum Meister des Lebens

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Weg zum Meister des Lebens

in armer Delaware suchte den Weg zum Meister des Lebens. Als er lange gefastet hatte und ihm allerlei Traumgestalten erschienen waren, genoss er endlich die hohe Gnade, die betreffende Richtung angedeutet zu bekommen. Schnell machte er sich marschfertig, nahm sein Jagd- und Kochgerät und ging los. Er irrte lange Zeit herum, ohne jedoch das Gewünschte zu finden. Endlich, am Abend des achten Tages, bemerkte er vor sich drei große weiße Pfade im Wald, die ihm immer heller entgegen leuchteten, je dunkler es sonst ringsum wurde. Er ließ sein halbfertiges Abendessen stehen und wählte den breitesten Gang. Als er einige Schritte gegangen war, gebot ihm eine aus der Erde hervorschießende Flamme plötzlich Halt. Der Indianer ging also zurück zum nächsten Eingang, wo ihm dasselbe passierte. Auf dem dritten Pfad, den er danach betrat, ging er einen ganzen Tag lang unbelästigt fort und Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 30

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Pfiffer

In der steilen Schlucht, die zwischen Wächtersbach und Wittgenborn hinzieht, geht der Pfiffer um, ein riesengroßer Waldmann, und treibt da mittags sein Wesen mit Pfeifen, Holzschlagen und allerlei Rumoren. Meist ist er grau und grün gekleidet. Ein Köhler im Wald hörte ihn wieder einmal, als seine Gesellen sich gerade zum Schlaf hingelegt hatten. Er wollte dem Ding auf die Spur kommen, allein er blieb aus und blieb aus und kam nicht. Am dritten Meiler fanden sie ihn endlich nach langem Rufen und Suchen. Er starb ihnen gleich unter den Händen. Vor Weiterlesen →

Schinderhannes – Siebzehntes Kapitel

Leben und Taten des berüchtigten Johann Bückler, genannt Schinderhannes
Für Jung und Alt zur Lehre und Warnung aufs Neue geschrieben von W. Fr. Wüst, Reutlingen 1870
Druck und Verlag von Fleischhauer & Spohn

Siebzehntes Kapitel

Schinderhannes vor dem Geschworenengericht

Am 18. März 1803 fand das letzte Verhör des Schinderhannes statt. Am 20. Oktober desselben Jahrs nahmen die öffentlichen Sitzungen des Geschworenengerichts ihren Anfang. Welche Menschenmenge kam da aus der ganzen Umgegend zusammen, um den Gerichtsverhandlungen beizuwohnen und den Schinderhannes und seine Bande zu sehen, die aus mehr als sechzig Personen beiderlei Geschlechts bestand.
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Elbsagen 23

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

23. Der Einsiedler im Ottowalder Grund

In der Gegend von Lohmen war im 13. Jahrhundert ein gewisser Ritter Otto von Greifenstein angesessen, der nahm das Kreuz und zog in das Gelobte Land. Allein er hatte das Unglück, in einem der zahlreichen Gefechte gegen die Ungläubigen gefangen genommen zu werden. Nachdem er 17 Jahre lang in der Gefangenschaft geschmachtet, hatte er das Glück, auf einer Löwenjagd seinem Herrn, einem seldschukischen Emir, das Leben zu Weiterlesen →