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Mythen & Wirklichkeiten

Die seltsame Odyssee der Leiche eines Dominikanerpaters

Die seltsame Odyssee der Leiche eines Dominikanerpaters
Eine teuflische Geschichte

Es war das Jahr 1808. Der damalige Vizekönig von Lima, Don Jose Fernando de Abascal, verkündete den Gläubigen und Nichtgläubigen eine Neuerung, die sich bereits in allen Städten der Welt durchsetzte: den Kommunalfriedhof. Von diesem Zeitpunkt an konnten die Tempel und Häuser der Religionsgemeinschaften die Leichen von Prälaten, Heiligen oder einfach nur der Reichen nicht mehr fromm in ihren Kirchenschiffen und unter ihren Grabplatten aufbewahren. Der Vizekönig hatte seine ganze exekutive Energie in die Erfüllung der neuen Verordnung gesteckt. So war es. Die Dominikanerbrüder, die damals in Peru waren und wohlhabend lebten, waren gehalten, die sterblichen Überreste der Mitglieder der Gemeinschaft auf dem heiligen Boden, der allen Toten gemeinsam war, zu bestatten.
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Bisonjäger – Teil 2

Bisonjäger – Teil II

Die Stämme

Es ist in der Wissenschaft allgemein üblich, Stämme von gleicher oder ähnlicher Kultur, aber verschiedener Herkunft nach Sprachfamilien zu ordnen, da Stämme verwandter Sprachen einen gemeinsamen Ursprung haben müssen.

Bei den Bisonjägern sind dies Algonkin, Caddo, Sioux, Athabasken, Uto-Azteken und sogenannte Isolierte, Weiterlesen

Elbsagen 51

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

51. Das Wahrzeichen der Stadt Strehla

Vor alters pflegten die Handwerksburschen, wenn sie über die Stadtzeichen der von ihnen durchwanderten Länder Rede und Ant­wort geben sollten, gefragt zu werden: »Wo predigt der Pfarrer aus einem Topf?«

Und sie mussten erwidern: »In Strehla.«

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Aus dem Wigwam – Tutockänula

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Tutockänula

s ist schon sehr lange her, dass die Kinder der Sonne ihren Wohnsitz im Yosemite-Tal aufschlugen und sich der Wohltaten erfreuten, mit denen sie Tutockänula, der auf einem hohen Bergrücken wohnte, segnete. Er hütete die unzähligen Herden in den oberen Ebenen und trieb die Bären aus ihren Felsenhöhlen, damit sie der brave Jäger leicht erlegen konnte. Wenn er im Namen seiner geliebten Indianer zum Großen Geist betete, so fehlte dem Korn weder der erfrischende Regen noch die reifenden Sonnenstrahlen. Wenn er lachte, so kräuselte sich die silberne Oberfläche der Flüsse, und wenn er seufzte, so sangen die jungen Zweige im Wald.

Seine Gestalt war so gerade wie ein Pfeil und so geschmeidig wie ein Bogen. Sein Fuß war schneller als der des Rehs Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 50

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Werwolf entdeckt

Ein blutarmes Weibsbild ging, wie schon oft, einmal im Frühjahr hinaus, um hinter den Hecken sich Gras zu rupfen oder abzusicheln. Das wollte sie dann in den mitgenommenen Sack stopfen und zur Bewirtung ihres einzigen Hitzchens (Zicklein) auf dem Kopf heimtragen. Dieses muntere Tierchen war ihre Augenweide und so zahm, dass es ihr überall auf den Fersen nachfolgte. Auch jetzt hatte sie es wieder bei sich, und eben hüpfte es gerade recht lustig an einem Heckenrain herum, um sich da nach Herzenslust am grünen frischen Laub zu laben, als plötzlich Weiterlesen