Archiv

Phänomene und Legenden

Der Konstanzer Hans Schluss

W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852

Schluss

Hans hielt sich von nun an musterhaft und erwarb sich hierdurch das Vertrauen seiner Vorgesetzten.

Der Verfasser dieser Blätter erinnert noch lebhaft daran, wie im Jahr 1813 einige Bewohner Ludwigsburgs vom Konstanzer Hans, der ein paar Jahre vorher gestorben war, mit einer gewissen Achtung sprachen. Ein Metzger zum Beispiel, bei welchem Hans jede Woche einige Male Fleisch zu holen hatte, rühmte seine Offenheit und seinen Weiterlesen →

Bisonjäger Teil 3

Vom Handel, der Jagd und der Landwirtschaft

Im Gegensatz zu den Jagdmethoden der archäischen Jäger, über die wir kaum etwas wissen, lassen sich die der unberittenen Bisonjäger vergleichsweise leicht rekonstruieren, zumal es in einzelnen Fällen frühe Augenzeugenberichte gibt.

Für die Jagd auf den Bison wurden hauptsächlich drei Methoden angewandt.

Sehr alt war das Einkreisen der Herde.
Weiterlesen →

Elbsagen 55

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

55. Der Wassermann am Benkenteich bei Torgau

Ein Mann ans Klitzschen hatte im Wald Feuerholz gesammelt, da kam ihm ein schöner Reiter auf großem Pferd entgegengeritten, mit einer großen Spießrute in der Hand. Der hatte den Holzhacker gegrüßt und gefragt, ob er wohl den Benkenteich wüsste. Als der Mann antwortete, dass er den Teich kenne, hat ihm der Reiter ein Trinkgeld versprochen, wenn er mit ihm ginge und ihm den Ort zeigte.
Weiterlesen →

Aus dem Wigwam – Die All-Mutter

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Die All-Mutter

he noch die Erde existierte, lebte der Große Geist mit der All-Mutter allein im leeren Weltraum.

Kein Sonnenstrahl beschien das Wasser, in dessen Tiefe die Erde ver­borgen lag. Dieselbe kam erst dann zum Vorschein, als die All-Mutter einst herunterkam und sich niedersetzte. Anfangs war sie nur so groß, dass sie ihr hinlänglichen Raum zum Sitzen gewährte, aber sie wuchs so schnell, dass man sie zuletzt gar nicht mehr überblicken konnte; auch schossen überall Blumen und Bäume hervor.

Kurze Zeit danach gebar die All-Mutter drei Söhne, einen Bären, einen Wolf und einen Rehbock. Sie pflegte dieselben Weiterlesen →

Oberhessisches Sagenbuch Teil 54

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Drei Stücklein von der Sotzbacher Kunst

Zu Sotzbach bei Birstein gab es früherhin Leute, die konnten bannen und sich unsichtbar machen. Wer sie hören will, dem wollen mir davon drei Stücklein erzählen.

1. Ein Sotzbacher Mann ging nach Büdingen unter die Steinhauer. Weil er ein großer und stattlicher Kerl war, stach er den preußischen Werbern merkwürdig in die Augen, die damals stark im Reich streiften. Er war aber ein Lüstling, der recht fein und lustig tun konnte. Als er sich hatte anwerben lassen, brachte er den Wachtmeister Weiterlesen →