Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Aus dem Wigwam – Akkiwässi

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Akkiwässi

or langer, langer Zeit lebte unter den Dakota ein Medizinmann, der ein so frommer Mann war, dass ihn sein Meister in alle Geheimnisse der Zukunft einweihte und ihm Dinge zeigte, wie sie vordem nie ein sterbliches Auge erblickt hatte. Er war sehr alt und wurde daher Akkiwässi genannt. Damit er ungestörter mit dem Großen Geist Umgang pflegen konnte, hatte er seine Wohnung in einem hohlen Berg in der Nähe des großen Dorfes der Dakota aufgeschlagen. Dort besuchten ihn dann die Indianer, wenn sie der Jagd oder eines beabsichtigten Kriegszuges wegen seines Rates bedurften. Daran taten sie wohl, denn seine Lehren hatten sich stets als zuverlässig erwiesen. Auch der Erzählung von seiner Reise in das Land der Seelen hörten sie aufmerksam zu und glaubten sie gern.

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Oberhessisches Sagenbuch Teil 73

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Die Eichelsdörfer Kirche

Als die Eichelsdörfer die Absicht hatten eine Kirche zu erbauen, sollte dieselbe unten in den Grund, bei der Junkermühle zu stehen kommen. Das litt aber der Teufel nicht. Alle Nacht trug er ihnen die Steine und das Holz hinauf auf die Anhöhe über dem Ort. Es half und nutzte alles nichts, man musste die Kirche dahin bauen, wo sie heute noch steht, so ungelegen es den Leuten auch immerhin ist.
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Die Befreiung Deutschlands durch Hermann. Jahr 9 n. Chr.

Historische Denkwürdigkeiten

Die Befreiung Deutschlands durch Hermann. Jahr 9 n. Chr.
Der römische Feldherr Varus stürzt sich bei dem Anblick seines vernichteten Heeres im Teutoburger Wald in sein eigenes Schwert.

Die ersten eigentlichen Eroberungen in Deutschland machte Drusus, der Stiefsohn des ersten römischen Kaisers Augustus, der in mehreren Feldzügen bis an die Ufer der Elbe vorgedrungen war, wo ihn durch einen Sturz vom Pferd der Tod ereilte. An seine Stelle trat nun sein Bruder Tiberius, der in der Folge römischer Kaiser wurde, keineswegs aber die edlen Eigenschaften seines früh gestorbenen Bruders besaß. Er war grausam und übte Verstellungskunst in einem so hohen Grade, Weiterlesen

Abenteuer und Wanderungen der sieben Schwaben Teil 4

Abenteuer und Wanderungen der sieben Schwaben
als des Blitz-, Spiegel-, Nestel-, Knöpfle-Schwab, Seehaases, Gelbfüßler und Allgäuer.

George Jaquet’s Verlagsbuchhandlung. Augsburg, 1855.

Der allzeit sauft und allzeit schlemmt,
behalt zuletzt nicht ein gutes Hemd!

Abenteuer von den sieben Schwaben

Sie zogen nun gen Memmingen zum Spiegelschwaben, der also hieß, weil er die Nase immer mit dem Vorderärmel abwischte, wodurch sich auf Letzterem ein glänzender Spiegel ansetzte.
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Die Dämonomanie in Lothringen. (1580 – 1595)

Die Dämonomanie in Lothringen. (1580 – 1595)

Die Hauptnachrichten über den Teufelswahn in Lothringen sind in dem Werk von Remigius enthalten, welches 1596 in Köln erschien. Nach ihm sind im Zeitraum von fünfzehn Jahren bloß in Lothringen, wo er Kriminalprokurator war, 900 Unglückliche wegen ihres angeblichen Verkehrs mit dem Teufel getötet worden.

In der Schilderung, durch die sich Remigius bemüht, den wirklichen Verkehr mit dem Teufel nachzuweisen, werden die schon zum Öfteren erwähnten Data wieder vorgebracht. Der Teufel gibt ihnen Pulver, Salben, Gifte verschiedener Art; das Geld des Teufels verwandelt sich in Schmutz; er drückt seinen Anhängern seine Marke auf, vermischt sich fleischlich mit ihnen, aber der Koitus mit Weiterlesen