Aus dem Wigwam – Kosmogonie der Sauk und Muskogee
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh
Kosmogonie der Sauk und Muskogee
m Anfang schuf der Große Geist alle Tiere, die auf der Erde leben. Als er damit fertig war, machte er auch Menschen, die aber grausam und närrisch waren. Darauf gab er einem jeden Menschen das Herz eines der besten Tiere, doch sie blieben, wie sie waren, sodass Gott sich genötigt sah, ein Stück von sich abzuschneiden und daraus Herzen für sie zu machen. Danach wurden die Menschen klüger als alle Tiere.
Die Erde war zu dieser Zeit auch von unzähligen Jamwoi (Riesen) und Göttern bewohnt. Mit den Ersteren verbanden sich nun die Götter, welche unter dem Wasser hausten, um Wesukkä, den Häuptling der Götter auf der Oberwelt, zu stürzen. Aber sie fürchteten sich doch so sehr vor Wesukkä, dass sie nicht wagten, ihn in einer Weiterlesen
Adventskalender 2021 – 11. Türchen
Richard von Volkmann-Leander
Träumereien an französischen Kaminen
Märchen, Leipzig 1874
Der Wunschring
Ein junger Bauer , mit dem es in der Wirtschaft nicht recht vorwärts gehen wollte, saß auf seinem Pflug und ruhte einen Augenblick aus, um sich den Schweiß vom Angesicht zu wischen.
Da kam eine alte Hexe vorbeigeschlichen und rief ihm zu: »Was plagst du dich und bringst es doch zu nichts? Geh zwei Tage lang gerade aus, bis du an eine große Tanne kommst, die Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 118
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Die Springwurz
In einem Oberhessischen Dorf wohnte ein blutarmer Bauernbursche, der Soldat werden sollte, und hatte doch nicht die geringste Lust dazu. In dem Brast darüber ging er an einem Sonntag einstmals ganz allein in einen dichten Wald, um seine betrübten Gedanken loszuwerden. Allein es wollte ihm kein Trost kommen. Währenddessen sah er an einem Baum hinauf und wurde gewahr, dass ein schwarzer Star in ein Astloch schlüpfte, in welchem er sein Nest mit Jungen hatte.
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Adventskalender 2021 – 10. Türchen
Richard von Volkmann-Leander
Träumereien an französischen Kaminen
Märchen, Leipzig 1874
Wie der Teufel ins Weihwasser fiel
Dass der Teufel öfters Unglück hat, weiß jedermann. Ja, es kommt so häufig vor, dass man einen Menschen, der Zahnschmerzen hat oder im Winter mit zerrissenen Stiefeln auf der Chaussee Steine klopfen muss oder dem sein Schatz an seinem Geburtstag einen Brief schickt, in dem kein Glückwunsch steht, wohl aber eine Absage auf immer – dass man sie alle drei arme Teufel nennt.
Adventskalender 2021 – 9. Türchen
Der Geist des Ringes und der Geist des Lichtes
Aus: Kinder- und Volksmärchen von Heinrich Pröhle
Leipzig 1853
Eine arme Witwe hatte einen Sohn, der verlor sich an dem Tag, wo er fünfzehn Jahre alt war, im Wald. Nach einer Weile fror ihn sehr. Da kam ein Mann, der zündete ein Feuer an, damit sie sich daran wärmen konnten. Als sie sich eine Weile gewärmt hatten, war ein feuriges Loch in die Erde gebrannt. Da sprach der Mann zu dem Knaben, er solle in das feurige Loch steigen, dann käme er vor eine eiserne Tür, vor der läge ein feuriger Löwe, den solle er nicht fürchten, sondern durch die Tür hindurchgehen. Dann käme er an einen Ort, wo ein Tisch stände, auf dem wäre ein Licht und neben dem Lichte läge ein Ring. Auch stände ein Weiterlesen
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