Aus dem Wigwam – Oeche-Monesah oder der Wanderer
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol
Oeche-Monesah oder der Wanderer
haske war des ewigen Einerlei seines Dorflebens müde geworden und beschloss, eine weite Reise zu unternehmen, um Abenteuer aufzusuchen.
Er brachte also eines Morgens früh seine Waffen in Ordnung und schoss einen Pfeil in die Richtung, die er einschlagen wollte.
»Ich werde jetzt meinem Pfeil folgen«, sagte er zu sich selber, aber es schien eine Unmöglichkeit zu sein, ihn wiederzufinden. Trotzdem marschierte er rüstig weiter. Als ihn aber die Moskitos endlich zu viel quälten, suchte er sich Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 92
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Die Geldmauer
Von Busenborn den Grund hinunter, rechts nach der Weidmühl hin, liegt eine Anhäufung von Steinen mit einem tiefen Loch in der Mitte. Dieser Flecken heißt die Geldmauer. Es sollen dort große Reichtümer verborgen sein. Vor Zeiten gingen einmal drei Männer aus dem Dorf dahin, sich ihrer zu bemächtigen. Sie wussten, dass man bei der Arbeit nicht schwatzen durfte, und arbeiteten so emsig, dass der Kessel sich schon zeigte. Plötzlich kam der listige Teufel herbei, baute gerade über sie einen großen Galgen und deutete mit grimmigem Gesicht darauf, als Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 91
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Der Geldstrauch
In dem Eschenröder Küppel, der auch der wilden Frau Haus genannt wird, soll viel Geld vergraben sein, sagen die Alten.
Ein Mann, dem der Platz gefiel, ging oft dahin. Als er da einmal auf der Erde lag und seine Mittagsruhe hielt, hörte er unter sich ein Geräusch, als ob es im Berg donnerte. Dann klang und rasselte es durcheinander, als ob Gold und Silber aus der Höhe auf harte Steinplatten fiele. Er reckte sich empor und horchte, aber er hörte nichts mehr.
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Dämonopathie der Nonnen der heiligen Brigitte zu Lille
7. Dämonopathie der Nonnen der heiligen Brigitte zu Lille (1613)
Gaufridi war kaum tot, als die Nonnen der heiligen Brigitte zu Lilie, die natürlich die Geschichte der Magdalene von Mandouls erfahren hatten, sich ihrerseits ebenfalls für besessen hielten. Die Symptome ihrer Krankheit sind nicht genau beschrieben.
Lenormand sagt: »Einige waren vom Teufel besessen, andere in ihrem Geist gestört, andere hatten Abscheu vor der Beichte, einige wurden ruhelos umhergetrieben, andere dagegen welkten und starben langsam hin. Kaum war ein Mädchen in das Kloster eingetreten, als man an ihr eine auffallende und bedenkliche Veränderung wahrnahm; kaum entfernte sie sich aus dem Kloster, so befand sie sich auch schon in voller Genesung.«
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Elbsagen 96
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
99. Der Teufel in der Elbe
Ein Kapitän ging traurig an einem Hafen auf und nieder, weil er gar nicht wusste, wie er ein Schiff bekommen sollte. Da trat ein feiner Herr zu ihm, der aber niemand anderes als der Teufel selbst war, und versprach ihm ein Schiff: Er solle es sogar für immer behalten, wenn er ihm, dem Teufel, bei seiner Rückkehr in die Elbe etwas zu tun geben könne, was ihm auszurichten unmöglich wäre. Der Kapitän nahm in seiner Not das Anerbieten an und Weiterlesen

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