Archiv

Phänomene und Legenden

Oberhessisches Sagenbuch Teil 36

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Nachtmahr

Ein Mann in Stockhausen hatte ein junges wunderschönes Pferd, darüber er sich nicht genug freuen konnte. Die Freude aber sollte nur kurz dauern. Immer fand er des Morgens das Tier ganz erschöpft und schweißtriefend, zitternd an allen Gliedern vor der Raufe. Unmöglich ging das mit rechten Dingen zu. Er legte sich nun darauf hinter die Sache zu kommen. Siehe, da kam in der Mitternacht durchs Schlüsselloch eine große schwarze Katze, die sprang auf das Pferd und ritt dasselbe. Alsbald fing das an zu schnauben, vorn und hinten auszuschlagen und gar Weiterlesen →

Der Konstanzer Hans Teil 7

W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852

Siebentes Kapitel

Hans kommt immer tiefer ins Gaunerleben hinein, wird eingesperrt und lügt sich wieder hinaus.

Indem er seinen zuletzt gewonnenen Kameraden Städele aufsuchte, kam er mit zwei Gaunerinnen zusammen, mit welchen er sich nach Thalheim bei Tuttlingen in eine Diebsherberge begab. Die Wirtssöhne baten ihn, für ihre Base ein Bett zu stehlen, und bezeichneten ihm genau den Ort, wo er ein solches bekommen könne. Hans ging darauf Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Der Piasafels

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Der Piasafels

n der Nähe der Vereinigung des Illinois River mit dem Mississippi wird der Reisende eine lange Reihe auffallend gebildeter Felsengruppen bemerken, an deren Füßen sich das kleine Flüsschen Piasa-Krihk mühsam zum Vater der Ströme windet. Hat der Wanderer einen Indianer bei sich, so wird ihn derselbe bald mit einer Miene scheuer Wichtigtuerei auf das monströse Bildnis eines kolossalen Vogels aufmerksam machen, das in ungeheurer Höhe an einer flachen Felswand prangt. Dieses Schreckbild wird von ihm mit dem Namen Piasa belegt, was der Vogel, der die Menschen verschlingt bedeutet.

Folgende Erzählung knüpft er daran:
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Der Konstanzer Hans Teil 6

W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852

Sechstes Kapitel

Hans will sich in den Ehestand begeben, wird aber nichts daraus.

Während dieser Zeit kam ein in Schwaben herumwandernder Bohrermacher nebst Weib und Tochter mit Herrenbergers Familie zusammen. Die beiden jungen Leute wollten sich heiraten. Hans wäre vielleicht von weiteren Diebstählen abgehalten worden, wenn diese Verbindung zustande gekommen wäre. Aber einmal war sein Vater Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 35

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Elben Tanz unter dem Bilstein

Einer von den alten Breungeshainer Pfarrern ging einmal nach Burkhards bei früher Morgenstunde, als der Mond noch voll am Himmel stand und ehe die Sterne erblichen. Als er auf den Baalsweg unter den Bilstein kam, sah er durch eine Waldlichtung auf einem kleinen Wiesenplatz einen weißen Rauch auf dem Erdboden schweben, der ging rundum, schneller und schneller. Er machte sich also hinzu, um das Ding näher zu betrachten, aber nun war der Nebel fort. Stattdessen aber sah er auf der Wiese eine unzählbare Schar wunderschöner weißer Jungfrauen, Weiterlesen →