Oberhessisches Sagenbuch Teil 101
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Das Schloss Lißberg
In einem unterirdischen Gang des Lißberger Schlosses sind viele Kostbarkeiten aufbewahrt. Dieser Gang soll zu der Grimmelsbach führen und in einem Brunnen enden, der dort noch zu sehen ist. Vergeblich hat man schon oft versucht, dieser versunkenen Schätze sich zu bemächtigen. Einmal wäre es beinahe geglückt. Ein Maurer sollte in einem Keller etwas ausbessern und stieß auf den verschlossenen Eingang. Mutig steckte er sich seine Laterne an und tappte durch den schmalen Pfad vorwärts. Bald aber flog ihm eine Menge unheimlichen Getiers entgegen, Weiterlesen
Sagen der mittleren Werra 7
Die weiße Jungfer in Schwallungen
Der Schneidemüller von Schwarzbach erzählt: »Als ich noch bei meinem Schwiegervater war, dem Schneider Koch, der in Schwallungen auf dem sogenannten Freihof wohnte, wachte ich einmal nachts auf und sah vor meinem Bett ein schmuckes, vornehm gekleidetes Fräulein, welches aber sogleich wieder verschwand.
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Aus dem Wigwam – Wassamo
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Noch vierzig Sagen
Mitgeteilt vom Navajohäuptling El Zol
Wassamo
assamo lebte lange, ehe die Flagge des weißen Mannes in Amerika gesehen wurde, mit seinen Eltern an der Ostküste des Michigansees.
Eines Tages sagte seine Mutter zu ihm: »Mein Sohn, geh dort an den Teich und sieh zu, ob du nicht einige Fische fangen kannst. Nimm aber deinen Vetter mit.«
Sie gingen fort und kamen gegen Nachmittag bei der bezeichneten Stelle an. Sie warfen ihre Netze ins Wasser, bauten ein Schutzdach und machten ein Feuer an. Der Teich war ruhig und der Himmel hell und klar.
Oberhessisches Sagenbuch Teil 100
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Der Schatz in Engelhausen
In dem Gräflich Laubacher Tiergarten nach Freienseen zu, wo früher das Dorf Engelhausen gestanden hatte, liegen die Trümmer der sogenannten Pestburg. Dahin flüchteten in den unsicheren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges die Leute der Umgegend und verbargen auch daselbst ihre Kostbarkeiten, von denen ein großer Teil noch heute unter der Erde verborgen ist.
Einem Laubacher Mann träumte es dreimal hintereinander von einem Platz auf der Pestburg, wo ein Schatz Weiterlesen
Otto III. lässt sich die Gruft Karl des Großen öffnen (1000)
Otto III. lässt sich die Gruft Karl des Großen öffnen (1000)
Nachdem das von der fränkischen Monarchie durch den Vertrag zu Verdun losgerissene Frankenreich nach der Absetzung Karl des Dicken im Jahr 887 ein Wahlreich, als für sich bestehend geworden ist, gelangte es durch die Tüchtigkeit seiner Regenten bald zu einer überwiegenden Größe in dem europäischen Völkerverband und trug als Preis seiner Macht die Kaiserkrone davon, welche eigentlich nur den Franken bestimmt war.
Nach dem Tode Konrads von Franken, dem ersten Wahlkönig, gelangte das sächsische Haus durch die Wahl der Fürsten auf den Kaiserthron, und Heinrich I., beigenannt der Vogelsteller, war aus demselben der erste und auch würdige Regent.
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