Aus dem Wigwam – Die Abgötter
Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880
Die Abgötter
(Tradition der Ricara)
apferer Krieger, Sohn des Bibers, Mann des schrecklichen Kriegsrufes, den die Maha fürchten und die Pawnee hassen, wohin gehst du?«
»Ich gehe, um den Göttern einen Pfeil, Bogen und Speer zu opfern. Dort stehen sie bei den Weiden am seichten Bach: der Mann, die Frau und der Steinhund. Ich will zu ihnen beten, dass sie mir ein Pantherherz und eine Kinderseele geben und meinen Füßen die Schnelle des Windes verleihen!«
»Spute dich, Krieger!«
Weiterlesen
Oberhessisches Sagenbuch Teil 48
Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873
Werwolf in Sichenhausen
Noch heute, wenn eins beim Essen einen Faden spinnt, der kein Ende hat, sagt man spottweise: »Der hat einen Hunger wie ein Werwolf.« Arme Leute in Sichenhausen hatten einmal Brot gebacken und Mann und Frau trugen ihr Gebäck nach Hause. Sechs halbe Kuchen waren dabei gewesen. Wie sie aber daheim ankamen, fehlten ihrer vier, und noch dazu die schönsten. Die Frau tat dar über gar unsinnig.
Da sagte ein Nachbarkind: »Wisst Ihr, wer Euch das getan hat? Ich habe es wohl gesehen. Ein Ding, so groß wie Weiterlesen
Der Konstanzer Hans Teil 23
W. Fr. Wüst
Der Konstanzer Hans
Merkwürdige Geschichte eines schwäbischen Gauners
Reutlingen, 1852
Dreiundzwanzigstes Kapitel
Hans kommt in gefährliche Gefangenschaft und in scharfes Verhör.
In aller Stille hatten sich fünf Soldaten herbeigeschlichen und forderten die Gesellschaft auf, ihnen zum Ortsvorstand zu folgen.
Elbsagen 47
Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig
47. Karras in der Nassau
In der Nähe der Dörfer Oberau und Niederau bei Meißen befindet sich eine anderthalb Stunden lange und eine Stunde breite, meist aus nassen und morastigen Wiesen bestehende Fläche, welche die Nassau oder Nasse genannt wird. Einige ihrer Fluren gehören zum Rittergut Proschwitz. Eine Art Vorwerk, die sogenannte Milchinsel, ist das einzige auf dieser öden Stelle gelegene bewohnte Gebäude. In seiner Nähe erblickt man eine schanzenartige, mit Gräben umzogene kleine Anhöhe, das alte, aber verwünschte Schloss genannt, das wahrscheinlich von einem Weiterlesen
Bau und Einrichtung von Burgen im Mittelalter – Teil VI
Der Saal wurde durch Kamine – Fiuwaram – erwärmt. Anfänglich begnügte man sich, irgendwo im Hause ein großes Feuer anzuzünden und es zu unterhalten, um sich daran zu wärmen. Als sich immer mehr die Privatbaukunst entfaltete, nahm auch der Ort, wo das Feuer unterhalten wurde, eine bestimmte architektonische Gestalt an und entwickelte sich als Kamin. Wir können ihn in Deutschland in reichen architektonischen Formen zum prunkvollsten Schaustück der Gemächer ausgestattet vom 11. Jahr-hundert an durch alle Stufen der Entwicklung der mittelalterlichen Baukunst verfolgen. Allein er konnte eine behagliche Wärme kaum im ganzen Gemach ausbreiten und war und blieb nur eine Stelle für das brennende Feuer, an dem man sich wärmte. Der Kamin hatte eine weite Öffnung, sein Mantel oder Sturz ragte wie ein Dach in das Zimmer hinein und wurde von zwei zierlichen Säulen mit Kapitälen getragen. Der Kaminschlot befand sich in Weiterlesen

Neueste Kommentare