Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 34. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegels Schalkheit an den Schneidergesellen zu Hamburg
a sich Eulenspiegel jetzt von Berlin entfernt hatte, reiste er nach Hamburg, wo er sich ungefähr vierzehn Tage aufhielt. Seiner Herberge gegenüber wohnte ein Schneidermeister, welcher drei Gesellen vor den Fenstern auf dem Laden sitzen hatte. Zu der Zeit war es Mode, dass die Schneider sich bei gutem Wetter vor die Fenster auf eine dazu eingerichtete Werkstätte setzten, die man einen Laden nannte, welcher von vier Pfosten getragen wurde. Hier, dachte Eulenspiegel, musst du einen Spaß machen. Zuerst neckte er die Gesellen, diese waren aber um Antworten niemals verlegen und hatten ihn wieder derb zum Besten. Dies verdross ihn, und er erdachte einen plumpen Schelmenstreich, wodurch die Schneidergesellen von vielen Leuten ausgelacht würden. Das Haus stand nämlich an Weiterlesen
Sammlung bergmännischer Sagen Teil 30
Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete Weiterlesen
Schwäbische Sagen 65
Zweites Buch
Geschichtliche Sagen
Die Weiber zu Weinsberg
Im Jahre 1140 belagerte der König Konrad III., der Hohenstaufer, die Feste Weinsberg, die dem Herzog Welf von Bayern gehörte. Dieser zog zwar zum Entsatz heran, wurde aber geschlagen, worauf die Festung, vermöge einer Übereinkunft, in Konrads Hände kam. Dabei hatte er aus königlicher Milde den Weibern die Erlaubnis erteilt, dass eine jede mitnehmen dürfe, was sie auf ihren Weiterlesen
Interessante Abenteuer unter den Indianern 83
John Frost
Interessante Abenteuer unter den Indianern
Erzählungen der merkwürdigsten Begebenheiten in den ersten indianischen Kriegen sowie auch Ereignisse während der neueren indianischen Feindseligkeiten in Mexiko und Texas
Entkommen von den Indianern
Im Jahre 1703 wurde die Stadt Wells in Maine von Indianern angegriffen. Stephan Harding, welcher am anderen Ufer des Flusses wohnte, hörte das Feuern, glaubte jedoch, dass eine im Exerzieren begriffene Kompanie Soldaten dasselbe verursachte. Am folgenden Morgen bereitete er sich vor, auf die Jagd zu gehen. Seine Frau bat ihn jedoch, zu bleiben, da, wie sie glaubte, zwei Männer während der Nacht durch das Fenster geblickt hätten. Weiterlesen
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 33. Blatt
Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871
Eulenspiegel arbeitet in Berlin als Schneidergeselle, näht im Verborgenen und wirft Ärmel ein.
u einer anderen Zeit kam Eulenspiegel nach Berlin, und da er nicht wusste, auf welche Art er sich hier am besten ernähren könnte, so gab er sich für einen Schneidergesellen aus und nahm bei einem Meister Arbeit.
Als er nun auf der Werkstätte saß und nähte, sprach der Meister zu ihm: »Wenn du nähst, so nähe eng und gut, dass man es nicht sieht; denn lange Stiche können nicht helfen.«
Eulenspiegel antwortete: Lange Stiche geben Verdienst und Brot ins Haus; doch ich will auch nähen, dass man es nicht sieht.« Er nahm Nadel, Zwirn und ein Stück Tuch, kroch unter den großen Werktisch und fing zu nähen an.

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