Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 33. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel arbeitet in Berlin als Schneidergeselle, näht im Verborgenen und wirft Ärmel ein.
u einer anderen Zeit kam Eulenspiegel nach Berlin, und da er nicht wusste, auf welche Art er sich hier am besten ernähren könnte, so gab er sich für einen Schneidergesellen aus und nahm bei einem Meister Arbeit.
Als er nun auf der Werkstätte saß und nähte, sprach der Meister zu ihm: »Wenn du nähst, so nähe eng und gut, dass man es nicht sieht; denn lange Stiche können nicht helfen.«
Eulenspiegel antwortete: Lange Stiche geben Verdienst und Brot ins Haus; doch ich will auch nähen, dass man es nicht sieht.« Er nahm Nadel, Zwirn und ein Stück Tuch, kroch unter den großen Werktisch und fing zu nähen an.
Sammlung bergmännischer Sagen Teil 29
Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen
Schwäbische Sagen 64
Zweites Buch
Geschichtliche Sagen
Graf Ulrich und Wendelgard
Zu Buchhorn am Ufer des Bodensees, da, wo jetzt Friedrichshafen liegt, wohnte zur Zeit, als Burkhard Herzog in Schwaben war, Graf Ulrich V. (Udalrich), ein Nachkomme Karls des Großen und Herr im Linzgau. Er war vermählt mit der schönen Wendilgard, einer Gräfin von Eberstein, Enkelin Heinrichs des Voglers, der nachgehends Kaiser wurde. Da geschah es, dass die Ungarn Weiterlesen
Interessante Abenteuer unter den Indianern 82
John Frost
Interessante Abenteuer unter den Indianern
Erzählungen der merkwürdigsten Begebenheiten in den ersten indianischen Kriegen sowie auch Ereignisse während der neueren indianischen Feindseligkeiten in Mexiko und Texas
Indianische Dankbarkeit für empfangene Wohltaten
Die folgende Anekdote stellt ein seltsames Gemisch von Grausamkeit und Dankbarkeit dar. Es ist erfreulich, selbst mitten im Gemetzel Beispiele von Nachsicht und Erbarmen wahrzunehmen, denn das Licht erscheint nie so hellglänzend, als ob es im Kontrast mit einem finsteren Hintergrund ist.
Während des alten französischen Krieges wurde ein Herr Schoonhover mit sechs oder sieben anderen Weiterlesen
Sammlung bergmännischer Sagen Teil 28
Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen

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